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Wer oder was ist Gott?
Die Frage, ob Gott existiert oder nicht, hat sich vermutlich wohl jeder schon mal gestellt. Gibt es tatsächlich ein Wesen, welches das Universum, unser Sonnensystem, die Erde und die Menschen, Tiere, Pflanzen, etc. erschaffen hat? Ich begab mich auf die Suche nach Antworten.
Gibt man bei Internet-Suchmaschinen den Begriff Gott ein, erscheinen zwischen 217 (Google) bis 230 Millionen Einträge (Yahoo). Allein schon diese Tatsache zeigt auf, dass sich schon sehr viele Menschen mit dieser Thematik befasst haben müssen. Da ich weder ein Theologe noch ein Wissenschaftler bin, versuchte ich den Fragen nach Gott mit meinen eigenen Gedanken ein kleines Stück weit auf den Grund zu gehen.
Wer oder was ist Gott?
Als ich mich mit der Thematik «Gott» befasste, stellte sich für mich als erstes die Frage, wer, was oder wo ist Gott? Ist er ein körperloses Astralwesen, ein überirdisches-, übernatürliches- oder ausserirdisches Alien? Ich meine das nicht despektierlich, sondern fragend, denn da Gott anscheinend noch niemand gesehen hat, weiss man auch nicht wie er aussieht, was er ist und woher er kam. Vielleicht gibt es, wenn man fest an ihn glaubt, Momente, in denen man ihn spürt, in welcher Form auch immer?
Woher kam Gott?
Ich fragte mich auch, seit wann existiert Gott? Woher kam er? Entstand er zusammen mit dem Urknall und war plötzlich einfach da? Quasi als Oberhaupt und Gründer des Universums, das Urwesen allen Seins? Demnach war er schon da, als es noch nichts gab? Doch wenn es nichts gab, wäre Gott ja auch noch nicht dagewesen, oder? Doch aus nichts kann meiner Meinung nach auch nichts entstehen oder wachsen. Ohne Wasser kein Leben, ohne Huhn kein Ei. Doch was war nun zuerst da, das Huhn oder das Ei? Geht es nach der Bibel, so erschuf Gott am sechsten Tag die Landtiere und die Menschen, demnach war das Huhn wohl doch zuerst da.
Gotteskinder?
Eine weitere Frage, die sich mit auftat, war, ob Gott vielleicht auch Eltern hat und es neben ihm auch eine Göttin gibt, mit der er Nachwuchs zeugte. Doch wer wären diese Kinder und wieviel gäbe es von ihnen? Vielleicht sind alle Lebewesen im weiten Universum Gotteskinder und daher göttlich? Aber ich denke auch, dass ein einzelnes Wesen doch unmöglich für das ganze Universum zuständig sein kann. Doch wie dem auch sei, eines steht für mich, nebst all diesen Fragen fest, es gibt in den Weiten des Universums noch anderes Leben, das ist so klar wie Klossbrühe, doch das ist eine andere Geschichte.
Gotteslästerung
Zum Glück leben wir nicht mehr im Mittelalter, sonst hätte man mich wohl aufgrund meiner hier gestellten Fragen längst verhaftet, gefoltert, gerädert an den Pranger gestellt oder wegen Blasphemie auf dem Scheiterhaufen verbrannt (Anmerkung: Der Ausdruck «Blasphemie» stammt aus dem Griechischen und heisst so viel wie schmähen, lästern. Heute findet das Wort ausschliesslich Verwendung als Fachbegriff für die Gotteslästerung).
Gott und die Wissenschaft
Lässt sich die moderne Wissenschaft mit dem religiösen Glauben vereinen? Ich denke wohl eher nicht. Warum? Ich formuliere es mal so: Wissenschaft schafft Wissen, Realitäten, Fakten und Tatsachen. Der Glaube indes beruht auf dem Willen zu glauben. Doch Glauben heisst nicht wissen. So schrieb dereinst der Oxforder Evolutionsbiologe Richard Dawkins in seinem Buch «Der Gotteswahn»: «Glaube ist «blind», eine Wahnvorstellung, aber die Wissenschaft beruht auf Belegen». In der Theologie hingegen bezeichnet man die Gottheit als ein übernatürliches Wesen, das über eine grosse und nicht naturwissenschaftlich beschreibbare transzendente Macht verfügt. Demgegenüber steht jedoch wiederum die Wissenschaft, die besagt: «Was nicht ist, kann nicht sein.»
Supranaturalismus
Supranaturalismus ist in Theologie und Philosophie als metaphysischer (Metaphysik ist eine Grunddisziplin der Philosophie) Standpunkt die Annahme einer Existenz von Übernatürlichem: das heisst von Strukturen oder Objekten, die nicht Teil der sinnlich wahrnehmbaren Welt der Dinge sind, sondern dieser zugrunde liegen oder sie überschreiten. Diese «zweite Seite der Welt» verweist auf den Begriff der Transzendenz (Grenzüberschreitung). In etwa diesem Sinne hat auch der deutsche Philosoph Immanuel Kant den Ausdruck Supranaturalismus verwendet, meint damit aber vor allem, dass die genannte Voraussetzung ein erkenntnistheoretisches Fundament darstellt. Im (protestantischen) Christentum ist mit Supranaturalismus im engeren Sinne die Annahme einer göttlichen Offenbarung gemeint, deren Gehalt den menschlichen Verstand übersteigt, aber dennoch erfahrbar ist. (Quelle: wikipedia.org)
Wo stehe ich jetzt?
Nachdem ich mich über eine Woche intensiv mit der Thematik Gott befasste, stehe ich wieder am Anfang oder, um es mit den Worten von Albert Einstein zu sagen: «Je mehr ich weiss, desto mehr erkenne ich, dass ich nichts weiss.» Doch was ich persönlich glaube, ist, dass es zwischen Himmel und Erde noch ganz viele Dinge gibt, die wir weder mit der Wissenschaft noch mit dem Glauben faktisch belegen oder erklären können. Ich selbst glaube aber, dass es höhere Mächte gibt, die, in welcher Form auch immer, über uns stehen. Vielleicht sind es die Seelen der Verstorbenen, die über uns wachen? Eine schöne Vorstellung. Oder vielleicht ist die Kraft, die von allen Lebewesen im Universum ausgeht, eine gemeinsame, göttliche Macht und immer, wenn irgendwo etwas Schlechtes geschieht, verliert diese Kraft an Macht und wenn Gutes passiert, nimmt sie wieder zu. Es läge dann an uns, dass die Waagschale auf die richtige Seite ausschlägt? Ob es so ist? Ich weiss es nicht, doch müssen wir wirklich immer alles wissen…?
Fazit
Es gibt zahllose Bücher und unzählige Schriften, die sich mit dem Thema Gott und Glauben beschäftigen. Was dabei fassbar ist, ist die Namensgebung dieses Wesens. Bei uns heisst es Gott, Schöpfer oder Herr, etc, bei anderen Religionen Allah oder «Wakan Tanka» (Grosser Geist) etc. Doch im Endeffekt meinen alle bekannten Weltreligionen ein und dasselbe Wesen, nur mit dem Unterschied, dass deren Vertreter auf Erden, also die Religionsstifter (Jesus, Mohammed, etc.) die vermeintlichen Gottesgebote stellenweise anders interpretierten. Eine Tatsache, die leider immer wieder zu Religions-/ Glaubenskriegen führte. Also genau das Gegenteil von dem, was man meiner Meinung nach mit dem Glauben eigentlich erreichen w(s)ollte, nämlich das Streben und Erhalten der ewigen fünf Grundwerte: Liebe, Friede, Wahrheit, Einheit und Freiheit. Ich denke, man kann über dieses Thema endlos philosophieren und immer, wenn eine Frage, hüben wie drüben, vermeintlich beantwortet ist, tauchen im Hintergrund 100 weitere auf. Also wer oder was ist Gott? Ich weiss es nicht, denn Antworten fand ich eigentlich keine, sondern nur noch weitere Fragen …
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Dany Kammüller, January 6, 2023 3:00 PM