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Der Mensch - Marco Rima
Ich kenne Marco Rima seit rund 30 Jahren. Ich lernte ihn im Zuge meiner Arbeit als Journalist kennen und schätzen. Ich habe selten in meinem Leben einen so liebenswürdigen, offenherzigen, ehrlichen, intelligenten und bodenständigen Menschen kennengelernt wie ihn.
Was soll man über Marco Rima schreiben, was nicht schon geschrieben wurde? Was soll man über ihn sagen, was nicht schon gesagt wurde? Während seiner Karriere erklomm er die höchsten Höhen in der Welt des Showbusiness. Er wurde hochgejubelt, mehrfach ausgezeichnet. Er galt lange Zeit als einer der besten Komiker im deutschsprachigen Raum. Selbst im nahen Ausland feierte er grosse Erfolge. Er hat wirklich alles erreicht, was man in seinem Metier erreichen kann, und trotzdem flippte er nie aus, er blieb immer auf dem Boden. Er ist immer einer von uns geblieben. Ein Star zum Anfassen. Ihm war nichts zu viel, wenn er jemandem eine Freude bereiten konnte und war immer zur Stelle, wenn man ihn brauchte oder etwas von ihm wollte. Hey Marco, bitte noch schnell ein Interview, aber es eilt. Marco bitte, bitte noch eine Unterschrift hier, noch husch eine Widmung auf einer CD und ein Foto dort, alles kein Problem. So ist nicht nur der Star, sondern auch der Mensch Marco Rima.
Das erste Mal
Ich erinnere mich noch gut an unsere erste Begegnung. Ich war noch nicht lange in der Medienwelt tätig, als ich ihm dereinst anrief und fragte, ob ich ein Interview mit ihm machen dürfe. «Ja, klar Dany, kein Problem, weisst du wo ich wohne?» Er lud mich zu sich nach Hause ein. Wow! Ich schwitzte und hatte feuchte Hände, als ich vor seiner Haustür stand und klingelte. Als er öffnete stand der grosse Star mit einer zu weiten Trainerhose, einem T-Shirt und barfuss vor mir. Die Begrüssung war ungezwungen, offen und herzlich. «Komm rein, was magst du trinken, Lust auf ein Stück Kuchen?» Der Bann war gebrochen und ich nicht mehr ganz so nervös. Es folgten viele weitere, berufliche und private Begegnungen. Ich hatte das grosse Privileg, dass ich nicht nur den Star und Showman kennenlernen durfte, sondern auch den Privatmann und den Mensch.
Business
Nach meinem ersten Zusammentreffen kreuzten sich unsere Wege immer wieder. Er lud mich zu all seinen Shows ein, stellte uns für die Zeitung immer sehr grosszügig Tickets zur Verfügung, für Verlosungen. Klar profitierten wir auch voneinander, da ich in der Zeitung über ihn berichtete, seine neuen Programme vorstellte, Kritiken schrieb, Interviews machte und so weiter, das gehörte zum Business. Aber im Gegensatz zu vielen anderen aufstrebenden Stars und Sternchen, die ich im Zuge meiner Arbeit noch kennenlernen durfte, blieb Marco ein Profi, der seines Gleichen sucht. Während andere nach ihren Shows nicht einmal mehr wussten, wie ich heisse, begegnete er mir von Anfang an bis heute mit Achtung, Empathie und Respekt. Auch das zeichnet den Menschen Marco Rima aus. Zudem förderte er auch viele junge Nachwuchskünstler, die dank ihm heute dort sind, wo sie sind.
Ein spezieller Moment
Aber wie dem auch sei, als ich 1995 erneut bei Marco anklopfte und ihn fragte ob ich nach seiner Show («Keep Cool») noch ein paar Fotos mit Fans schiessen kann, meinte er: «Ja, klar, komm nach der Vorstellung zu mir in die Garderobe, dann besprechen wir das.» Das tat ich und als ich dort ankam, stand sein damaliger Manager vor der Türe und fragte mich: «Bist du angemeldet?» Dann hörte ich wie Marco im Hintergrund rief: «Wer ist es, der Dany? Komm rein.» Dann stand ich vor ihm, er war splitterfasernackt. Ich wusste vor lauter Verlegenheit nicht, wo ich hinsehen soll. Er lachte herzhaft und meinte, ich bin gleich so weit. Auch in diesem speziellen Moment stand nicht der Star vor mir, sondern der Mensch, wie ihn Gott erschaffen hat. 😊
Die Jahre vergingen
Nach «Keep Cool» folgten weitere Shows, vom Comedy-Musical Hank Hoover, über Think Positive, No Limits, Time Out, ein weiteres Comedy Musical - Die Patienten, Humor Sapiens, etc., etc. bis hin zum heutigen aktuellen Programm mit dem Titel «Ich weiss es nicht». Er produzierte Kinofilme (Achtung fertig Charly, Liebling lass uns scheiden etc. etc.), nahm CD’s und DVD’s auf, hatte eigene Fernsehshows und spielte in diversen Filmen mit. Es wäre müssig hier all seine Erfolge im Einzelnen aufzuzählen, zumal es auch den Rahmen dieses Berichtes sprengen würde. Seine Erfolge kannten keine Grenzen. Allein sein Comedy-Musical «Hank Hoover sahen in der Schweiz und Deutschland 170’000 Zuschauer bei «Keep Cool» waren es gar 500'000. Das sind Erfolge, von denen andere nur träumen können. Die Jahre zogen dahin und Marco feierte weiter Erfolg auf Erfolg. Seine Auftritte waren immer restlos ausverkauft. Er war im Olymp der Comedy-Szene. Und trotz allem blieb er ein Mensch, wie du und ich.
Die Welt brach entzwei
Dann kamen die Schicksalsjahre, 2020/2021. Zwei Jahre, welche die Welt veränderten und in Gut und Böse entzweite. Zwei Jahre, in denen ganz normale Menschen zu Bestien wurden und die sozialen Medien, zu asozialen Medien verkamen, in denen jeder schreiben konnte, was er wollte, und sei es noch so unsachlich und primitiv. Marco trug, wie viele andere, die Corona-Massnahmen des Bundes grundsätzlich mit. Er hatte aber nach einer gewissen Zeit auch den Mut, gewisse politische Begebenheiten und Entscheide zu hinterfragen. Er wandte sich an die hohe Politik, um Antworten zu erhalten, die er aber nicht erhielt. Er lud Leute ein, um mit ihnen zu reden, zu diskutieren, aber sie kamen, entweder nur zögerlich oder gar nicht. Warum wohl? Es war eben viel einfacher wild drauflos zu dreschen, statt mit sachlichen und klaren Fakten zu argumentieren und zu diskutieren. Seine Gegner taten alles Mögliche und Unmögliche, um ihn zu diskreditieren. Was ihnen stellenweise leider auch gelang.
Verdrehte Berichterstattung
Diverse, sensationsgeile Medien berichteten fast täglich über ihn. Man verhöhnte ihn und stellte ihn als Trottel der Nation hin. Selbst ehemalige Freunde und Berufskollegen, die nicht selten von ihm profitierten, kehrten ihm plötzlich den Rücken zu und beteiligten sich schadenfreudig am «Rima-Bashing». Man legte ihm Dinge in den Mund, die er so nie gesagt hat oder man verdrehte seine Aussagen und setzte sie falsch wieder zusammen. So wurden viele Menschen arg in die Irre und hinters Licht geführt. Und obwohl nirgends so viel gelogen wird, wie in den (Sozialen) Medien, glauben die Menschen eben nur das, was sie sehen, hören und glauben wollen und nicht das, was wirklich Sache ist und war. Alles, was zählte waren die Schlagzeilen, die sich gut verkauften und die Klicks in den Online-Medien. Das widerspiegelt (mit wenigen Ausnahmen) den Charakter der heutige Medienwelt.
Was hat er denn getan?
Ich frage sie liebe Leser/innen, was hat Marco getan, dass man so mit ihm umsprang. Er hatte bei gewissen Begebenheiten eine andere Meinung, doch das ist in einer Demokratie mit freier Meinungsäusserung absolut legitim, ja gar wünschenswert. Wir leben in der Schweiz und nicht in Russland, China oder Nordkorea. Auch bei Abstimmungen sind viele Menschen jeweils nicht gleicher Meinung. Stellen Sie sich vor, man würde vor einem Urnengang so mit seinen politischen Gegnern agieren? Sie sagen jetzt vielleicht, das ist nicht das Gleiche? Doch genau das ist es! Marco hat auch Fehler gemacht, aber irren ist bekanntlich menschlich. Doch im Gegensatz zu allen anderen, hatte er die Grösse sich zu entschuldigen, doch das überging man ganz bewusst. Etliche Vollpfosten fanden es viel «geiler» ihn als «fettes Schwein, Impfschwurbler oder Drecksack» zu betiteln. Aber keiner von all denen hatte später gleichfalls den Mut und die Zivilcourage, sich bei ihm zu entschuldigen, Gründe dafür gab/gibt es zuhauf.
Rima - Spalter
Ich verbrachte in den Corona-Jahren viel Zeit mit Marco. Und glauben Sie mir, mein damaliges Wissen zum Thema Corona, das ich mir im Zuge meiner Arbeit aneignete, war nicht schlecht, doch nur wenige Menschen (inkl. Ich) hatten diesbezüglich ein so ausgeprägtes, breitgefächertes, aktuelles Fachwissen wie Marco. Er war immer auf dem neuesten Stand. Da er aber viele Sachen eben nicht verstand und wusste, stellte er halt Fragen. So auch in seiner Satire-Serie «Rima-Spalter - Podcastr», die vom 23. Mai 2021 bis am 28. Februar 2022, beim Nebelspalter erschien. Wie oft sagte er dort: «Ich weiss es nicht!» Und weil er vieles, wie zuvor erwähnt, eben nicht wusste, informierte er sich, wo er nur konnte.
Der Profi
Er informierte sich bei den Massnahmen-Befürwortern und -Gegnern. Er sprach mit Spezialisten, Virologen, Ärzten, Politikern, Forschern, etc. und Im Gegensatz zu vielen anderen wusste er immer, was hüben wie drüben Sache ist. Er war eben auch in dieser Hinsicht ein Profi. Er wollte alles ganz genau wissen, damit er entsprechend informiert war und auf erneute Angriffe reagieren konnte. Er sprach sich beispielsweise nie gegen die Impfungen aus, was ihm viele fälschlicherweise in den Mund legten, sondern er sprach sich gegen den «Impfzwang» aus, und das ist in Gottes Namen nicht das Gleiche. Das war nur ein Beispiel von vielen, bei dem man ihn ganz bewusst missverstehen wollte. Man machte ihn zum Bauernopfer auf dem Schachbrett (Schlachtfeld) der Nation.
Verbrecher
In dieser ganzen Corona-Schlammschlacht wurde aber nicht nur Marco angegriffen, sondern auch seine Familie. Sie wurden bedroht, mit hasserfüllten, anonymen Briefen und E-Mails aufs primitivste zugetextet. Sie wurden gar mit dem Tod bedroht und all das, meine Damen und Herren, ist absolut unterste Schublade. Ich frage mich, was das für armselige, feige Trottel waren, die nicht einmal den Mut aufbrachten, den Rimas ihre Meinung ins Gesicht zu sagen. Typen, die solches tun, sind keine Menschen im herkömmlichen Sinne, sondern schlicht und ergreifend Verbrecher der übelsten Sorte. Ich hoffe, dass diese dereinst zur Rechenschaft gezogen werden können.
Wie der alte Winkelried
Marco hingegen ist noch immer der gleiche, liebenswürdige, gradlinige, bodenständige und ehrliche Mensch, der er schon immer war. Er hat heute vielleicht ein paar graue Haare mehr und die eine oder andere Falte in seinem Gesicht wurde ein wenig tiefer. Aber menschlich hat er sich nicht verändert, sondern die Welt hat sich verändert, teilweise leider nicht zum Guten. Marco hatte den Mut, der vielen fehlte, um ganz genau hinzusehen und auch die Courage, hinzustehen und Fragen zu stellen. Damit brach er, wie dereinst der gute alte Winkelried, eine Lanze für die ganze Nation, auch wenn das vielen nach wie vor nicht bewusst ist oder sie es einfach nicht wahrhaben wollen. Die Coronajahre 2020/2021 waren eine wirklich üble Zeit und ich hoffe, dass wir das in dieser Form nie wieder erleben müssen.
Danke Marco
Doch wie dem auch sei, auch mir ging es in diesen zwei Corona-Jahren bis heute gesundheitlich nicht sehr gut und im Gegensatz zu vielen anderen war Marco (nebst ein paar wenigen Freunden, die ich an drei Fingern abzählen kann) immer für mich da. Er holte mich oft aus meiner Lethargie, nahm mich mit ins Studio, zum einen oder anderen Ausflug und zeigte bis heute Verständnis für mich und meine Situation. Er munterte mich auf und brachte mich zum Lachen, obwohl es mir manchmal zum Weinen zumute war. Er spielte Tischtennis mit mir, lud mich auswärts oder privat zum Essen ein oder zu einem Kaffee in der Stadt. Er war ein Freund, als ich einen Freund brauchte. Dafür danke ich ihm an dieser Stelle von ganzem Herzen. Danke Marco für deine Freundschaft, deinen Respekt, dein Verständnis und deine Menschlichkeit. Menschlichkeit ist das, was heute vielen Menschen fehlt.
Klimakleber
Nach dem Corona – Debakel ging die Hetzjagd weiter. Nach Marcos Publikation zum Thema Klimagegner hagelte es erneut Schlagzeilen. Sein satirischer Song mit dem Titel «Klimakleber» sorgte bei vielen für rote Köpfe. Er mache sich lustig über andere Kulturen und er wünsche den Klimagegnern den Tod, weil er ein Kinderlied mit einem neuen satirischen Text versah. Anstatt «Zehn kleine Negerlein» - sang er über «Zehn kleine Klimakleber.» Man warf ihm in diesem Fall auch sogenanntes «Blackfacing» vor: (Die Darstellung schwarzer Menschen durch dunkel geschminkte weisse Menschen), weil er sich als «Person of Colour» verkleidete. Ich denke, dass ein Komiker/Satiriker das darf.
Politisch korrekt?
Aber auch Winnetou und Rastalocken waren plötzlich nicht mehr salonfähig. Als die Schweizer Band «Lauwarm» im Sommer 2022 in Bern ein Konzert abbrechen musste, weil ein paar unterbelichtete Besucher sich daran störten, dass die Band jamaikanische Musik spielte und weisse Bandmitglieder Dreadlocks trugen, war die halbe Schweiz über diesen Konzertabbruch empört. Man warf der Band kulturelle Aneignung vor (was gelinde gesagt ein absoluter Blödsinn ist). Doch als Marco das Gleiche tat, empörten sich ein paar Armleuchter über ihn, obwohl er zu den Ersten gehörte, die begriffen, dass die kulturelle Aneignung nicht zu verwechseln ist mit der kulturellen Anerkennung. Zudem, wenn man in dieser Angelegenheit schon politisch korrekt sein will, muss man ehrlicherweise auch zugestehen, dass grundsätzlich jede Verkleidung eine kulturelle Aneignung ist. Aber da ist eine andere Geschichte.
Neustart
Marco Rima hat während dem ganzen Corona-Schlammassel ein paar Freunde und Fans verloren, auf der anderen Seite aber genauso viele neu dazugewonnen. Er und seine Familie mussten wohl viel erdulden, aber sie gaben nie auf, hielten zusammen und standen nun gemeinsam, wie Phönix aus der Asche, wieder auf. Der Neuanfang hat bereits begonnen. Marco war und ist nach wie vor ein grossartiger Mensch, der unseren Respekt verdient und nicht unsere Häme. Und jene, die nun glauben, dass sie ohne Fehl und Tadel sind, mögen jetzt aufstehen und den bekannten, ersten biblischen Stein werfen …
Marco Rima auf Tournee
Seit Anfang Juni 2022 ist Marco mit seinem neuen Programm «Ich weiss es nicht» wieder auf Tournee, welche die Zuschauer überraschen und zum Lachen bringen wird. Lust auf gute Laune? Marco schenkt sie euch. Zudem präsentiert er seinen Fans auf YouTube wöchentlich jeweils am Sonntag eine kleine, aus dem Leben gegriffene, satirische Serie, unter dem Titel Übrigens…, die ich Ihnen ebenfalls sehr empfehle. Dort und in seiner neuen Show macht er das, was er als Komiker, Satiriker und Sänger schon immer tat. Er bringt die Zuschauer zum Lachen, zum Nachdenken und zum Zuhören. Weitere Infos, sowie Tickets für seine aktuelle Show/Tournee, siehe im Internet unter: www.marcorima.ch; www.ticketcorner.ch
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Dany Kammüller, March 17, 2023 10:43 AM