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Fachidioten oder Experten?
Jeder, der einen Computer besitzt, in welcher Form auch immer, kennt die Problematik in Sachen Bedienung. Heutzutage ist fast jede Maschine vom Kaffeeautomaten bis hin zum Auto in irgendeiner Form computergesteuert.
Der Fortschritt der Technik kennt nach wie vor keine Grenzen. Was vor einem Jahr noch brandneu war, ist Morgen schon Schnee von gestern. Die Entwicklung und die damit verbundenen Neuheiten sind nicht aufzuhalten. Ständig wird irgendwo etwas verändert und das nicht immer zum Guten.
Der Lauf der Zeit
Gerade in der PC-Welt sind die Fortschritte rasend. Können Sie sich erinnern was für ein PC-System vor 39 Jahren auf dem Markt war? MS-DOS (1985). Es folgte Windows 95, 98, ME, 2000. Ein Jahr später kam Windows XP (2001) und nach weiteren fünf Jahren Windows Vista. Nach Windows 7 (2009) sind wir heute bereits bei Windows 11 und Microsoft plant schon die Version 12. Kaum haben wir Laien begriffen, wie ein System funktioniert, ist schon das nächste auf dem Markt.
Die Programmierer
Damit diese Systeme aber überhaupt zur Marktreife gelangen, müssen sie erschaffen werden und wer tut das? Richtig, irgendwelchen Fachidioten (Nerds), die zuhause vor dem Computer sitzen und sich von Fastfood, Coca-Cola und Gummibärchen ernähren. So die sagenumwobene Klischee-Vorstellung vieler Laien.
Wahnsinn und Genie
Fachidiot ist ein wenig schmeichelhafter, umgangssprachlicher Ausdruck für einen Experten, der ein Problem nur aus seiner Sicht und von seinem Standpunkt aus betrachtet. Daher wird er von seinem sozialen Umfeld eben oft als «Fachidiot» bezeichnet. Tja, Wahnsinn und Genie gehen bekanntlich Hand in Hand.
«I speak German not English».
In der digitalen Welt wird immer alles komplizierter. Das beginnt schon mit den Fachbegriffen, die man heute kennen muss. Zum Beispiel Soft-/Hardware, Tools, KI, APP, PC, Setup, Backup, Download, Update, und, und, und alles in Englisch und nichts mehr auf Deutsch. All diese Programme und Anwendungen werden von Fachexperten entwickelt, programmiert und sind notwendig, damit unsere Computer «vermeintlich» besser, schneller, einfacher und moderner werden und funktionstüchtig sind und bleiben.
Der Haken …
… an dieser Sache ist, viele Experten tauschen sich im Vorfeld nicht mit der Basis, sprich mit den Laien und späteren Anwendern, aus. So werden teils simple Handlungen zu wahren Hindernisläufen. Ein Beispiel: Ende 2023 kaufte ich ein neues Auto. Als ich nach der ersten Tankfüllung den Tageszähler zurückstellen wollte, ging die Suche los. Früher drückte man am Armaturenbrett einen Knopf oder betätigte ein Rädchen, um den Zähler wieder auf null zu stellen, voila, Problem gelöst. Heute muss ich (schwitz, fluch, ausrast) die Zündung einschalten, mich ins Entertainment-System einwählen (digitales Kombi-Instrument), dann runterscrollen zu Einstellungen (Setup!). Dort drücke ich auf Programmierwerkzeug (Tool), nochmal scrollen bis zum Tageszähler, zurückstellen drücken, fertig. Woher soll ich das wissen?!! Nun, dafür gibt es ja eine nette 200-seitige Betriebsanleitung. Nur steht das dort leider nicht drin (!). Also ging zu meinem Freund Google und fand schliesslich die Lösung. (Kopfschütteln!)
Eingeholt und überholt
Ich bin sicher, dass praktisch jede/r schon mal ein solches oder ähnliches Beispiel erlebt hat. Ich bin wohl ein PC-Laie, das gebe ich unumwunden zu. Aber bis anhin hatte ich mehr oder weniger keine Probleme damit meine Autos zu bedienen. Aber vermutlich liegt das heute auch am Alter. Irgendwann wird man von der Technik eingeholt und überholt.
PC-Welt
Dem Fortschritt sei es auch verdankt (ironisch), dass in den Kaufhäusern das Kassenpersonal langsam ausstirbt, denn wer heute etwas auf sich hält, «scannt» seine Einkäufe selbst und zahlt danach mit der Kreditkarte. Gelegentlich gibt es Stichkontrollen vom Personal, da dieses an den Kassen ja nicht mehr gebraucht wird. Ein weiteres Problem stellt sich mir beim Kauf eines Tickets für Bus, Bahn oder Tram. Auch dort geht alles via Computer, das Gleiche gilt für Parkuhren, Bankomaten und vielem anderen mehr. Die Maschinen vernichten zunehmend Arbeitsplätze, aber das ist ein anderes Thema.
Wohin führt das?
Manchmal, liebe Leser/innen frage ich mich, wohin uns die Digitalisierung noch führt. Am vergangenen Montag (13.5.) kam im ZDF ein TV-Thriller mit dem Titel «Unsichtbarer Feind». Darin wurde eindrücklich geschildert, was passieren kann, wenn wir uns zunehmend von der Technik abhängig machen. Schon heute geht ohne PC, gar nichts mehr. Börsen, Banken, Flug-/Strassen- und Schiffverkehr, Satellitengesteuertes GPS etc. Was geschieht, wenn die Satelliten mal ausfallen oder die Systeme von Verbrechern gehackt werden?
Hackerangriffe massiv gestiegen
Ebenfalls diese Woche gab der Deutsche Branchenverband Bitkom bekannt: «Die Gesamtschäden aus Cyberattacken für deutsche Unternehmen beliefen sich 2023 auf mehr als 148 Milliarden Euro. Schäden durch Erpressung mit gestohlenen oder verschlüsselten Daten betrugen 16.1 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 50.5 Prozent (!) entspricht.» Tendenz steigend. In der Schweiz belaufen sich die Schäden auf rund 728 Millionen Dollar (!) Auch bei uns gilt: Tendenz steigend. (!)
Fazit
Es war, ist und bleibt ein Fakt: Heute geht es in praktisch keinem Berufszweig ohne PC-Fachexperten. Es geht nicht ohne sie und es ist andererseits schwer mit ihnen klarzukommen. Daher wäre es wichtig, dass vor allem die Programmierer/innen vermehrt den Kontakt mit den Laien, sprich der Basis suchen und pflegen, denn auch die haben gute Ideen, wie man ein Problem angehen könnte. Und vielleicht sollte man gewisse Dinge doch besser wieder analog schalten statt nur digital.
Musiktipp der Woche
Yello: «Vicious Games» kam 1985 auf den Markt (zur gleichen Zeit wie MS-DOS 😊). Die Schweizer Musikband Yello wurde Ende der 70er Jahre von Boris Blank und Carlos Perón in Zürich (Schweiz) gegründet. Sie gehören zu den Gründerväter des Elektropops.
https://www.youtube.com/watch?v=COrHxDsaTJI
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Dany Kammüller, May 17, 2024 12:25 PM