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Traurigkeit
Hin und wieder ziehen in unserem Leben Wolken auf und legen einen Schatten auf unsere Seele. Doch hinterm Horizont geht es weiter und irgendwann geht auch sie Sonne wieder auf. Bild: Dany Kammüller
Jeder kennt das Gefühl der Traurigkeit. Es gibt viele Gründe für eine Trauer. Man kann traurig sein, weil ein geliebter Mensch gestorben ist, nach einer zerbrochenen Liebe oder weil man hintergangen oder betrogen wurde. Traurigkeit ist gerade in der heutigen Zeit allgegenwärtig.
Zu Beginn dieser Woche war ich wieder mal so richtig, abgrundtief traurig. Warum? Das weiss ich selbst nicht mehr so richtig, es war einfach so. Ich dachte übers Leben nach. Über mein Leben, über mein direktes und indirektes Umfeld. Ich erinnerte mich an Menschen, die von uns gingen. An meinen Vater, an meine beiden Freunde Sigi und Kari, an Hans, Michaela und andere und ich fragte mich, wo sie jetzt wohl sind? Ob sie irgendwo feinstofflich noch unter uns weilen und an unserem Leben Teil nehmen. Ich fragte mich, warum die einen früher gehen als die anderen.
Die Stufen der Traurigkeit
Es gibt viele Gründe, warum einem das Gefühl der Traurigkeit ereilen kann. Nebst anhaltenden körperlichen Gebrechen gibt es diverse andere Begebenheiten und Erlebnisse, die uns verdriessen und uns wehmütig machen können. Manchmal treibt einem der Trübsinn gar in eine Melancholie und im Extremfall in eine Depression.
Die Abgründe
Wer schon einmal über längere Zeit in einem See der Schwermut schwamm, weiss wie hart es ist, diesen Ort wieder zu verlassen. Das eiskalte Wasser in Form einer emotionalen Niedergeschlagenheit zieht einem hinunter wie ein Wirbel, der einen Sog nach sich zieht, dem man nicht entfliehen kann. Und auf dem Grund des Sees wartet die Depression und beschwert deine eh schon angeschlagene Seele mit tonnenschweren Steinen.
Die Gründe …
… sind vielfältig. Aber was macht uns überhaupt traurig und/oder schwermütig, dass wir die Lust verspüren Trübsal zu blasen? Nicht erfüllte Erwartungen in Form einer verpatzten Prüfung könnten ein Grund sein (Meister-, Matura oder Gesellenprüfungen etc.). Da lernt man unter Umständen Jahre lang und am Ende rasselt man durchs Examen, nicht schön. Unschön ist zum Beispiel auch Mobbing, das heute vor allem bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs steht (das Handy und die entsprechenden Möglichketen lassen grüssen). Aber auch Einsamkeit, Sehnsucht oder eine zerbrochene Liebe können bei uns eine tiefe Wehmut auslösen und uns in eine förmliche Tristesse stürzen.
Wer ist schuld …
… an der zunehmenden, teils langanhaltenden gesellschaftlichen Traurigkeit? Ich denke, die heutige Berufswelt ist einer der Hauptgründe dafür, dass immer mehr Menschen, depressiv werden. Der allgegenwärtige Druck ist immens und nimmt nicht ab, sondern weiter zu. Die ganze Digitalisierung (KI Künstliche Intelligenz und Co.) von welcher dereinst behauptet wurde, sie trägt zu einer gesellschaftlichen und arbeitstechnischen Erleichterung bei, hat die Problematik gar noch verschärft und den Druck erhöht und nicht alle halten diesem Druck stand oder sind ihm gewachsen. Irgendwann breitet sich bei Betroffenen eine abgrundtiefe Leere aus, die schwer auf deren Seelen lastet und aus der viele selbst nicht mehr hinausfinden. Einige nehmen daher fremde Hilfe in Anspruch in Form einer Therapie. Aber es gibt leider auch Menschen, bei denen der Druck und die damit einhergehenden Verzweiflung so gross ist, dass sie nur noch einen Ausweg sehen und sich das Leben nehmen.
Eine Depression …
…belegt und geisselt die Psyche und löst bei Betroffenen Niedergeschlagenheit aus. Der innere Antrieb kommt abhanden, beeinträchtigt ihre Lebensfreude und macht sie mit der Zeit krank, denn Depression ist eine Krankheit, auch wenn das viele nach wie vor nicht begriffen haben. Es ist wichtig, dass man diesen Menschen hilft und sie nicht aus dem Berufs- und Gesellschaftsleben ausschliesst. Wenn doch, stürzen viele noch weiter in die Tiefe. Nach der kurzfristigen Traurigkeit, folgt – wie erwähnt - irgendwann eine langfristige Melancholie und diese führt über kurz oder lang eben in eine Depression. Man ist in dieser Tristesse gefangen und nicht jeder ist ein Phönix, der selbst aus der Asche auferstehen kann. Es gibt auch Menschen, die ihre Depression nicht mehr loswerden, aber sie könnten dank einer aufmerksamen Gesellschaft und geschaffenen Rahmenbedingungen lernen damit zu leben. Also bitte, seht hin und nicht weg, denn es kann jeden treffen, auch dich…
Musiktipp der Woche
Antonio Vivaldi: Variation (Arr. for Piano from Concerto for Strings in G Minor, RV 156). Die genaue Kompositionszeit dieses Werks ist nicht bekannt, aber es wird allgemein angenommen, dass Vivaldi es zwischen 1701 und 1741 geschrieben hat. Das Werk wurde danach mehrfach gecovert und auch neu arrangiert. Vivaldi wurde am 4. März 1678 in Venedig geboren und starb am 28. Juli 1741 in Wien.
https://www.youtube.com/watch?v=EXgNlueMu6k
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Dany Kammüller, May 10, 2024 5:11 AM