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500 Milliarden Dollar für die Schönheit
Hinter dem Horizont geht's weiter, sang dereinst der gute, alte Udo Lindenberg. Es bleibt zu hoffen, dass es dort wirklich weitergeht, auch für die Armen auf dieser unserer kleinen Welt. Bild: Dany Kammüller
Der weltweite Jahresumsatz mit Schmink- und Schönheitsprodukten ist ein Riesengeschäft, von dem heutzutage nicht nur die Damenwelt Gebrauch macht, sondern vermehrt auch die Herren der Schöpfung. Daraus resultieren Zahlen und Umsätze, die einem sprichwörtlich die Sprache verschlagen.
Vergangene Woche schrieb ich in meinem Blog über Schönheitsideale. Ich zeigte unter anderem auf, was heute «in und out» ist und was die Menschheit tut, um schöner zu sein oder um dem Prozess des Alterns mit Püderchen, Crèmchen und Quacksalberei, etc. ein vermeintliches Schnippchen zu schlagen. Die nun folgenden Beispiele veranschaulichen den Text von vergangener Woche in Form von Zahlen und Statistiken auf eindrückliche Art und Weise.
500 Milliarden
Schmink- und Schönheitsprodukte sind ein wichtiger Teil der globalen Konsumgüterindustrie. Die weltweite Schönheitsindustrie hat einen Wert von mehr als 500 Milliarden Dollar und wird in den kommenden Jahren noch weiterwachsen. Dabei ist die Körperpflege mit einem Wert von 254 Milliarden Dollar das grösste Segment der Schönheitsindustrie. Bei solchen Zahlen kriegt man echt das Muffensausen. Ich möchte nicht schulmeisterlich wirken, aber zur Erinnerung: Eine Milliarde gleich 1000 Millionen. Um diese Zahl noch mehr zu veranschaulichen, hier ein kleines, interessantes Beispiel: Ein Jahr mit 365 Tagen hat 31'536'000 Sekunden. Wenn man also eine Milliarde Sekunden zählen möchte, bräuchte man etwa 31 Jahre und acht Monate (!). Hier geht es wirklich um ganz grosse Zahlen.
Die Marktleader
Der französische Konsumgüterkonzern L’Oréal ist mit einem Umsatz von rund 38.2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 der führende Körperpflege- und Kosmetikhersteller weltweit. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Unilever (u.a. Axe, Dove, Rexona) und Estée Lauder (u. a. Clinique, La Mer und MAC Cosmetics). L’Oréal hat auch die grösste Marktkapitalisierung in der Schönheitsindustrie mit 211.62 Milliarden US-Dollar.
Statistiken zu Schönheitsoperationen
2022 wurden weltweit mehr als 33 Millionen chirurgische und nicht-chirurgische Schönheitsoperationen durchgeführt – das sind mehr als jemals zuvor. Der geschätzte weltweite Jahresumsatz von Schönheitsoperationen beträgt etwa 60 Milliarden Dollar. Die beliebtesten Eingriffe sind Fettabsaugen, Brustvergrösserung, Lidplastik und Bauchstraffung. Die Länder mit den meisten Schönheitsoperationen sind Brasilien, USA, Indien, Mexiko und Deutschland. An erster Stelle liegen die Brasilianer gefolgt von den USA. Allein auf diese beiden Länder entfallen ein Viertel aller weltweit vorgenommenen plastisch-chirurgischen Eingriffe. (Quelle: https://de.statista.com)
Fazit
Wenn man bedenkt, was für Kämpfe Menschen aus der dritten Welt täglich fürs nackte Überleben leisten müssen, sind die hier genannten Zahlen und Statistiken zum Thema Schönheit der reine Hohn, ja förmlich dekadent. Wieviel «schöner» könnte unser Zusammenleben auf Erden sein, wenn wir ein bisschen weniger Geld für die Schönheit ausgäben und dafür Brot für die Armen dieser Welt backen würden? Gehen wir davon aus, dass ein Kilo Brot im Schnitt 3.50 Franken kostet, könnte man mit einer Milliarde Franken 285'714'285 Kilo Brot kaufen. Mir ist durchaus bewusst, dass das Wunschdenken ist und die Schere zwischen Arm und Reich nicht schrumpft, sondern noch weiter auseinanderdriftet. Trotzdem denke ich auch, dass in Sachen Kosmetik und vermeintlicher Schönheit weniger meistens mehr wäre, denn was gibt es «Schöneres» als die strahlenden Augen und das glückliche Lächeln, das nur schon ein Stück Brot in die Gesichter jener Menschen zaubert, die an Hunger leiden. Diese «natürliche Schönheit» schafft kein noch so teures «Crèmchen» und kein mehr als überflüssiges «Sälbchen» und «Püderechen» dieser Welt, denn wie ich schon vergangene Woche schrieb: Wahre Schönheit kommt von innen.
Musiktipp der Woche:
Carrie Underwood: How Great thou Art: Carrie ist eine US-amerikanische Country-Sängerin. Der Song erschien 2014 auf dem Album Greatest Hits. Bei diesem Lied handelt es sich eigentlich um ein Gebet, in dem wir Gott danken für das was wir haben. Vielleicht sollten wir in unserem Alltag auch ein wenig mehr beten und dabei auch an jene denken, denen es nicht so gut geht wie uns.
https://www.youtube.com/watch?v=MHusNDxUHNA
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Dany Kammüller, February 2, 2024 7:35 AM