Aktuelles/Blog
Wenn alles stillsteht
Was wird dereinst sein, wenn in den Weltmeeren nur noch Plastik aber keine Fische mehr schwimmen? Bild: Dany Kammüller
Ich habe mich kürzlich gefragt, wie lange wir mit unserer Welt noch Schindluder treiben können, bevor sie kollabiert. Und was wird sein, wenn dereinst in der Natur keine oder nur noch wenige Pflanzen wachsen, es keine wilden Tiere mehr gibt und uns der Sauerstoff fehlt, weil alle Wälder abgeholzt wurden?
Folgende Szenarien sind keine Zukunftsvisionen, sondern Gegenwart. Was wird sein, wenn gewisse Vögel nicht mehr singen und Pflanzen nicht mehr wachsen, weil sie ausgestorben sind? In der Schweiz stehen rund 3000 heimische Tiere und Pflanzen auf den roten Listen der bedrohten Tiere/Pflanzen. Was wird sein, wenn irgendwann in unseren Bächen und Flüssen nur noch ein Rinnsal fliesst, weil die Gletscher geschmolzen sind? Von 1931 bis 2016 (85 Jahre!) hat sich das Volumen der Schweizer Gletscher um die Hälfte verringert. Unsere Welt ist eine tickende Zeitbombe und wir tun alles dafür und nicht viel dagegen, um diese oder jene Apokalypse zu verhindern.
Alles selbstverständlich
In den westlichen Ländern ist es nach wie vor selbstverständlich, dass Wasser fliesst, wenn wir den Wasserhahn aufdrehen. Und einige Menschen waren dereinst gar so dekadent, dass sie in einer Wüste ein Vergnügungsviertel aus dem Boden stampften (Las Vegas). Andere roden ganze Wälder (Südamerika) und stehlen sich damit selbst den Sauerstoff, den sie und wir zum Überleben brauchen. Ohne Rücksicht auf Verluste nahm sich die Menschheit schon immer alles, was sie haben wollte. Bodenschätze in Form von Gold, Silber, Bronze, seltene Erden, Erdöl, etc. Wir töteten Tiere aus reiner Habgier und nicht, weil wir Hunger hatten (Elefanten, Büffel, Biber, Wölfe, Nashörner, Wale, Nerze, etc., etc.). Alles ist so lang selbstverständlich, bis nichts mehr geht. Das Schlimme daran ist, dass wir schon heute keine Zeit mehr haben. Für unsere Fauna und Flora ist es ist nicht fünf vor Zwölf, sondern längst fünf nach Zwölf.
Bomben für den Frieden
Ich frage mich in letzter Zeit auch immer öfter, wie dumm man sein muss, um zu glauben, dass man mit Bomben Frieden schaffen kann (Israel, Ukraine etc.). Seit Anbeginn der Zeit haben Waffen aller Art nur Unheil über die Menschheit gebracht und daran hat sich bis heute nichts geändert. Man macht böswillig Dinge kaputt, die andere Menschen ein Leben lang aufgebaut haben. Man schlachtet sich gegenseitig ab und bringt so unendlich viel Trauer, Verlust, Tod und Tränen zu den betroffenen Völkern. 2022 wurden weltweit 21 Konflikte beobachtet, die aufgrund von Ausmass und Intensität als Kriege klassifiziert wurden. Frage: Warum kommunizieren diese Menschen nicht mit ihrem Mund, sondern mit Bomben? Ich verstehe es nicht!
Wenn alles stillsteht
Ich frage mich, was dereinst sein wird, wenn alles stillsteht. Wenn am Morgen und am Abend keine Vögel mehr zwitschern, keine Insekten mehr summen, kein Bächlein mehr plätschert, die Meere im Plastikmüll ersticken und in den Seen und Ozeanen keine Fische mehr schwimmen. Was wird sein, wenn Erdbeben die Weltkugel erschüttern? Wenn Vulkane ausbrechen und Asche vom Himmel rieselt, weil die Erde die Detonationen der Kriegsbomben nicht mehr absorbieren kann. Was wird sein, wenn die Sonne die Erde verbrannte, weil es in der Atmosphäre keine Ozonschicht mehr gibt? Was wird sein, wenn die Menschheit längst ausgestorben ist? Dann kriecht vielleicht irgendwann, irgendwo eine kleine Kellerassel aus der Erde und ein Urtierchen schwimmt einsam durchs Meer, um Artgenossen zu finden. Vielleicht beginnt dann alles von Neuem? Ob es besser wird als es war, liegt dann nicht mehr in unserem Ermessen. Die Natur nimmt sich, im Gegensatz zur ausgestorbenen Menschheit, nur das, was sie zum Leben braucht, nicht mehr und nicht weniger. Ob es danach irgendwann eine neue Spezies Mensch geben wird? Wer weiss das schon …aber wenn dem so wäre, hoffe ich, dass sie intelligenter sein wird, als wir es waren.
Das Zitat der Woche
Wenn ich Krieg führe, um Frieden zu erlangen, so schaffe ich Krieg. Der Friede ist nicht ein Zustand, der sich mit Hilfe des Krieges erreichen liesse.
Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller, 29.6.1900 - 31.7.1944.
Musiktipp der Woche
Michael Jackson: Earth Song (Veröffentlicht am 8.11.1995 als Single)
https://www.youtube.com/watch?v=XAi3VTSdTxU
Eure Meinung interessiert mich
Kommentare, Kritiken, etc. sind zu richten an: info@dakapublic.ch Eure Einsendungen werden nicht publiziert und nur von mir gelesen. Wenn euch gefällt, was ihr hier lest, sagt es weiter, wenn nicht, dann auch. Meine Texte dürfen auch gern - unter Einhaltung des Kopierrechtes - gedruckt, geteilt und weitergeleitet werden.
Dany Kammüller, August 9, 2024 10:42 AM