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Digitale Verarschung – Was ist echt und was «Fake»


Die digitale Welt brachte viele Produkte hervor, die uns das Leben erleichtern. Aber unser ganzes Handeln wird in der heutigen Zeit durch die digitale Welt beherrscht. Nichts funktioniert mehr ohne Computer, Künstliche Intelligenz, Algorithmen und so weiter. Wohin führt der digitale Weg der Zukunft und wie unterscheiden wir zwischen echt und falsch (Fake)? Gute Frage.  

 

Der erste Grossrechner wurde 1942 von der US-Armee in Auftrag gegeben. Dieser war zehnmal 17 Meter und wog 27 Tonnen. Stellen Sie sich vor, Sie müssten sich heute ein solches Ungetüm ins Wohnzimmer stellen (😊). Undenkbar! 1975 wurde der erste Personal-Computer (PC), mit dem Namen «Altair 8800», als Bausatz vorgestellt. Der Rest ist Geschichte. Der Computer eroberte die Welt im Sturm. Heute steht in praktisch jedem Haushalt mindestens ein Rechner. Nichts, aber auch gar nichts funktioniert mehr ohne Computer.

 

Rasende Entwicklung

Die Rechner, die wir heute kennen, haben mit dem Ur-Computer nicht mehr viel gemein. Die neueste PC-Generation (Tablet) sind leichter als ein Buch und unsere Mobil-Telefone finden in der Hosentasche Platz. Die PC’s wurden nicht nur immer kleiner, sondern auch schneller und leistungsfähiger. Zudem gibt es für jedes Problemchen eine App oder ein Programm und die ganze Welt ist miteinander vernetzt.

 

Die Möglichkeiten

Nur ein kleines, banales Beispiel: Früher sass unsere Oma auf einem Stuhl oder dem Sofa mit einem hölzernen Kaffeemahlwerk, das ein knackendes Geräusch von sich gab, als die Bohnen zu Kaffeepulver gemalt wurden. Danach brühte sie Wasser auf, gab den Kaffee in einen Papierfilter von «Melitta» und goss heisses Wasser darüber. Der Kaffee tröpfelte gemächlich in eine Kanne. Heute haben wir die Möglichkeit vom Büro aus via Handy einen Kaffee zu machen, der auf die Sekunde genau bereitsteht, wenn wir Nachhause kommen. Fast alles ist heute technisch möglich und fast nichts unmöglich. Das da gewisse Generationen nicht mehr mithalten können, ist nur verständlich. Auch ich stosse immer öfter an Grenzen.

 

Fake-Welt

Kürzlich las ich einen Artikel, in dem es um die moderne Modewelt ging. Darin wurde beschrieben, wie man heute in der Branche tickt. Pro Jahr entwirft eine «Fast-Fashion-Marke» mehr als 20 Kollektionen. Im Luxusbereich etwa sechs. Doch Fakt ist, diese Kleider existieren gar nicht und auch die Models, welche die Kleider präsentieren, sind nicht mehr echt, sondern digital hergestellte «Avatare» (grafische Darstellung einer Person). So zieren zum Beispiel die beiden «Top-Models» Noonoouri und Shudu Gram Titelseiten von Modezeitschriften, posieren für Luxusmarken und sind bei renommierten Agenturen unter Vertrag. Dabei gibt es sie nur virtuell. Krass! (https://fivmagazine.de/virtuelle-influencer) Sehen Sie genau hin, diese Models unter dem oben stehenden Link sind nicht echt!

 

Perfekte Welt

In der modernen Welt der Bits und Bytes ist alles perfekt und was nicht perfekt ist, wird perfekt gemacht. Es gibt heute etliche Konsumenten, die sich Kleider kaufen, die es ebenfalls nicht gibt. Wie ist das möglich? Man nehme ein eigenes digitales Foto, sende dieses an eine Agentur, die das Foto bearbeitet. Dort steckt man dich in ein nichtexistierendes Outfit (Kleider, Schuhe, Makeup etc.). Dann schickt man dir das gefakte Bild für einen gewissen Betrag zurück (ab 30 bis 10'000 Dollar). Danach nimmst du das «Fake-Foto» und platzierst es auf Facebook, Instagram oder wo auch immer und kannst damit mächtig angeben. Selbstverständlich werden auch all deine Falten, Akne, krumme Nase, Bauch, Busen und Po etc. retuschiert, damit auch aus dir ein perfektes, digitalisiertes Model wird. Diesen «gefakten» Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Du fährst einen Lamborghini, Wasserski oder erklimmst den Mount Everest. Du besuchst Orte, an denen du nie warst und nie sein wirst. Du kaufst dir Sachen, die du nie haben wirst, etc. etc. Man gaukelt uns immer mehr eine Welt vor, die real gar nicht existiert.    

 

Vorbilder

Für viele junge Menschen wurden diese «Avatare» (künstlichen Menschen) zu Vorbildern. Sie wollen auch so aussehen. Eine glatte, porenfreie Haut ohne Fehler, eine perfekte Figur, eine Wespentaille, schöne Fingernägel, grössere oder kleinere Brüste, runde Augen, volle Lippen etc. Dafür hungern sich junge Frauen halbtot und schlucken reihenweise irgendwelche Pillen. Bei den Herren der Schöpfung sind viel (Anabole Steroide) Muskeln gefragt, ein «Sixpack», coole Frisuren, die besten, trendigsten Turnschuhe und so weiter und so fort. Für die Selbstoptimierung geben Jugendliche und junge Erwachsene heute viel Geld aus. Und etliche Mütter und Väter eilen diesen Trends gleichfalls hinterher und werden so zu «gefakten» Vorbilder ihrer Kinder.

 

Fazit

Wohin steuert die digitale Welt von Morgen? Übernehmen die Maschinen bald das Zepter in der Arbeitswelt und der Gesellschaft. Steuern wir uns selbst ins Abseits? Ich weiss es nicht. Aber was ich mit Bestimmtheit weiss ist, dass die digitale Welt, nebst den positiven Aspekten, auch sehr viele Gefahren in sich birgt. Schon ein Sonnensturm kann Satelliten erheblich beeinträchtigen, was verheerende Folgen nach sich ziehen kann. Zudem vernachlässigen wir auch persönliche Kontakte und Programmabstürze und Cyberkriminalität werden gleichfalls weiter zunehmen etc., etc. Ich denke, wir sollten uns vermehrt Gedanken machen über unser Tun. Irgendwann fliegt uns die ganze digitale Welt um die Ohren und wird zu einem nicht aufhaltbaren Bumerang, der uns dereinst mit voller Wucht an den Kopf donnert. Banken, Satelliten (GPS-Systeme), Telekommunikation, Börsen, Politik, Spitäler (Gesundheitswesen), Militär, Geheimdienste, Medien, Private alle sind miteinander vernetzt. Ich glaube nicht, dass das auf Dauer gut geht. Und Sie?   

 

Musiktipp der Woche

 

Mal wieder ein (oder besser zwei) gute alte Oldies von:

Creedence Clearwater Revival (CCR)

 

https://www.youtube.com/watch?v=YpozyJk-ttc

 

https://www.youtube.com/watch?v=zUQiUFZ5RDw

 

 

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Dany Kammüller, May 19, 2023 2:27 PM