Aktuelles/Blog


Sommer, Sonne Badestrand


Das Wetter der vergangenen Tage trieb die Menschen zu Tausenden in die Badeanstalten oder an den Strand. Was man an so einem Badetag alles erlebt, ist stellenweise einfach köstlich.

 

Schon am frühen Morgen strömen vorwiegend Einheimische Richtung Badestrand, um sich die besten (Schatten-) Plätze zu sichern, bevor die Armada aus sonnenhungrigen Auswärtigen sich vor der Kasse in einer immer länger werdenden Schlange staut. Ich denke, in den vergangenen Jahren fand ein Umdenken statt und ein Grossteil der Bevölkerung eifert nicht mehr nur der Sonne nach (der Hautkrebs lässt grüssen) sondern man nimmt vermehrt die Schattenplätze in Beschlag. Aber es gibt sie nach wie vor, jene Unverbesserlichen, die sich trotz schneeweisser Haut schon am ersten Tag an die pralle Sonne legen.

 

Die Krebsroten

Man erkennt sie sofort, jene «Bleichgesichter», die der Badeanstalt den ersten Besuch abstatten, sich aber gern eine vermeintlich «gesunde» Bräune auf der Haut wünschen. Daher legen sie sich genüsslich und unbedacht ins gleissende Sonnenlicht. Zu allem Übel vergessen oder verzichten etliche von ihnen, sich den heute mehr als notwendigen Sonnenschutz auf den Körper zu schmieren. Zwei Stunden später zeigen sich dann erste leichte Verbrennungen. Vier bis sechs Stunden später steht ihre Haut im Vollbrand. Na, dann mal gute Nacht, denn das kann sehr schmerzhaft sein, wenn man nicht einmal mehr ein Leintuch auf dem Körper erträgt und gesund ist das weiss Gott auch nicht.

 

Die Familienbande

Eine andere Spezies sind die Familienclans, die zwischen sich und anderen Badegästen für eine vermeintlich klare Grenze sorgen. Hier ein Badetuch, auf dem keiner liegt und dort ein Spielzeug, mit dem niemand spielt, einfach um klarzustellen, dass dieser Platz besetzt ist und es ja keiner wagt, in ihre Nähe zu kommen. Mit Argusaugen kontrollieren sie immer mal wieder «ihr Revier» und schrecken nicht davor zurück, anderen Gästen auch mal verbal mitzueilen, dass es hier eben keinen Platz mehr hat.

 

Die Bettelkinder

Bei den Bettelkindern handelt es sich nicht um Bettler im herkömmlichen Sinne, die jeweils in der Stadt, auf ihren Handorgeln stundenlang die gleiche Melodie spielen. Nein, hier sind es zwängende, kleine Rabauken, die ihren Eltern die Hölle heiss machen, wenn Sie nicht sofort (!) ein Glacé, Pommes-Frites oder eine Bratwurst erhalten. Mamiiii! Papiiii! Ich will, ich will, ich will. Früher hiess das noch bitte oder ich hätte gern, aber heute sind dies Floskeln aus grauer Vorzeit. Die oft merklich überforderten Eltern geben dem Drängen der kleinen «Bade-Piraten» meist sichtlich genervt und am Ende Ihrer Geduld nach, weil sie sich vor den beschämten Blicken und Kommentaren der anderen Gäste fürchten. Tja liebe Eltern, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans bekanntlich nimmermehr…

 

Die Aufreger

Eine andere spezielle Gruppe sind jene, die sich über alles und jeden aufregen. Ein böser Blick, wenn ihnen spielende Kinder zu nahekommen. Ein ärgerliches Kopfschütteln, wenn der Herr Nachbar zu laut redet und sich damit Aufmerksamkeit erhaschen will – na ja, vermutlich hört dem zu Hause keiner zu 😊. Dann gibt es da noch die inoffiziellen, selbsternannten Sheriffs, die nebst dem Bademeister eine nicht autorisierte Überwachungsrolle einnehmen und hier und dort für Recht und Ordnung sorgen. Die muss man einfach machen lassen und nicht beachten. Die sind nämlich weniger wichtig, als sie sich selbst nehmen.

 

Die Spiegelaffen

Bei den Spiegelaffen handelt es sich meist um Männer, die den ganzen Herbst, Winter und Frühling auf diesen Moment warten, an dem sie in der Badeanstalt ihre «Sixpacks» präsentieren können. Stellenweise können sie vor lauter Muskeln kaum noch richtig gehen und kommen mit abstehenden Armen daher, wie John Wayne in seinen besten Zeiten. Solche Typen sehen im ersten Moment zwar furchteinflössend aus, sind aber grundsätzlich sehr harmlos, auch wenn man ihnen ab und zu aus dem Weg gehen muss, weil sie glauben, dass dort wo sie gingen, schon bald kein Gras mehr wächst.

 

«Sexyhexi»

Die eine oder andere Frau mag sich an den muskelbepackten Typen erfreuen, ist ja auch ihr gutes Recht, denn wir Männer ergötzen uns ja auch an all den Reizen, die gewisse Damen zur Schau stellen. Hier mal ein Kopfdreher und dort ein verstohlener Blick hinter der Sonnenbrille, wer mag es einem vergönnen, wenn man(n) einem braungebrannten, schlanken, kurvenreichen «Sexihexi» nachblickt. Pfeifen ist heute ja verboten (Catcalling – sprich Katzenrufen) und kommt auch bei der eigenen Partnerin (sofern sie dabei ist) nicht gut an. Doch Blicke kann oder sollte einem keiner verbieten. Liebe Damen und Herren, wie heisst es doch so schön: «Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht und Leiden schafft. Also lassen Sie sich gegenseitig leben.

 

Die Normalos

Das sind jene Badegäste, die sich mehr oder weniger um nichts und niemanden scheren. Die einfach kommen und gehen, nicht auffallen und sich benehmen, wie es sich gehört. Die den Teller im Restaurant abräumen und den Tag bei Sommer, Sonne und Badestrand geniessen, am Abend zufrieden nach Hause gehen und in der Nacht gut schlafen und süss träumen (von was oder wem auch immer 😊).

 

Musiktipp

Was passt hier besser als der folgende Song? Ja, ich weiss, Sie wussten schon was jetzt kommt! https://www.youtube.com/watch?v=wvUQcnfwUUM

 

Ihre Meinung interessiert mich

Kommentare, Kritiken, Meinungen sind zu richten an: info@dakapublic.ch Ihre Einsendungen werden nicht veröffentlicht und werden ausser mir von niemandem gelesen. Wenn Ihnen gefällt, was Sie hier auf meiner Homepage lesen, sagen Sie es weiter, wenn nicht, dann auch.


Dany Kammüller, July 14, 2023 9:44 AM