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Friede – Freude – Eierkuchen? Denkste!
Reichen Sie sich gegenseitig die Hände und begraben Sie Ihre Kriegsbeile. Bild: Pinterest
Hallo Leute, na wie geht’s, wie steht’s? Alles im grünen Bereich? Oder sind auch Sie gerade in irgendeiner Form von einem Krieg betroffen? Oder gehören auch Sie zu den Menschen, die sich den Weltfrieden herbeiwünschen?
Aktuelle Lage 2022: Gemäss der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) an der Universität Hamburg gab es 2022 insgesamt 55 Kriege und Konflikte weltweit. Davon waren 37 grössere Kriege mit 10’000 oder mehr Todesfällen. Die meisten dieser Kriege und Konflikte fanden in Afrika und Asien statt, aber auch in Europa, Amerika und Ozeanien gab es gewaltsame Auseinandersetzungen. Die Zahl der jährlichen Konflikte ist seit 1946 deutlich angestiegen, vor allem durch zivile Konflikte und Bürgerkriege.
Die häufigsten Gründe
Die meisten Gründe für kriegerische Auseinandersetzungen sind Streitigkeiten um Ressourcen, Territorien oder Bevölkerungen, die oft mit Machtvergrösserung oder Hegemonie (Vorherrschaft etc.) zu tun haben. Aber auch Unterschiede in Sachen Kultur, Religion sowie soziale, politische oder wirtschaftliche Ungleichheiten oder Ungerechtigkeiten können zu Konflikten führen.
Ideale Vorbilder
Es hat meiner Meinung mit einer gewissen Scheinheiligkeit zu tun, dass gewisse Bürger die grossen, kriegstreibenden Staaten für ihr Handeln verurteilen, viele von ihnen aber selbst nicht in der Lage sind nur schon die eigenen, kleinen Nachbarschaftsstreitigkeiten etc. in den Griff zu bekommen. Dabei sind gerade solche «Wutbürger» ideale Vorbilder für ihre/unsere Kinder, zumal genau diese an der Chilbi den Kindern Plastikwaffen kaufen und unterm Weihnachtsbaum Kriegsspiele liegen für deren Videokonsolen. Na Bravo!
Krieg in der Nachbarschaft
Es ist wie bei den grossen Konflikten, keiner gönnt dem anderen etwas, dass er selbst nicht hat, nicht will oder haben kann etc. Die Rosen der Müllers von nebenan wachsen über die Grundstücksgrenze, das geht gar nicht, die müssen weg. Also her mit der Gartenschere und ratzfatz sind die Blümchen weg. Schadenfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Dass der Meier mit dieser Aktion unter Umständen das Lebenswerk eines Blumenliebhabers zerstörte, ist ihm egal, Hauptsache es herrscht wieder Zucht und Ordnung im Quartier. Mit einem Gespräch im Vorfeld hätte man wohl mehr bewirkt, denn der Müller sinnt natürlich auf Rache. Hat der Meier vor einer Woche nicht ein Dachfenster ohne Baubewilligung eingebaut? Das muss ratzfatz wieder weg, mal sehen, was die Baupolizei dazu sagt (ha, haah!!!).
Leid und Neid
Genauso wie im Kleinen entstehen Kriege im grossen Stil. Die Menschen reden nicht mehr mit Worten, sondern lassen die Waffen sprechen. Anstelle der Gartenschere kommt die Kalaschnikow zum Einsatz und anstelle von Diplomatie Kampfflugzeuge. Denen zeigen wir mal so richtig, wo der «Bartli den Most holt» und dafür gehen wir über Leichen. Aus Neid entsteht furchtbares Leid. Kinder verlieren ihre Väter, Frauen ihre Männer, Eltern ihre Kinder. Ganze Familien werden ausgelöscht oder dezimiert, Kornfelder auf Jahre hinaus mit Landminen zu einem Feld des Todes und ganze Städte werden zu Ruinen zerbombt. Die reine Zerstörungswut greift um sich. Hier sind es zwar «nur» ein paar Rosen, an einem anderen Ort jedoch ein paar Menschenleben und deren Existenzen.
Ist es das wert?
Ich bin sicher nicht der Erste, der über diese Thematik schreibt und nachdenkt und ich werde auch nicht der Letzte sein. Je mehr Menschen sich Gedanken machen und je mehr Menschen auch ihr eigenes teils trübes Verhalten hinterfragen, umso mehr kommen wir einer Lösung im Kleinen wie im Grossen nahe. Manchmal wäre es eben besser, wenn Reden nicht nur Silber, sondern Gold wäre und wir damit das Schweigen durchbrechen könnten, dass uns zu mehr Achtung, Verständnis und Nächstenliebe führt. Ich denke es wäre ein Versuch wert. Es wäre es wert, wenn der Müller die Meiers zu einem Grillabend einlädt, statt Rache zu üben. Damit käme man sich näher und erfährt dabei, so ganz nebenbei, dass die Rosen des Nachbarn schon seit 80 Jahren dort wuchsen und der Grossvater ein vergrundbuchtes Recht der Gemeinde erhielt, dass sie dort wachsen dürfen. Anstelle der Gerichtskosten, die durch solche Schandtaten entstehen, könnte man locker ein paar Quartierfeste berappen.
Kriegsbeile begraben
Liebe Mitmenschen, lassen Sie den Frieden sprechen. Vergessen Sie die seit Jahren anhaltendenten Streitigkeiten in Form von Kleinkriegen und reichen Sie sich die Hände, begraben Sie die mit Blut- und Rache beschmierten Kriegsbeile und schon bald kehrt auch bei Ihnen wieder Friede, Freude und Eierkuchen ein. Denken Sie mal - dem eigenen Frieden zuliebe - darüber nach… danke!
Musiktipp
Marlene Dietrich: «Sag mir, wo die Blumen sind.» Bei diesem Song handelt es sich um ein Antikriegslied, das 1955 vom US-amerikanischen Singer-Songwriter Pete Seeger geschrieben wurde. Max Colpet hat das Lied ins Deutsche übertragen. In der 1962 veröffentlichten Version von Marlene Dietrich wurde es international bekannt. Aber nur wenige wissen, dass zentrale Passagen aus diesem Song einem ukrainischen Volkslied entstammen. Passt bestens zur aktuellen Lage in diesem Land.
https://www.youtube.com/watch?v=NoAZG_O-5ro
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Dany Kammüller, January 19, 2024 8:44 AM