Aktuelles/Blog
Sport – Olympia – Doping
Am olympischen Sporthimmel ziehen/zogen dunkle Wolken auf. Bild: Dany Kammüller
Nach den olympischen Sommerspielen in Tokio 2021 wurden 23 chinesische Schwimmer des Dopings überführt. Elf davon stehen auf der Startliste von Paris. Wie kann das sein? Was tut die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA)? Fragen über Fragen, die zu neuen Fragen führen.
China ist ein schönes, grosses, kommunistisch geführtes Land, in dem sehr viele gute, ehrliche, fleissige und liebenswürdige Menschen leben, davon bin ich überzeugt. Aber Idioten gibt es halt überall, so auch im chinesischen Sp(r)itzen – Sport. Im Land des Lächelns wird seit Jahrzehnten alles getan, damit die einheimischen Sportler/innen zu den Besten der Welt gehören und dafür ist ihnen jedes, aber auch wirkliche jedes Mittel recht.
Glaubwürdigkeit
Nach der Olympiade in Tokio wurden 23 chinesische Schwimmer/innen bei einem nationalen Wettkampf positiv auf Doping getestet. Nicht einer dieser «Schummler» wurde danach gesperrt, das ist ein Skandal sondergleichen. Elf dieser Dopingsünder stehen auch in Paris wieder am Start, unglaublich. Wie kam es dazu? Nun, die anscheinend unabhängige China Anti-Doping Agency (CHINADA) liess verlauten, dass die positiven Werte auf einen verunreinigten Hamburger zurückzuführen seien. Und wer es glaubt, wird selig. Ein Jahr danach, 2022 wurden die 23 Schwimmer/innen von der CHINADA und der WADA entlastet und freigesprochen.
Weiterer Skandal
Gemäss einer Recherche der US-Zeitung «New York Times» wurden Ende 2022 zwei weitere chinesische Schwimmer positiv auf ein «S1-Medikament» getestet. Dabei handelt es sich um ein anaboles Steroid (Dianabol), das strukturelle Ähnlichkeit mit dem männlichen Sexualhormon Testosteron hat. Es unterstützt unter anderem den beschleunigenden Muskelaufbau und die rasche Regeneration des Körpers. Eigentlich hätte die CHINADA auch diese beiden zuvor genannten Schwimmer unverzüglich sperren müssen, was sie aber nicht tat. Im Gegenteil, man führte diese Ergebnisse erneut auf kontaminiertes Essen zurück. Der Deutsche Doping-Experte Fritz Sörgel meinte dazu: «Das ist absolut unglaubwürdig.»
WADA schwieg
Dass die Chinesen im Sport immer wieder zu illegalen Mitteln greifen, ist hinlänglich bekannt. Auch die Tatsache, dass die CHINADA über dieses Vorgehen immer wieder schützend die Hand hält. Und was sagte die WADA zu diesem Skandal? Nichts! Im Gegenteil, sie akzeptierte am Ende einen Untersuchungsbericht, der von chinesischen Geheimdienststellen angefertigt wurde und liess den Fall ohne unabhängige Überprüfung auf sich beruhen. (Quelle: ARD)
Der blanke Hohn
Es ist der blanke Hohn, wenn man liest, was für Ziele die CHINADA anscheinend anstrebt, Zitat: «Die CHINADA ist die chinesische Anti-Doping-Agentur. Sie wurde gegründet, um sauberen Sport und die Integrität der Athleten zu schützen. CHINADA arbeitet daran, eine weltweit führende, unabhängige, unparteiische, professionelle und autoritative Organisation im Bereich Anti-Doping zu etablieren. Ihr Ziel ist es, die Gesundheit und den fairen Wettbewerb im Sport zu gewährleisten und die Reinheit des Sports zu bewahren.» Liebe Doper und Gedopte, erinnert euch an die Worte des römischen Redners und Staatsmann Marcus Tullius Cicero: «Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, wenn er auch die Wahrheit spricht».
Fazit
Wie sagte dereinst Buddha: «Glaube nur das, was du selbst als wahr erkannt hast.» Im Fall der CHINADA könnte man hier noch anführen: Glaube nur das, was du selbst gefälscht, verbrochen und verschwiegen hast. Ich weiss nicht, ob es jemals fairen Sport geben wird. Ich denke wohl eher nicht, denn wie eingangs erwähnt, «Idioten gibt es überall». Und es gibt auch Staaten wie China, die alles daransetzen, dass ihre Sportler die Besten der Welt sind. Ob fair oder unfair ist egal, wichtig sind nur die Siege. Und so steht auch hier die Frage im Raum, wer überprüft am Ende die Überprüfer (CHINADA/WADA), damit Recht und Wahrheit irgendwann obsiegen. Gute Frage. Aufgrund diese Dopingskandales sind die aktuellen Leistungen der Chinesen an der Olympiade 2024 nämlich mehr als fragwürdig. Aber um eines klarzustellen, gedopt wird überall, nicht nur in China.
Das Zitat der Woche
Jede kleine Ehrlichkeit ist besser als eine grosse Lüge.
Leonardo da Vinci Universalgelehrter aus Italien: 15.4.1452 - 2.5.1519
Musiktipp der Woche
Die Toten Hosen: «Tage wie diese» erschien am 23.3.2012 als Singleauskoppelung aus dem Album «Ballast der Republik». https://www.youtube.com/watch?v=j09hpp3AxIE
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Dany Kammüller, August 2, 2024 12:18 PM