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Was kommt nach dem Leben?
Der Tod ist und bleibt für uns Lebenden ein Mysterium. Über das, was danach kommt, können wir nur spekulieren. Bild: Dany Kammüller
Ich stellte mir die Frage, was nach dem Leben kommt, schon einmal (29.9.2023) und nehme nun diesen Faden noch mal auf, um ihn weiter zu spinnen und zu vertiefen. Ich fragte mich, wohin die Reise nach dem Tod geht. Geht sie weiter oder endet sie abrupt? Begegnen wir dort drüben all den Seelen jener Menschen, die einst von uns gingen? Dazu ein paar persönliche, philosophische und für den einen oder anderen vielleicht auch ketzerischen Gedanken.
«Hey Alter, du wolltest mich doch letzte Woche noch irgendetwas fragen? Aha, du hattest keine Zeit, kein Problem kennen wir doch alle. Nein jetzt geht es mir nicht mehr, denn ich bin soeben gestorben … Solange du lebst, bist du einfach ein ganz normaler Mensch. Wenn du aber gestorben bist, wirst du von einer Sekunde auf die andere zum Engel oder Bösewicht. Auf welcher Stufe du dann stehst, ergibt sich aus den Taten, die du als lebender Mensch vollbracht hast. Und eines sei dir gewiss, Tauschgeschäfte und Bestechungen gehen hier nicht, auch dein Reichtum ist hier bei uns nichts wert. Du wirst dich auf jene Treppe setzen, die dir zugewiesen wird.
Himmel oder Hölle
Im Himmel oder der Hölle, wo auch immer diese sein mögen, gehörst du seit Anbeginn deiner neuen Zeitrechnung (deinem Ableben) entweder zu den Guten oder den Bösen. Du bist in Reinkultur jenes Licht- oder Dunkelwesen, dass du schon immer warst – gut oder böse. Gott und Luzifer lügen nicht, sie haben keinen Grund dazu, denn sie kennen alle unsere Sünden und guten Taten.
Zwischenwelt
Unmittelbar nach dem Sterben kommen alle Verstorbenen in eine Zwischenwelt, wo sie sich Gedanken über ihr Leben machen können, und Ende jedes Monats trifft sich Gott jeweils mit Luzifer und sie bestimmen gemeinsam, wer welches Tor durchschreiten kann/muss. Danach löst sich die Erdenzeit für die Verstorbenen endgültig in Luft auf und hat keine Bedeutung mehr. Je nachdem, wie die Waagschale deines Lebens sich bewegt, geht die Reise nach oben oder nach unten. Aber Auf- und Abstieg sind auch hier möglich, je nachdem wie du dich bewährst oder auch nicht. In etwa so stellte ich mir als Kind die Welt im Himmel und der Hölle vor.
Woher das Wissen?
Wissenschaft – schafft Wissen, so steht es geschrieben. Doch was ist Wissen ohne Fakten, Belege und Beweise. Gute Frage! Daher sind für mich Menschen, die behaupten, dass nach dem Tod alles endet, entweder verbohrte Wissenschaftler oder Ignoranten. Wie will ein Wissenschaftler oder sonst wer wissen, was nach dem Tod geschieht, wenn er noch nie dort war?
Das Symbol des Todes
In der abendländischen Kultur war die Eule seit jeher eine Botin des Todes. Sie löst bei uns Faszination und gleichzeitig Angst aus. Sie wurde verehrt oder gefürchtet, bewundert oder verfolgt. Sie ist Sinnbild für Gut und Böse. Die Eule stellt sich daher in Mythos, Volksglauben und Symbolik aller Völker und über alle Zeitepochen in vielen widersprüchlichen und abergläubischen Bildern dar. In fast allen abendländischen Kulturen wurde die Eule als Verkünderin des nahenden Todes gesehen. So wurde z.B. der nächtliche «kuwitt»-Ruf des Steinkauzes als «Komm mit» interpretiert. (Quelle: https://eulenwelt.de/mythologie.htm)
Das Symbol der Weisheit
Auch bei vielen First Nation - Stämmen Nordamerikas spielt die Eule eine wichtige Rolle. Dort muss jeder Verstorbene auf dem Weg zu den Ahnen an der Eulenfrau «Hinhan Kaga» vorbei, sie richtet über deren Seelen und sie entscheidet, ob einer würdig ist ins Land der vielen Zelte zu gehen, oder ob einer zurück muss auf die Erde, um dort als Schatten zu wandeln, bis er würdig ist.
Was wolltest du mich noch fragen
Wir leben im Hier und Jetzt, wenn der Tod einst einen geliebten Menschen von uns genommen hat, bleiben unter Umständen noch viele Fragen offen. Darum stellt eure Fragen jetzt, denn Morgen könnte es schon zu spät sein. Und ja ich denke, dass niemand nach dem Tod allein ist. Ich denke auch, dass die Urvölker uns in Sachen Leben, Sterben und Tod weit voraus sind. Sie wissen und fühlen mehr als wir, weil sie schon immer mit der Natur tief verbunden sind und waren. Über die Vorstellung, wie sich ein Dasein nach dem Tod anfühlen könnte, wurde schon viel geschrieben. Die nun kommenden Zeilen finde ich persönlich sehr eindrücklich.
(Hinweis: Es ist bis heute umstritten, von wem die folgenden Zeilen stammen. Die einen schreiben sie der US-Schriftstellerin Mary Elizabeth Frye zu, andere einem unbekannten Lakota Indianer).
Nach dem Tod
«Steh nicht weinend an meinem Grab, ich bin nicht dort unten, ich schlafe nicht. Ich bin tausend Winde, die wehen, ich bin das Glitzern der Sonne im Schnee, ich bin das Sonnenlicht auf reifem Korn, ich bin der sanfte Regen im Herbst. Wenn du erwachst in der Morgenfrühe, bin ich das schnelle Aufsteigen der Vögel im kreisenden Flug. Ich bin das sanfte Sternenlicht in der Nacht.
Steh nicht weinend an meinem Grab, ich bin nicht dort unten, ich schlafe nicht. Du kannst mich nur nicht mehr sehen, nicht mehr berühren. Aber ich werde immer da sein, egal wo du bist. Werde der Wind sein, der zärtlich durch dein Haar streicht - der Regen, der sanft deine Haut berührt - der Regenbogen am Horizont, der dir die schönsten Farben schenkt - die Sonne, die dich wärmt und mit dir lacht - der Duft von Sommer, den du einatmest - die Erde, auf der du gehst - die Nacht, in der ich für dich die Sterne erstrahlen lasse - der Tag, der dir tausend Überraschungen bringt - die Hoffnung, die dich trägt, wenn du traurig bist, dieses Gefühl, was in dir ist, wenn du glücklich bist.
Du kannst mit mir reden, ich werde dich immer hören - oder einfach weinen, dann nehme ich dich in meinen Arm und du wirst dich frei fühlen. Ich werde über deinen Schlaf wachen und dir wundervolle Träume schenken. Du brauchst keine Angst zu haben, wenn du daran glaubst - du bist niemals allein, weil ich immer da sein werde - wenn du an mich denkst, so wie ich an dich denke!»
Das Zitat der Woche
Das Leben ist ein andauerndes Staunen über das Wunder, zu Leben.
Rabindranath Tagore war ein bengalischer Philosoph, Dichter und Musiker 7.5.1861 – 7.8.1941.
Musiktipp der Woche
Michael Hoppe: «Thoughts of You»
https://www.youtube.com/watch?v=VY1ldvRol_U&list=RDI2OPF3zUt3s&index=2
Eure Meinung interessiert mich
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Dany Kammüller, August 16, 2024 1:58 PM