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Mütter: Die wahren Heldinnen der Geschichte!


Gab es früher mehr Held/innen als heute? Oder gibt es sie überhaupt noch? Wenn ja, wo finden wir sie? Bei der Arbeit? Im Sport? Der Wissenschaft? Und wer bestimmt, wer ein Held ist und wer nicht? Ich denke, die wahren Helden der Gesellschaft sind tagtäglich unter uns. Doch wir sehen sie nicht, weil heute bei vielen Zeitgenossen alles selbstverständlich ist.

 

Wikipedia definiert Held/in wie folgt: «Ein Held ist eine Person, die eine Heldentat, also eine besondere, ausseralltägliche Leistung vollbracht hat. Dabei kann es sich um reale oder fiktive Personen handeln, um Gestalten der Geschichte aber auch aus Legenden, Sagen oder fiktiven Werken. Seine Fähigkeiten können von körperlicher Art (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, etc. oder geistiger Natur sein (Mut, Aufopferung, Tugendhaftigkeit etc.).

 

Helden der Geschichte

In der Menschheitsgeschichte gab es immer wieder Helden. Die bekannteste Begebenheit war wohl der Kampf des kleinen Davids, der den übergrossen Krieger der feindlichen Philister, Namens Goliath, mit einer Steinschleuder tötete. Und einer der bekanntesten Schweizer Helden war Arnold Winkelried, der in der Schlacht bei Sempach, im Juli 1386, den Heldentot starb, indem er ein Bündel der Habsburger Lanzen packte und sich damit selbst aufspiesste. So öffnete er eine Bresche für seine Mitstreiter, die danach das Heer der Habsburger vernichteten. Winkelrieds letzte Worte sollen gelautet haben: «Sorget für mein Weib und Kinder» und «Der Freiheit eine Gasse!».

 

Apropos «Weiber»

Von wegen «Sorget für mein Weib und Kinder.» Die wahren Heldinnen der Geschichte waren eigentlich schon immer die Frauen/Mütter, die auch ohne Männer zuhause für Kind und Haus sorgten. Wie heisst es doch so treffend: «Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau.» Daher ist mehr als tragisch, dass in der Geschichtsschreibung nur wenige Frauen zu Heldinnen erkoren wurden. Ruhm und Ehre ernteten meist nur die Männer. Was nicht heissen soll, dass es keine Heldinnen gab. Zum Beispiel die französische Nationalheldin Jeanne d’arc, die mit einer mutigen Tat den 100-jährigen Krieg beendete. Oder Florence Nightingale legte den Grundstein zur modernen Pflegewissenschaft und war Reformerin des Sanitätswesens. Rosa Luxemburg eine herausragende Vertreterin demokratisch-sozialistischen Denkens und Handelns in Europa. Mutter Teresa eine indische Ordensschwester und Missionarin, die bekannt wurde durch ihre Arbeit mit Armen, Obdachlosen, Kranken und Sterbenden, etc. etc.

 

Die wahren Heldinnen

Es ist leider so, dass die Arbeit der Frauen und Mütter vielerorts immer unter den Scheffel gestellt und praktisch nie gewürdigt wurde. Obwohl sie «summa summarum» die grössten Lasten zu tragen haben. Sie bringen uns unter argen Schmerzen zur Welt, die kein Mann aushalten würde. Sie ertragen unser Geschrei, wenn wir noch Babys sind, stehen mitten in der Nacht auf, um uns zu stillen und zu beruhigen, damit der Mann morgens ausgeschlafen zur Arbeit kann. Sie erzählen uns Geschichten, wenn wir nicht schlafen können und vertreiben die bösen Monster unter dem Bett. Sie erziehen uns, lernen uns laufen und sprechen. Sie wechseln unsere Windeln, kochen, backen, putzen, stricken, nähen, stopfen, waschen, bügeln, räumen auf, kaufen ein, machen die Betten, decken den Tisch und räumen ihn ab, lesen den Herren der Schöpfung jeden Wunsch von den Augen ab, büffeln mit den Kindern bei den Hausaufgaben und spielen mit ihnen. Sie bringen den Kompost und den Müll aus dem Haus, giessen die Pflanzen, entsorgen das Leergut, enteisen das Kühlfach. Sie gehen an Elternabende in der Schule, wenn der Mann zu müde ist (oder keine Lust hat), sie dekorieren unser Heim, damit wir uns wohl und geborgen fühlen. Sie umsorgten uns, wenn wir krank sind, rennen mit uns zum Arzt, wenn wir ein Wehwehchen haben, lauschen unseren Sorgen und Nöten, trösten uns beim ersten Liebeskummer, wischen unsere Tränen weg und nehmen uns in den Arm und, und, und sind und waren immer für uns da.

 

Undank ist der Welten Lohn

Es gibt heute sicher auch andere Familienmodelle, aber der Schwerpunkt in Heim und Erziehung liegt nach wie vor mehrheitlich bei den Frauen. Doch dafür erhalten sie weder eine Auszeichnung, eine Medaille, Respekt, Dank und selten ein Lob. Man(n) betrachtet diese Leistungen als selbstverständlich. Doch wehe, wenn eine Frau mal zusammenbricht, weil sie nach jahrelanger Hingabe, Aufopferung und Plackerei einfach nicht mehr kann, dann heisst es lapidar, sie war der Aufgabe nicht gewachsen…Tja, Undank ist bekanntlich der Welten Lohn (leider). Beachten Sie in diesem Zusammenhang den Artikel unter nachfolgendem Link:

https://www.dakapublic.ch/blog/burnout--rasante-gefhrliche-entwicklung-

 

Fazit

Ich mag es grundsätzlich nicht, wenn man die Geschlechter gegeneinander ausspielt, das ist Kinderkram aus vergangenen Zeiten und was in der Vergangenheit geschah, können wir eh nicht ändern. Was wir aber schon längst hätten ändern können ist, dass wir die Frauen als gleichwertige Individuen betrachten. Die maskuline Herrscherzeit ist passé, also sorgen wir dafür, dass Frauen für die gleiche Arbeit endlich auch den gleichen Lohn erhalten, ihre Arbeit im Haushalt besser gewürdigt wird, auch und gerade finanziell. Zudem müssen wir sie zwingend besser vor gewalttätigen Männern schützen. Ein Mann, der seine Frau schlägt, unterdrückt, vergewaltigt, etc. hat in unserer Gesellschaft nichts verloren, sondern gehört weggesperrt oder ausgewiesen. Und der vermeintliche «Herr des Hauses» muss in Erziehung und Haushalt mehr leisten. In der Schweiz wünscht sich fast jedes zweite Paar eine gleichwertige Rollenteilung, aber nur bei jedem zehnten Paar wird das zur Realität (Bundesamt für Statistik). Liebe Leser/innen, die Zukunft der Gleichberechtigung hat vorgestern begonnen, nehmen wir sie an, damit sie allen gerecht wird und niemand mehr unterdrückt, misshandelt und benachteiligt wird. Wir haben es in der Hand, wir alle können die Geschichte neu schreiben.

 

Musiktipp zum Thema

 

Maria Wiethaler: Mama, ich liebe dich!

https://www.youtube.com/watch?v=UrAIBkb9IDg

 

The Kelly Family – Mama

https://www.youtube.com/watch?v=IODst9HTRvI

 

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Dany Kammüller, August 4, 2023 8:54 AM