Aktuelles/Blog
Ich bin ein Allesfresser und Sie?
Lieber Leser/innen, ich startete den Versuch, mir ein Bild zu machen über die Entwicklung der Menschheit im Zusammenhang mit ihrer Ernährung. Zudem stellte ich mir die Frage, wie wir zu dem wurden, was wir heute sind.
Die Evolution des Menschen begann vor rund sieben Millionen Jahren, so genau weiss man das nach wie vor nicht, auf jeden Fall lange bevor die Bibel geschrieben- und uns das Märchen von Adam und Eva aufgetischt wurde. Man geht davon aus, dass unsere Vorfahren ihren Ursprung in Afrika hatten und vom Affen abstammen. Den bislang ältesten, «menschlichen» Schädel fand man in Zentralafrika (Tschad).
Vom Affen zum Menschen
Also vor etwa sieben Millionen Jahren spaltete sich der Mensch von seiner tierischen Verwandtschaft ab, und es entstand über Jahrmillionen eine eigene Spezies, vom Australopithecus anamensis, Homo rudolfensis, Homo erectus, Homo neanderthalensis bis hin zum Homosaphiens, etc. Was uns in unserer Entstehung hauptsächlich vom Affen unterschied, war unser Hirn, das um einiges grösser war und sich schneller entwickelte. Dieses Wachstum wurde unteranderem von unserer Nahrung beeinflusst.
Vom Pflanzen – zum Fleischfresser
Nach heutigem Wissens- und Kenntnisstand ist der Homosaphiens weder ein reiner Fleischfresser noch ein reiner Pflanzenfresser, sondern ein Allesfresser. Vor etwa zwei bis drei Millionen Jahren begann er nebst Pflanzen und Früchten auch mit dem Verzehr von Fleisch. Fleisch weist eine hohe Nährstoffdichte, Kohlenhydrate, Proteine und Fette auf und lieferte dem Menschen damals wichtige Energie, die seine körperliche sowie geistige Entwicklung begünstigte. Gewisse Affen fressen heute noch Fleisch.
Ohne Fleisch kein Preis
Neben der Veränderung der Anatomie befähigte das Hirnwachstum unsere Vorfahren mit der Zeit zur Entwicklung der Sprache und ermöglichte ebenso komplexeres soziales Verhalten. Unser Ernährungsstil hat sich also seit Millionen von Jahren bewährt. Es ist ein Fakt, dass sich der Mensch ohne den Verzehr von Fleisch niemals so fortschrittlich entwickelt hätte. Auch heute liefert Fleisch dem Körper noch wichtige Nährstoffe und Mineralien. Schon mit einer geringen Menge Fleisch können eine Vielzahl lebenswichtiger Nährstoffe aufgenommen werden.
Zurück zum Pflanzenfresser?
Viele Menschen sind heute der Meinung, dass der Verzehr von Fleisch unseren Körper negativ beeinflussen könnte, daher entstanden verschiedene, neue Nahrungsmodelle. Vom Flexitarier bis hin zum Frutarier.
Flexitarier und Pescetarier
Die Flexitarier auch «Teilzeitvegetarier» genannt versuchen den Fleischkonsum bewusst zu reduzieren. Sie essen nur selten Fisch, Fleisch oder Wurstwaren. Die Pescetarier essen kein Fleisch, verzehren jedoch Fisch, Eier und Milchprodukte.
Vegetarier
Der Durchschnittsvegetarier isst Eier und Milchprodukte, streicht aber jegliche Form von «totem Tier» von seinem Menüplan. Neben diesen Ovo-Lacto-Vegetariern gibt es Ovo-Vegetarier, die Eier essen, aber auf Milchprodukte verzichten, und Lacto-Vegetarier, die zwar Milch, Käse und Joghurt zu sich nehmen, aber Eier meiden. Wer streng vegetarisch lebt, lehnt auch Lebensmittel ab, die tierische Produkte wie Gelatine enthalten (z. B. Fruchtgummi).
Veganer
Veganer verzichten komplett auf tierische Produkte. Neben Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten, meiden sie auch Honig. Selbst bei der Kleidung achten sie auf die Wahrung von Tierrechten und ethischen Prinzipien bei der Produktion. Leder, Seide und Schafwolle, sowie Farbstoffe und Kleber, die aus tierischen Stoffen gewonnen werden, lehnen sie ab. Insekten werden – je nach Möglichkeit – geschont.
Frutarier
Sie wollen nicht, dass Pflanzen ihretwegen leiden, also essen sie beispielsweise Fallobst und Nüsse, Beeren, Getreide und Samen, da diese Nahrungsmittel für sie schon bei der Ernte abgestorben sind. Ausgeschlossen werden hingegen Knollen, Blätter oder Wurzeln sowie Lebensmittel tierischen Ursprungs.
Der Markt floriert
Es gibt viele Menschen, die auf die fleischlose Welle aufsprangen. Der Handel reagierte postwendend und brachte unzählige Produkte auf den Markt, um die Gelüste der neuen Kundschaft zu befriedigen. Da gibt es alles Mögliche und Unmögliche an imitierten Waren. Von der veganen Wurst, über Steaks, Döner, Poulet, bis hin zur veganen Damenbinde und Tampons (kein Witz). Es ist den wenigsten bewusst, dass viele vegane (Fertig-) Produkte reiner «Junkfood» sind und alles andere als gesund. In vielen Waren hat es viel zu viel Salz und Zucker. In einigen Erzeugnissen wurde gar Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen. Zur Gruppe der MOAH können krebserregende Verbindungen gehören. Gesunde Ernährung sieht anders aus.
Rückentwicklung?
Es stellt sich daher die Frage, ob unsere Vorfahren in Sachen Nahrungsaufnahme am Ende intelligenter waren als ein Teil der Neuzeitmenschen, zumal unsere Urahnen, im Gegensatz zu heute, ihre Produkte durchwegs frisch herstellten. Die Historie unserer Vorfahren hat gezeigt, dass eine ausgewogene Nahrungsaufnahme, bestehend aus frischen Pflanzen, Früchten und Fleisch, etc., unsere Weiterentwicklung begünstigte. Daher stellt sich am Ende auch die Frage, ob die moderne Nahrungsaufspaltung möglicherweise bei einem Teil der Menschheit zu einer Rückentwicklung führen könnte. Eine Frage, deren Auflösung sich wohl erst nach ein paar weiteren Tausend Jahren zeigt; sofern es die Erde, so wie wir sie kennen, dann noch gibt.
Fazit
Ich bekenne mich zum Allesfresser. Und Sie? Trotzdem esse ich nicht täglich Fleisch. Ich liebe auch Salat, Gemüse, Eier, Milchprodukte, Cerealien, etc. Was ich allerdings nicht mag, sind vermeintliche Weltverbesserer, die einem von ihrem Nahrungsmodell überzeugen wollen. Ich denke, dass eine ausgewogene Nahrung – von allem ein wenig – aber von nichts zu viel – zu einem gesunden Leben beiträgt. Mir ist egal was andere tun oder lassen und ich verurteile niemand, der, aus welchen Gründen auch immer, dies und jenes nicht essen will. Daher zitiere ich auch hier gerne meine Lieblingszitate, die da lauten: «Leben und leben lassen» und «Jedem das Seine».
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Dany Kammüller, February 17, 2023 3:32 PM