Aktuelles/Blog
Stille Nacht! Scheinheilige Nacht?
Stirbt das Licht der Hoffnung bald aus? Oder ekennen wir doch noch einen Lichtschimmer am Horizont? Bild: Dany Kammüller
So, haben wir es wieder einmal geschafft und die Festtage mehr oder weniger gut hinter uns gebracht. Der Alltag holte uns wieder ein und wir haben das vermeintlich normale Leben wieder unter den Füssen, die uns durchs Leben tragen.
Liebe Leser/innen, ganz ehrlich, freuen Sie sich in der heutigen Zeit wirklich noch auf die Feiertage zwischen Weihnachten und Neujahr? Ich meine so richtige Freude, abgesehen davon, dass wir ein paar freie Tage haben. Ich verstehe durchaus, dass sich Kinder auf das Christkind freuen, obschon auch hier wohl die Geschenke im Vordergrund stehen und nicht das Fest der Liebe als solches. Ich denke, für viele Menschen bedeuten diese Festtage doch einfach nur Stress hoch zehn. Die Mutter steht nur noch in der Küche, um die Familie und die Verwandtschaft zu bekochen. Der Vater muss sich, während Mutters Abwesenheit, eingehend mit den Kindern beschäftigen, obwohl er eigentlich viel lieber seine Ruhe hätte und nach einem anstrengenden Jahr einfach gern mal die Füsse hochlegen möchte.- C'est la vie.
Tage wie andere auch
Ich glaube schon, dass es Menschen gibt, die das «Fest der Liebe» noch mit Freude zelebrieren, aber ich denke auch, dass diese Spezies in der heutigen Zeit eher dünn gesät ist. Für mich sind diese Tage, aus persönlichen Gründen, wie alle anderen auch. Meine Frau und ich schenken uns daher seit Jahren nichts mehr zu diesem Fest, viel lieber tun wir das hin und wieder unterm Jahr, wenn wir was Schönes sehen, von dem wir wissen, dass sich der Partner darüber freut oder sich schon lange gewünscht hat. Oder wie wäre es mit einer gelegentlichen, kleinen Aufmerksamkeit. Zum Beispiel einem Blumenstrauss, denn wann, meine Damen und Herren der Schöpfung, haben Sie unterm Jahr ihrem/ihrer Partner/in zuletzt ganz spontan Blumen in seiner/ihrer Lieblingsfarbe geschenkt, sofern Sie dessen Lieblingsfarbe noch wissen? Nicht zum Mutter-, Geburts- oder Valentinstag, etc., sondern einfach so? Oder wie wär’s mit einer Süssigkeit in Herzform und einem kleinen Kärtchen. Sie müssen keinen Roman dazu schreiben, ein Wort reicht. Danke!
Sprichwörtliche Bombenstimmung
Ich denke, dass es jedem Menschen, der sich für das Leben auf Mutter Erde interessiert nicht egal sein kann, dass selbst zum Fest der Liebe in der Ukraine, in Israel oder sonst wo, eine sprichwörtliche Bombenstimmung vorherrscht. Während wir hier mit Glanz und Gloria Weihnachten feiern, sterben dort Menschen einen sinnlosen Tod, in einem sinnlosen Krieg, weil irgendein paar grössenwahnsinnige Trottel einfach nichts, aber wirklich auch gar nichts aus der Menschheitsgeschichte gelernt haben. Gerne würde ich diesen Idioten mal sagen, dass man mit Reden weiterkommt als mit Bomben, aber wer hört schon auf einen kleinen Journalisten oder einen möglichen Friedensstifter? Panzer, Haubitzen, Kampfflugzeuge und Gewehrkugeln sind anscheinend effizienter als Worte. Meine Augen füllen sich mit Tränen, mit Tränen der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit, denn wie soll man die Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt, aufrechterhalten, wenn uns tagtäglich Nachrichtenbilder vom Gegenteil überzeugen?
Menschlichkeit?
Ein Tier tötet nie aus Hass, sondern weil es Hunger hat und nur durch die Jagd überleben kann. Von diesem Standpunkt aus betrachtet sind Tiere also menschlicher als der Mensch selbst, denn was macht die Menschlichkeit aus? Gelehrte und Philosophen sagen dazu: «Menschlichkeit wird meist als die positive Einstellung gegenüber den Mitmenschen gesehen. Eigenschaften wie Empathie, Rücksicht, Achtsamkeit, Toleranz und Respekt gegenüber anderen Menschen machen die Menschlichkeit aus. Sie kommt dann zum Ausdruck, wenn ein Mensch einen anderen versteht und mitfühlt.» Kriegstreibende Menschen haben auch Hunger, Machthunger und sie töten aus reiner Habgier, Hass, ohne Mitgefühl und ohne Verstand. Wie kann es sonst sein, dass ein Mensch mit klarem Verstand hingeht und einem Kind, deinem Kind (!), einer Mutter oder einem Vater etc. eine Schusswaffe an die Stirn hält und gnadenlos abdrückt? Da frage ich mich schon, Mensch wo blieb deine Menschlichkeit?
Waffen statt Diplomatie
Und welchen Beitrag zu mehr Menschlichkeit leisten wir? Wir liefern Waffen statt Worte der Diplomatie und lassen zu, dass solche Schwachköpfe immer weiter morden und Unglück über uns bringen. Aber es gibt/gab seit Menschengedenken leider immer wieder An-«Führer» und blökende Schafe, die aus reiner Angst und Panik dem Hirtenhund nachlaufen und lauthals «Siegheil» schreien. Gott, oh Gott, wenn es dich gibt, warum lässt du das immer noch zu? Warum …? Wie schön wäre es doch, wenn das Zitat des amerikanischen Schriftstellers Carl Sandburg, aus dessen epischen Gedichtes «The People, Yes» dereinst zur Realität wird: «Stell dir vor es wäre Krieg und keiner geht hin.»
Musiktipp
«Ave Maria» von «Secret Garden & Cathrine Iversen», erschien 2021. Das Original stammt von Franz Schubert aus dem Jahr 1825 und heisst eigentlich «Ellens dritter Gesang» und ist eines von sieben Liedern, die Schubert auf der Grundlage von Texten des schottischen Dichters Walter Scott komponierte. Die Texte stammen aus dem Gedicht «The Lady of the Lake», das von Adam Storck ins Deutsche übersetzt wurde. Das Lied wurde 1826 als Teil von Schuberts Opus 52 veröffentlicht.
https://www.youtube.com/watch?v=I6q72bwl2GM
Eure Meinung interessiert mich
Kommentare, Kritiken, Meinungen sind zu richten an: info@dakapublic.ch Eure Einsendungen werden nicht veröffentlicht und werden ausser mir von niemandem gelesen. Wenn euch gefällt, was ihr hier auf meiner Homepage lesen könnt, sagt es weiter, wenn nicht, dann auch.
Dany Kammüller, January 5, 2024 12:13 PM