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Schäden durch Korruption: 2000 - 4000 Milliarden
Dort wo viel Geld im Umlauf ist, ist die Korruption meist nicht weit weg. Bild: Dany Kammüller
Wer der Meinung ist, dass man für Geld alles haben kann, gerät leicht in den Verdacht, dass er für Geld alles zu tun bereit ist. Dies ist ein Zitat von Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA. Wer diese Denkweise für sich verinnerlicht hat, ist mit Bestimmtheit korrupt und solche Menschen gibt es leider mehr als man denkt. Auch und gerade in der Schweiz, denn ein Grossteil unseres Reichtums stammt aus Geldern, die dereinst durch Korruption in unsere Staatskasse flossen.
Der Begriff Korruption wird abgeleitet vom lateinischen Wort «corrumpere». Dieses steht für bestechen, verleiten, verführen oder beschädigen. Was die Verführten, Verleiteten und Bestochenen mit ihrem Verhalten anrichten, erfahren Sie unter anderem aus dem nachfolgenden Text.
Moralische Prinzipien
Fast jeder Mensch ist bestechlich, es kommt nur auf die Höhe der Summe an. Dieses zynische Zitat stammt von Johann Wolfgang von Goethe, der damit zum Ausdruck bringen wollte, dass die meisten Menschen ihre moralischen Prinzipien für Geld über Bord werfen würden. Und so Unrecht hatte er mit dieser Aussage weiss Gott nicht.
Arten der Korruption
Es gibt grundsätzlich drei Arten von Korruption: Die situative Korruption: Hier handelt es sich in der Regel um eine spontane, einmalige, nicht geplante Aktion zwischen zwei Menschen. Bei der strukturellen Korruption geht es um einen langfristig geplanten Schritt. Dabei versucht man die Schwächen einer Person auszunützen, indem man ihr gezielt kleine Geschenke zukommen lässt. Danach ist der Betroffene leichter erpressbar. Systemische Korruption liegt vor, wenn sie sich grossflächig ausweitet und ganze gesellschaftliche Bereiche oder politische Systeme erfasst; sie ist am wenigsten sichtbar, richtet aber meist das grösste Unheil an. Aber wie dem auch sei, die Schäden, die daraus resultieren, sind enorm.
Schäden pro Jahr
Laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) belaufen sich die weltweiten Schäden durch Korruption pro Jahr (!) auf rund 2000 Milliarden Dollar. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht sogar von einem Betrag von sage und schreibe 4000 Milliarden Dollar (4 Billionen) aus. Damit könnte man das Bruttoinlandprodukt von Deutschland für mehr als ein Jahr finanzieren.
Korrupte Schweiz
Auch in der Schweiz ist Korruption kein Fremdwort, im Gegenteil, denn überall dort wo viel Geld im Umlauf ist, ist die Korruption in der Regel nicht weit. Sicher gehört «Helvetien» nicht zu den Spitzenreitern, sie belegt im Korruptionswahrnehmungs-Index von Transparency International aktuell und zum zweiten Mal in Folge Platz sieben, das ist die gute Nachricht.
Die schlechte Nachricht …
…ist, dass die Schweiz in der Regel immer erst dann reagiert, wenn sie unter Druck aus dem Ausland gerät. Man denke in diesem Zusammenhang an die Diktatoren- und die russischen Oligarchengelder, das Nazi-Raubgold oder aktuell an den Rohstoffhandel. Zudem haben wir auch eigene interne Probleme, zum Beispiel mit der weitverbreitenden Vetternwirtschaft (Sauhäfeli - Saudeckeli Politik) oder der nach wie vor bestehenden Intransparenz bei der Politikfinanzierung.
Weltweite Rangliste
Wie erwähnt gehören wir in Sachen Korruptions-Bekämpfung zu den Top Ten der Welt (2022). Aber, dass es noch besser geht, zeigen Länder, die vor uns liegen: Platz 1 Dänemark, gefolgt von Finnland, Neuseeland, Norwegen, Singapur, Schweden und der Schweiz. Hinter uns liegen: die Niederlande, Deutschland und Luxemburg. Die korruptesten Länder sind: Somalia, Syrien, Südsudan, Venezuela, Jemen, Libyen, Nordkorea, Haiti, Burundi und Äquatorialguinea. Und die Ukraine, die derzeit in aller Munde ist, liegt zusammen mit Staaten wie Sambia, Angola und Niger auf Platz 116 (!) von 180 erfassten Staaten. Darüber sollte man mal nachdenken.
Die Auswirkungen
Korruption hat viele, nicht zu unterschätzende, negative Auswirkungen auf die Qualität und Integrität staatlichen Handelns. Zudem auch auf die Wettbewerbsfähigkeit, die Reputation von Unternehmen, die Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, die soziale Gerechtigkeit und auf die nachhaltige Entwicklung.
Verdachtsfälle melden?
Wer Kenntnis von Korruption hat, in welcher Form auch immer, kann diese an folgenden Orten zur Anzeige bringen: Beim Compliance Office des EDA unter: www.eda.admin.ch oder unter: www.efk.admin.ch/de/. Dabei gilt es zu beachten, strafbar macht sich auch, wer von solchen Aktionen Kenntnis hat, diese aber nicht zur Anzeige bringt.
Fazit
Es gibt eine Redewendung, die besagt: «Die Grossen lässt man laufen, die Kleinen hängt man auf.» Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass Menschen mit weniger Ressourcen und Einfluss oft härter bestraft werden als die Mächtigen und Wohlhabenden, denn das ist auch hier alles eine Frage des Geldes. Nun, unsere Welt und die Justiz sind nicht immer gerecht. Gerade die Justiz ist, wie die Politik, Vereine, Stiftungen, etc. anfällig für Korruption. In diesem Zusammenhang sollten wir immer daran denken, dass von Korruption in der Regel nur ein paar Wenige profitieren, aber der damit angerichtete Schaden von der breiten Masse getragen werden muss. Korruption ist und bleibt ein Dreckgeschäft im Kleinen wie im Grossen.
Musiktipps der Woche … ohne Worte
https://www.youtube.com/watch?v=vY8DT4-Xriw
https://www.youtube.com/watch?v=dafRLfDwpDM
https://www.youtube.com/watch?v=zQd-Erz8BaQ
Eure Meinung interessiert mich
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Dany Kammüller, March 15, 2024 9:31 AM