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Wer wird Stadtpräsident (in) von Zug?
Am 27. November findet in der Stadt Zug ein zweiter Wahlgang statt. Es geht um das Amt des Präsidenten, nachdem der amtierende FDP-Politiker, Karl Kobelt, seinen Rücktritt verkündete. Zwei Personen stellen sich zur Wahl: SP-Kantonsrätin Barbara Gysel und SVP-Stadtrat Andrè Wicki. Beides erfahrene Politiker. Beide verfügen über ein grosses, durchaus beachtenswertes politisches Palmarès. Spannend! Denn es ist, ob man will oder nicht, quasi ein Klassenkampf links gegen rechts.
Im ersten Wahlgang am 2. Oktober 2022, hatte Gysel die Nase vorn, wenn auch nur knapp (95 Stimmen). Sie legte vor: 4036 gegen 3941 Stimmen für Wicki. Fakt ist, die bürgerliche Allianz, bestehend aus FDP, SVP, und die Mitte wird ein Päckchen schnüren. Aber auch die Linken lassen sich nicht lumpen und steigen mit der SP, Alternative die Grünen (CSP) und eventuell auch mit der Wundertüte GLP ins Rennen. GLP? Eine Partei, die selbst heute noch immer nicht weiss, wohin sie sich stellen soll? Zu den Grünen oder den Liberalen? Aber das ist eine andere Geschichte.
Frauenallianz?
Ein wichtiges Faktum bei der Nachwahl vom 27. November, dürfte - sofern sie parteiübergreifend zustande kommt – die Allianz der Frauen sein. Barbara Gysel könnte, nach 670 Jahren (1352), die erste Stadtpräsidentin in der Geschichte des Standes Zug werden. Daher würde es mich nicht wundern, wenn es quer durchs politische Beet auch abtrünnige, bürgerliche Frauen geben könnte. Aber Wicki wäre auch der erste SVPler, der dieses Amt, nach der mittlerweile dritten Kandidatur, innehätte.
André Wicki
Was spricht für Wicki? In erster Linie die Tatsache, dass er ein gemässigter SVPler ist. Also kein Hardliner. Andrè ist mit der Stadt Zug verwurzelt, er liebt seine Heimat und setzt sich schon seit Jahren mit Vehemenz für sie ein. Er ist nicht der, der zwingend immer im Rampenlicht stehen muss, er ist eher ein stiller, aber kompetenter, zielgerichteter Schaffer (ein Büetzer). Und genau diese Charaktereigenschaften zeichnen ihn aus. Er sucht den Dialog zwischen allen Fronten und das wiederum macht ihn sehr sympathisch. (https://www.wickizug.ch/)
Barbara Gysel
Aber auch Gysel verfügt über derartige Eigenschaften. Sie ist nicht laut, aber auch nicht leise. Konzentriert, faktisch, analysierend, fachlich belesen und kompetent. Sie ist ein sehr umgänglicher Mensch mit einem guten politischen Überblick, der gerade in der heutigen Zeit nicht zu unterschätzen ist. (https://barbaragysel.ch/). Sie fragen sich vielleicht, wie ich wähle? Gar nicht, denn ich bin kein Stadt-Zuger. Aber wenn ich wählen könnte, würde ich in diesem Fall (sorry lieber André) für Barbara stimmen. Ob ich deswegen ein Linker bin? Nein, ganz gewiss nicht! Ich bin weder links noch rechts und ich sehe mich auch in keiner anderen bestehenden Partei. Ich müsste wohl erst eine gründen, doch dazu habe ich keine Lust, wie Ueli Maurer («Kei Luscht»).
Aber wie dem auch sei, das ist meine persönliche, subjektive Betrachtung der bevorstehenden Stadtpräsidenten – Wahl in Zug. Und keine Angst liebe «Kolinstädtler», eure Gemeinde wird, wegen einer linken Politikerin, nicht rot, aber sie würde ein klein wenig weiblicher und das, meine Damen und Herren, stünde auch den Hauptstädter gut zu Gesichte. Info@dakapublic.ch
Dany Kammüller, November 4, 2022 9:44 AM