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Oh du stille Nacht
Ende Jahr ist für viele Menschen die Zeit der Besinnung, der Ruhe, des Innehaltens, der Freude und des Rückblicks. Für andere jedoch ist es die Zeit der Hetze, des Geldes, des Konsums, der Ausschweifungen und ab und zu des Streits und Krieges. Und was bedeutet das Jahresende für Sie? Lesen Sie im folgenden Bericht ein etwas anderer, leicht satirisch, ironischer und stellenweise sarkastischer Weihnachtstext.
Alle Jahre wieder kommt der Rausch des Geldes auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind. Kehrt mit seinem Wahnsinn ein in jedes Haus, geht auf allen Wegen mit uns ein und aus. Ist auch dir zur Seite, gestresst und wohlbekannt, dass er treu dich leite, durch das Warenland.
Leise rieselt der Taler der Geldsack wird immer schmaler. Weihnachtlich glänzen nur die Kassen, darauf kannst du dich verlassen. In den Herzen ist's nicht warm, still schweigt weder Kummer noch Harm, die Sorgen des Lebens sind kalt, das freut weder jung noch alt. Bald ist heilige Nacht, Chor der Häscher erwacht, hört nur wie furchtbar es schallt, aus dem finsteren Winterwald.
Darum macht zu die Tür und die Tor nicht weit, denn es kommt ein Despot in Herrlichkeit. Er glaubt er sei König aller Königreich, ja gar ein Heiland aller Welt zugleich, der Leid statt Leben mit sich bringt und dabei ein Lied des Todes singt. Er glaubt er sei ein Weiser, ein Schöpfer reich von Rat. Doch sein Wort ist nichts wert, wenn er mit Panzern durch fremde Länder fährt. Sein Königskorn ist weder Heiligkeit, sein Zepter nicht Barmherzigkeit, da er die Not nicht zu Ende bringt, ihm daher auch keiner ein Liedchen singt. Denn nur gelobet sei unser Gott, nicht bestückt mit fremdem Waffenschrot. Unser Heiland ist gross von Tat, daher verzichten wir wohlweislich auf des Tyrannen Rat.
Doch kälter die Glocken nie klingen als zu der Weihnachtszeit, es ist als ob Bomben singen, Lieder von Kriegen und Leid. Wie sie gesungen in eiskalter Nacht ungestüm und unbedacht. Raketen mit furchtbarem Klang, fliegen der Erde entlang! Und wenn Schlachtrufe klingen, ob sie das Christkind wohl hört, wenn sie vom Himmel dann schwingen, eilig hernieder zur Erd'? Segnet den Vater, die Mutter das Kind, denn Schreie mit furchtbarem Klang, klinget der Erde entlang! Klinget mit traurigen Schallen über die Meere noch weit, dass sich keiner erfreue an seliger Weihnachtszeit Alle dann weinen mit klagendem Sang und der Glocken stummer Klang, erklingen dann nicht mehr der Erde entlang.
Stille Nacht, heilige Nacht, warum ist die Menschheit noch nicht aufgewacht? Warum nur macht sie die Augen zu und schläft da genüsslich in himmlischer Ruh? Stille Nacht heilige Nacht, ob Gottes Sohn hier wirklich noch lacht, wenn er sieht, was die Menschheit mit der Erde macht? Da schlägt uns auch keine rettende Stund und kein Engel aus fern noch nah singt uns ein fröhliches Halleluja. Christ der Retter ist da? Das glaube ich erst, wenn ich es mit eigenen Augen sah.
Oh du fröhlich Selige, ich wünsch mir für die Ewigkeit ne’ gnadenbringende Weihnachtszeit, Welt ging zwar verloren, doch dafür ward uns Christ geboren. Er ist uns erschienen, um uns zu versühnen. Himmlische Heere jauchzen ihm Ehre: Darum freuet, ja freuet euch öffnet die Augen und steht auf, denn es ist Zeit für Frieden und mehr Menschlichkeit…
Hinweis
Der Text setzt sich, nebst der einen oder anderen persönlichen Änderung von mir, aus den folgenden Weihnachtsliedern zusammen: Alle Jahre wieder, Leise rieselt der Schnee, Macht hoch die Tür, Süsser die Glocken nie klingen, Stille Nacht und Oh du fröhliche.
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Dany Kammüller, December 23, 2022 3:14 PM