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Viel Glück im neuen Jahr! Doch was ist Glück?
Gegen Ende Jahr hin wünschen sich die Menschen gegenseitig jeweils viel Glück fürs neue Jahr. Ist das nur eine formelhafte Redewendung? Man sagt es halt, weil es höflich ist oder weil man den Mitmenschen ja grundsätzlich nichts Böses wünscht? Doch was ist Glück? Eine Frage, die nicht so einfach zu beantworten ist.
Die Definition von Glück lautet gemäss dem Soziologen Ruut Veenhoven, eine Koryphäe der Glücksforschung: «Glück ist der Grad, in dem ein Mensch mit der Qualität seines eigenen Lebens zufrieden ist. Also das Mass, in dem man das eigene Leben mag. Es kommt darauf an, wie wir selbst die Dinge beurteilen.» Das heisst also im Grossen und Ganzen, dass Glück individuell ist, denn jeder definiert Glück für sich anders, oder um es mit den Worten von Appius Claudius Caecus, dem römischen Konsul der Jahre 307 und 296 v. Chr. zu sagen: «fabrum esse suae quemque fortunae» - jeder sei der Schmied seines Glücks».
Eigenverantwortung?
Ja, grundsätzlich ist jeder für sein eigenes Glück verantwortlich. Doch ist die Formel tatsächlich so einfach? Darüber hat sich schon der altgriechische Philosoph Aristoteles den Kopf zerbrochen als er meinte: «Glückseligkeit (Eudaimonie) ist das vollkommene und selbstgenügsame Gut und das Endziel des menschlichen Handelns, wobei damit gutes Leben und Handeln gleichgesetzt werden. Und Platon, einer der einflussreichsten Denker der abendländischen Philosophie, behauptete, dass der Mensch nur glücklich sein kann, wenn die drei Teile der menschlichen Seele, Vernunft, Wille und Begehren im Gleichgewicht sind.
Forschung
Seit Menschengedenken stellte man sich also die Frage, was ist Glück. Die Förderung individuellen menschlichen Glücks ist heute gar Gegenstand spezifischer Forschung und Beratung unter neurobiologischen, medizinischen, soziologischen, philosophischen und psychotherapeutischen Gesichtspunkten. So weit, so gut, doch nebst der Frage wie man glücklich sein kann, stellt sich die ebenso wichtige Frage, wie man das Glück bewahren kann?
Des Glückes eigener Schmied?
Bin ich wirklich allein für mein Glück verantwortlich? Oder spielen da noch andere Faktoren mit? Wie sieht mein Glück aus? Nun, von meiner eigenen, subjektiven kleinen Warte aus betrachtet bin ich glücklich, wenn ich gesund bin, geliebt werde, in Frieden und mit Freude leben kann, es allen Lebewesen gut geht und ich auch finanziell keine Sorgen habe. Doch wie konserviere ich dieses Glück?
Weltfrieden?
Vielleicht kann ich mein Glück bewahren, indem ich versuche zum allgemeinen Weltfrieden beizutragen. Ich weiss, das ist ein hochgesteckter, frommer Wunsch, dessen Ziel wir vielleicht nie erreichen. Doch was nützt mir mein momentanes Glück, wenn Morgen eine Bombe auf mein Haus fällt, ein Krieg ausbricht, ich einen Unfall habe, die Arbeit verliere, etc?
Was tun?
Also frage ich mich auch, was kann ich zum Weltfrieden beitragen? Vielleicht, indem ich immer wieder versuche menschlich zu sein und zu bleiben. Oder indem ich mein Glück, in welcher Form auch immer, mit denen teile, die nicht so viel Glück haben wie ich. Nun, Glück kann also alles oder nichts sein, kommt darauf an, wo man im Leben steht, wie man fühlt, sich verhält, denkt und handelt. Ich habe viele Stunden über diesem Text gebrütet. Ich habe meine Meinung hinterfragt, neu formuliert, wieder überdacht, noch weiter und tiefer recherchiert, mich eingelesen und gelangte trotzdem nicht wirklich zu einer für mich schlüssigen Antwort. Darum meine Frage an Sie, wie definieren Sie Glück?
Ihre Meinung interessiert mich
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Dany Kammüller, December 31, 2022 9:50 AM