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Das Verbrechen aller Verbrechen – der Genozid


Es gibt unzählige Arten von Verbrechen, doch das schlimmste menschliche Verbrechen ist der Genozid – Völkermord.


Völkermord ist seit der Konvention von 1948 ein Straftatbestand im Völkerstrafrecht, der durch die Absicht gekennzeichnet ist, auf direkte oder indirekte Weise «eine nationale, ethnische, rassische (die Rasse betreffend) oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören»; er unterliegt nicht der Verjährung.


Jahrhundert der Genozide


Das 20. Jahrhundert ging in die Menschheitsgeschichte ein als das Jahrhundert der Genozide. Natürlich gab es derartige Verbrechen schon vor dem 20. Jahrhundert. Man denke an die indigenen Völker in Nord- und Südamerika, die Aborigines in Australien, die Versklavung der Afrikaner oder an den russischen Zaren «Iwan der Schreckliche», die christliche Kolonisation und Missionierung (Christianisierung) und so weiter. Aber ich beschränke mich bewusst auf die Verbrechen des 20. Jahrhunderts, denn so oder so würde es den Rahmen meines Berichtes sprengen, wenn ich all diesen Völkermorden durch eine Erwähnung gerecht werden möchte. Daher möge man mir verzeihen, wenn ich hier nur ein paar Beispiele herauspicke. Man könnte über jeden Genozid Bände schreiben, das war aber nicht mein Ziel, mir ging es hier um das Verbrechen an sich.


Geschichte


Einer der ersten Genozide fand von 1904 – 1908 statt, anlässlich der Kolonialisierung in «Deutsch-Südwestafrika». Dort erhoben sich die einheimischen Stämme (Herero/Nama) gegen die Kolonialherren. Das kostete rund 65'000 Menschen das Leben. Sieben Jahre später wurden im 1. Weltkrieg, im Osmanischen Reich zwischen 300'000 und 1.5 Millionen Armenier abgeschlachtet. Die Türkei bestreitet bis heute, dass es diesen Völkermord je gab. Auch der sowjetische Diktator Josef Stalin zählte zu den Verbrechern des Jahrhunderts. In seinem Krieg «Mord durch Hunger (Holodomor) starben zwischen 1932 bis 1933, allein in der Ukraine rund vier Millionen Menschen. Was Putin im aktuellen Ukraine-Krieg für Gräueltaten zu verantworten hat, zeigt sich vermutlich erst in ein paar Jahren.


2. Weltkrieg


Im 2. Weltkrieg wurde in der Zeit des Nationalsozialismus eines der krassesten Verbrechen der Menschheitsgeschichte verübt. Es wurden über sechs Millionen Juden umgebracht. Unter dem Deckmantel des Krieges fand gleichzeitig die versuchte Ausrottung der Volksstämme Sinti und Roma statt, die durch den Chef der SS, Heinrich Himmler, vorangetrieben wurde. Die genauen Opferzahlen sind nicht bekannt, Schätzungen zur Folge geht man von einer sechsstelligen Zahl aus.


Nichts gelernt


Nur schon die ersten fünf Beispiele zeigen auf, dass gewisse Menschen einfach nicht fähig sind, aus der Geschichte zu lernen. Nach dem 2. Weltkrieg hat man sich weltweit geschworen, dass so etwas nie wieder passieren darf. Pustekuchen! 1994 wurden in Ruanda in nur 100 Tagen (!) 800'000 Menschen (75%) des Stammes der Tutsi vom Stamm der Hutus förmlich ausgelöscht. Das sind rund 8000 Menschen pro Tag. Ein Jahr später, in der Zeitspanne vom 11.-19. Juli 1995 fand das Massaker von Srebrenica statt. In dieser kurzen Zeitspanne wurden bis zu 8000 muslimische Bosniaken – vor allem Männer und Jungen zwischen 13 (!) und 78 Jahren – von der Armee der bosnischen Serben und serbischen Paramilitärs getötet.


Grausam


Bei der Recherche zu diesem Bericht stiess ich auch auf Taten, die im Zuge eines Genozides verübt wurden (Kriegsverbrechen). Darauf möchte ich hier aber nicht näher eingehen. Nur so viel, sie reichen von sadistischer Folter der übelsten Sorte, Vergewaltigungen von Babys, Kleinkindern (Mädchen/Knaben), Frauen und Männern, über bestialische, medizinische Versuche bis hin zu Demütigungen, etc. Diese Gräueltaten, die allerdings nicht nur bei Völkermorden geschehen, sondern in jedem Krieg, bescheren einem schon Albträume, wenn man sie nur liest, geschweige denn darüber nachdenkt oder tiefer recherchiert. Es ist unglaublich, zu was für Grausamkeiten einzelne Menschen fähig sind, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Daher ist es wichtig und richtig, dass man all diese Verbrechen nie vergisst und es bleibt zu hoffen, dass irgendwann nach uns mal Generationen kommen, die es schaffen, aus der Vergangenheit zu lernen. Vielleicht …


Steckt in jedem von uns ein (Massen-) Mörder?


All diese Verbrechen der Menschheitsgeschichte sind schlimm, keine Frage und aufs Schärfste zu verurteilen. Trotzdem stellte ich mir zum Schluss dieses Berichtes die philosophische Frage, wäre ich selbst, unter gewissen Umständen, unter Druck oder auf Befehl hin, nicht auch in der Lage zu töten? Und kann es sein, dass in jedem von uns ein (Massen-) Mörder steckt? Ich glaube eher nicht, aber …


Das Trolley-Problem


Haben Sie schon mal vom moralphilosophischen Gedankenexperiment der britischen Philosophin Philippa Foot gehört (Trolley-Problem)? Stellen Sie sich vor, eine Strassenbahn gerät ausser Kontrolle und droht, fünf Personen zu überrollen. Durch Umstellen einer Weiche kann die Strassenbahn auf ein anderes Gleis umgeleitet werden. Doch dort steht eine weitere Person. Darf (durch Umlegen des Hebels) der Tod einer Person in Kauf genommen werden, um das Leben von fünf anderen zu retten? Und was wäre, wenn es 15 Personen wären, um Hundert zu retten? Grundsätzlich würde wohl jeder sagen, ja das darf man. Doch was wäre, wenn das einzelne Opfer das eigene Kind, Mutter/Vater/ Schwester oder die eigene Frau wäre? Es heisst zwar, dass alle Menschen gleich viel wert sind, aber in gewissen Situationen sind manche Menschen für den Einzelnen eben doch wichtiger und wertvoller als andere – kommt darauf an, wer am Hebel sitzt…


Erhaltung der Art


Führt die Erhaltung der eigenen Art also doch dazu, dass jeder von uns, rein philosophisch betrachtet und unter gewissen Umständen, selbst zum Mörder werden könnte? Das Konzept der Arterhaltung ist eine biologische Hypothese, nach der Individuen einer Art mit einer Anlage oder einem «Trieb» ausgestattet seien, die sie veranlassen würden, ihr Verhalten am Interesse ihrer Art auszurichten, um deren Wohlergehen und damit letztlich ihre Existenz zu fördern und zu sichern. Da wird man wahrlich nachdenklich …?


PS: Weltweit werden derzeit rund 360 Millionen Christen wegen Ihres Glaubens verfolgt! Seht euch die Statistik an unter www.opendoors.ch/index/ Es ist echt tragisch, was auf unserer kleinen Welt so abgeht.


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Dany Kammüller, January 20, 2023 7:22 AM