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Stromsparen? Dass ich nicht lache!
Die Schweizer Stromunternehmen verdienten in den vergangenen Jahrzehnten X-Milliarden Franken mit elektrischer Energie. Doch jetzt, wo es anscheinend eng wird, schreit man nach staatlicher Unterstützung. Hohe Politik, die ich so nicht mehr verstehe.
Ein kleiner Einblick in die Geschichte: Ende des 19. Jahrhunderts befand sich die Schweiz, in Sachen Stromversorgung in einer Vorreiterrolle. Bis 1910 wies sie den weltweit grössten Stromverbrauch pro Kopf auf. Nach dem 2. Weltkrieg, erhöhte sich der Bedarf weiter massiv.
Der wirtschaftliche Boom ab den 1960er-Jahren sowie das stetige Bevölkerungswachstum beförderte das Interesse nach Energieträgern. Der pro Kopf Verbrauch verdoppelte sich zwischen 1950 und 1970 von 2054 kWh auf über 4000 kWh und bis 1990 sogar auf fast 7000 kWh. www.energie-experten.ch. Diverse Stromlieferanten verdienten also über Jahrzehnte hinweg viel Geld, sehr viel Geld.
Rettungsschirm?
Jetzt steht anscheinend eine Stromkrise bevor. Um vermeintliche Lieferengpässe zu vermeiden, sollen alle Energie sparen und der Bund (Steuerzahler!) soll für sognannte «Systemkritische Elektrizitätsunternehmen» einen Rettungsmechanismus schaffen. Umgehend machte sich der Bund Mitte April 2022 ans Werk und beriet sich mit grossen Stromkonzernen. Danach reichte die Axpo Holding AG, am 6. September 2022, das Gesuch für eine temporäre Liquiditätsunterstützung ein. Gestützt auf eine Notverordnung, hat der Bundesrat den Rettungsschirm aktiviert und der Axpo einen Kreditrahmen von vier Milliarden Franken zur Verfügung gestellt. https://www.axpo.com. Nach intensiven Debatten nahm auch das Parlament am 30.9.2022 die Vorlage in der Schlussabstimmung an.
Milliardengewinne?
Am 21. Oktober 2022 erreichte uns eine Mitteilung, aus der hervorging, dass Schweizer Kraftwerke im Zeitraum von Januar bis September 2022, mehr als fünf Milliarden Franken durch Stromexporte verdienten! Im Vergleich zu 2020 haben sich die Einnahmen gar fast verfünffacht (!). Exporte? Ich dachte wir müssen sparen, um mögliche Engpässe zu vermeiden (?). Demnach haben wir also doch genug Strom und «Kohle», von wegen Schutzmechanismus? Ich frage mich sowieso, wo die ganzen Gewinne hinflossen, welche die «Systemkritischen Elektrizitätsunternehmen» in den vergangenen Jahrzehnten generierten? PS: Auch 2023 steigen die Strompreise wieder.
Stromsparen!?
Der kleine Bürger soll aber trotz Energieexporten sparen, indem er zum Beispiel nicht mehr so lang duscht, aufs Baden verzichtet, weniger Haushaltsgeräte zum Einsatz bringt, den Backofen nicht vorheizt und die Heizung runterdreht, etc. Der Bund seinerseits setzt sich seit geraumer Zeit (auch mit Subventionen) für die Elektromobilität auf Schweizer Strassen ein, denn Elektrofahrzeuge aller Art sind die Zukunft. Woher der Strom für diese Vehicle dereinst kommt, überlegen wir uns dann, wenn es zu spät ist. «Strom sparen? Dass ich nicht lache!»
Verarscht?
Sorry für meine ungehobelte Ausdrucksweise, aber ich komme mir angesichts der oben erwähnten Fakten doch ein wenig verarscht vor. Klar, es heisst: «Was im Kleinen nicht funktioniert, funktioniert auch im Grossen nicht.» Doch hier sollte man einen Umkehrschluss zur Anwendung bringen und bei den Grossen beginnen. Jenen Gemeinden, die trotz angeblicher Energiekrise nicht auf Ihre bescheuerten Weihnachtsbeleuchtungen verzichten. Kirchen, Museen, Schaufenster und Reklametafeln, welche die ganze Nacht beleuchtet werden müssen. Nicht erst seit dieser vermeintlichen Energiekrise, sondern schon seit Jahrzehnten nimmt die Lichtverschmutzung, sehr zum Schaden der Natur, bei uns stetig zu. Aber wen interessiert das schon, Hauptsache der Rubel rollt. Jedem das Seine und mir das Meine. Vergessen sind Schillers Worte (Rütlischwur), die besagten: «Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern (sorry und natürlich LGBTQ!) in keiner Not uns trennen und Gefahr. Wir wollen frei sein, wie die Väter waren, eher den Tod, als in der Knechtschaft leben. Wir wollen trauen auf den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.» Oder vor der Macht der Energiekonzerne, Stromlieferanten und Politikern, welche die Stimmen des eigenen Volkes nicht mehr hören, hören wollen und verstehen…
Fazit
Mir ist bewusst, dass diese Thematik weitaus komplexer ist, als ich sie hier dargestellt habe. Aber ich bin ja auch kein Experte, sondern ein einfacher, kleiner Bürger, der sich ab und zu Gedanken macht. Gedanken über Gott und die Welt und ich denke, dass viele Sorgen und Nöte auf dieser Welt hausgemacht sind. Sprich, irgendjemand findet immer einen Grund, mit dem er uns Angst machen kann, um seine Ziele durchzusetzen oder zu erzwingen. Fakt ist, wenn die Menschen Angst haben, sind sie - in welcher Form auch immer - am empfänglichsten für Lug und Trug, Verschwörungen, etc. Wenn Sie Zeit und Musse haben, denken Sie mal darüber nach …
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Dany Kammüller, December 16, 2022 6:30 AM