Aktuelles/Blog


Drogen – ein Kampf gegen Windmühlen


Drogen gibt es seit Menschengedenken. Sie wurden/werden als Rauschmittel, für spirituelle Zwecke, in der Medizin etc. verwendet. Einerseits werden sie verteufelt, andererseits hochgepriesen. Aber eines werden sie bestimmt nie, aussterben.


Nach dem Tod des kolumbianischen Drogenbarons, Pablo Emilio Escobar Gaviria, der am 2. Dezember 1993 in Medellin/Kolumbien erschossen wurde, dachte die Welt, nun habe man die Drogenmafia im Griff. Sicher, der Gründer des Medellin-Kartells, «Don Pablo», wie er auch genannt wurde, war damals weltweit der grösste, bekannteste und brutalste Drogenbaron, der als Erster den Handel industrialisierte und damit Milliarden von Dollars verdiente. Doch es war ein Irrglaube anzunehmen, dass man nach Pablos Tod den Drogenmarkt im Griff hatte.


Neuer Rekord

Am 21.10.2022 gab der kolumbianische Präsident, Gustavo Petro bekannt, dass der Kampf gegen die Drogenwelt ein Fehlschlag war. Im vergangenen Jahr erreichte der Anbau von Kokain ein neues Allzeithoch. Die Anbaufläche wurde in der Zeitspane von nur einem Jahr, um 43 Prozent auf 200'000 Hektaren vergrössert. Gustavo Petro schlug daher vor, den Markt staatlich zu regulieren. Dies mit gutem Grund, denn Kolumbien ist vor Peru und Bolivien der weltweit grösste Kokainproduzent. Kokain wird hauptsächlich in die USA und nach Europa exportiert, da dort die Nachfrage am grössten ist.


Angebot und Nachfrage

Die Nachfrage nicht nur an Kokain, sondern auch Heroin, Hanfprodukten, Ecstasy, Crack, Cristal Meth, etc., ist in den westlichen Industrienationen ungebrochen und nimmt ständig zu. Doch bei all den illegalen Drogen darf man eine ganz bestimmte Droge nicht vergessen, die zwar auch einmal verboten war, heute aber auf legaler Basis das am meisten verbreitete Rauschmittel ist und bleibt: Alkohol. Gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sterben weltweit pro Jahr rund 2.8 Millionen Menschen an den Folgen von Alkoholkonsum (!). Der Prokopfkonsum in der Schweiz lag 2020 bei 7.6 Liter reinem Alkohol im Jahr (!). Der weltweite Alkoholumsatz liegt bei circa 1.7 Billionen Euro (Zur Veranschaulichung: Eine Billion sind 1000 Milliarden, eine Zahl mit 12 Nullen!).


Konsumenten

Es sind nicht nur die gestressten Banker, wie viele wohl glauben möchten, die sich ab und zu ihr Näschen mit einem weissen Pülverchen «pudern», sich mit Heroin, Alkohol, etc. betäuben oder mit LSD, Cannabis und Co. versuchen der Realität zu entfliehen. Drogen aller Art , aber vor allem auch "Koks" sind heute, mehr denn je, in allen sozialen Schichten anzutreffen. Von der Hausfrau über, den Strassenarbeiter bis hin zu Ärzten, Polizisten, überforderten Jugendlichen, Lehrern, etc. Und solange der Schwarzmarkt die Szene kontrolliert, solange gibt es auf dem Markt auch keine sauberen Drogen. Dies wiederum führt, nicht nur wegen den Drogen an sich, immer wieder zu lebensgefährlichen Situationen, denn die konsumierten Substanzen werden mit allen möglichen Mitteln gestreckt. Zum Beispiel Kokain wurde schon mit dem Stärkemittel Maizena, über Rattengift bis hin zu Tierentwurmungsmittel (Levamisol), Rohypnol, Valium, Xanax etc. gestreckt. Ein legaler Markt könnte derartige Cocktails verhindern.


Drogenumsatz

Schätzungen der Europäischen Union zu Folge setzen Verbrecherbanden mit illegalen Drogen allein in Europa pro Jahr rund 30 Milliarden Euro um. Am meisten verdienen die Syndikate mit dem Handel von Cannabisprodukten rund 11.6 Milliarden (Mrd) und mit Kokain etwa zehn Mrd. Euro. Weltweit schätzt man den Umsatz mit derartigen Substanzen auf 300 bis 500 Mrd. Dollar. Da sich aber vieles hinter geschlossen Türen abspielt, gibt es keine verlässlichen Angaben.


Drogen, Waffen, Menschenhandel

Fast alle Verbrechersyndikate, die mit Drogen Geschäfte machen, sind auch im Waffen-/Menschenhandel, Geldwäscherei, Immobilien etc. tätig. Man geht davon aus, dass es weltweit rund 25 Millionen Menschen gibt, die von Zwangsarbeit betroffen sind, davon werden etwa 4.8 Millionen sexuell ausgebeutet (die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen). Der Jahresumsatz mit Menschenhandel beläuft sich auf geschätzte 150 Mrd. Dollar. Eine weitere Studie besagt, dass sich 2021 die weltweiten Militärausgaben auf insgesamt 2.11 Billionen US-Dollar beliefen. Da sind der private und illegale Waffenhandel noch nicht berücksichtigt (!). https://de.statista.com


Kampf gegen Windmühlen

Bei meiner Recherche hier handelt es sich um einen klitzekleinen Ausschnitt aus der Welt der Illegalität. Aber nur schon daraus wird ersichtlich, wie hoffnungslos der Kampf der weltweiten Justiz ist. Sicher, es braucht Gesetze und Ordnung in jedem Land. Aber ich denke, es ist an der Zeit, dass gewisse Drogen, mit entsprechenden Auflagen wohlverstanden, legalisiert und die Konsumenten entkriminalisiert werden, denn die Repression hat klar versagt. Mit einer Legalisierung könnten wir der Drogenmaffia die Suppe gehörig versalzen. Ich denke weiter, jeder Erwachsene ab 18 Jahren sollte selbst entscheiden können, welche Drogen er «legal» konsumiert und welche nicht. Jetzt sind neue Wege und Lösungen gefragt. Alles andere ist aus heutiger Sicht ein sinnloser Kampf gegen Windmühlen.


Fazit

Liebe Leser/innen solange man weltweit allein mit Drogen/Waffen- und Menschenhandel, etc. derart viel Geld verdienen kann, solange machen überall (auch in der Schweiz) nicht nur die «Dunkelmänner» eine hohle Hand, sondern auch unzählige Staatspräsidenten, Gesetzeshüter, Politiker, Wirtschaftsbosse, Richter etc. Stellen Sie sich vor, wenn all das Geld, das heute noch illegal ist, plötzlich ganz legal in die Staatskassen fliessen würde? Damit könnte man so manches finanzielle Loch stopfen, AHV/IV/ALK und Co. lassen grüssen. Dabei sprechen wir hier nicht von ein paar «Milliönchen», sondern von Milliardenbeträgen. Es ist ein Fakt, dass in den Ländern und Regionen, wo viel Geld im Umlauf ist, auch viel Drogen konsumiert und umgesetzt werden. Welches ist nochmal der reichste Kanton der Schweiz …? In unserer lieblichen, kleinen, aber reichen Eidgenossenschaft werden pro Tag 13.7 Kilogramm Kokain konsumiert, also rund fünf Tonnen im Jahr (https://zahlen-fakten.suchtschweiz.ch/) Denken Sie mal darüber nach oder auch darüber, dass sich die Justiz nach einer legalen Drogenfreigabe wieder den wirklich wichtigen Dingen zuwenden könnte, statt ein paar harmlose «Drögis» zu jagen.


Mit der Thematik Drogen, könnte man ganze Bibliotheken füllen, daher erhebe ich hier auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Doch ich wollte Ihnen, liebe Leser/innen, einfach mal wieder einen kleinen Denkanstoss vermitteln. Was Sie daraus machen, ist Ihre Sache.


PS: Lesen Sie im Zusammenhang mit dem Thema Drogen auch mein Gedicht «Schwarz auf Weiss» unter dem Reiter Poesie. https://dakapublic.ch/poetry/schwarz-auf-weiss


info@dakapublic.ch


Dany Kammüller, November 21, 2022 12:09 PM