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Redewendungen – Sinn und Herkunft (Teil 1)



Holz ist ein vielseitiger Baustoff, der uns Menschen seit jeher begleitet. Wir bauten Häuser daraus, zimmerten Möbel und brauchten ihn auch als Heizmittel. Darum gibt es wohl auch diverse Redewndungen, die mit Holz in Zusammenhang stehen. Bild: Dany Kammüller


Seit Menschengedenken gibt es Redewendungen, die wir alle immer mal wieder zum Besten geben. Dabei habe ich mich kürzlich gefragt, woher diese Zitate und Aussprüche stammen und was für eine Bedeutung sie haben. Ich habe mal drei Redewendungen herausgepickt und deren Herkunft recherchiert.

 

Jeder kennt die eine oder andere Redensart wie zum Beispiel: Holz anfassen, hier liegt der Hund begraben, das Handtuch werfen, auf dem Holzweg sein und so weiter und so fort. Wir kennen zwar oftmals den Sinn solcher Redewendungen, was wir aber in den meisten Fällen nicht wissen ist, woher sie stammen oder wie sie entstanden.

 

«Holz anfassen» 

Wenn jemand von Holz anfassen spricht, ist allen klar, damit will man ein Unheil abwenden, denn es bringt Glück, wenn man Holz anfasst. Doch woher stammt diese Redewendung? Diese Tradition ist in vielen Kulturen verbreitet und wird oft verwendet, um sich vor dem Unglück zu schützen, insbesondere nach dem Aussprechen von etwas, das als unglücklich oder riskant angesehen wird. Das Holz symbolisiert in diesem Kontext Stabilität und Schutz. Wenn man also «Holz anfasst», drückt man den Wunsch aus, dass das Gesagte nicht eintreten möge. Es ist eine interessante Verbindung zwischen Sprache, Aberglauben und kulturellen Praktiken! Die Redewendung «Holz anfassen» hat eine interessante Geschichte und mehrere mögliche Ursprünge.

 

Seefahrer und Geistervertreibung

Früher klopften Seefahrer auf die Holzmaste ihrer Schiffe, um sicherzustellen, dass das Holz in gutem Zustand war. Dies gab ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Im Mittelalter wurde auf Holz geklopft oder es wurde angefasst, um Geister zu vertreiben und somit Unglück, Krankheiten und Unfälle abzuwehren.

 

Bergarbeiter

In Bergwerken klopften die Arbeiter vor dem Betreten der Stollen auf die Holzstützen, um deren Stabilität zu überprüfen und sicherzustellen, dass sie noch tragfähig waren. Diese Tradition hat sich im Laufe der Zeit zu einem allgemeinen Aberglauben entwickelt, bei dem man auf Holz klopft oder es anfasst, um Unglück abzuwenden.

 

«Auf dem Holzweg sein»

Und da wir gerade vom Holz sprechen, eine andere «hölzerne» Redewendung lautet: «Auf dem Holzweg sein». Diese Redensart stammt aus dem Mittelalter und hat ihren Ursprung im Holzgewerbe. Ein Holzweg war ein Weg, der speziell für den Transport von gefällten Bäumen angelegt wurde und oft im Wald endete oder in einer Sackgasse mündete. Diese Wege führten also nicht zu einem Zielort, sondern dienten lediglich dem Zweck, Holz zu beschaffen. Wenn jemand also «auf dem Holzweg» war, bedeutete das, dass er sich auf einem Weg befand, der nicht zum gewünschten Ziel führte. Im übertragenen Sinne wird die Redewendung heute verwendet, um auszudrücken, dass sich jemand auf dem falschen oder einem Irrweg befindet oder eine falsche Annahme trifft.

 

«Holz isch heimelig»

Holz ist, wie wir ja wissen, auch heimelig. Diese Redewendung bezieht sich auf die warme und gemütliche Atmosphäre, die Holz in einem Raum schaffen kann. Holz als Material hat eine lange Tradition in der menschlichen Bau- und Wohnkultur und wird oft mit Behaglichkeit und Geborgenheit assoziiert. Diese Assoziation stammt aus Zeiten, in denen Holz das Hauptbaumaterial für Häuser und Möbel war und somit einen wesentlichen Beitrag zum Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden leistete. Also, bevor wir uns nun aus Versehen auf einen Holzweg begeben, fassen wir doch besser zuerst Holz an, dann wird bestimmt alles gut, denn Holz ist ja heimelig.

 

Zitat der Woche

«Mancher Mensch muss erst mit dem Kopf gegen einen Baum rennen, bevor er merkt, dass er auf dem Holzweg ist.» Wilhelm Busch (Deutscher Dichter und Zeichner, 15.4.1832 – 9.1.1908)

 

Musiktipp zum Thema

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, ob der alte «Holzmichel» noch lebt? Hier ein Spezialmix von den «Randfichten» (Inkl. Originalversion). Ein bisschen Spass muss sein, dann wird die Welt zum Sonnenschein. Wenn ihr meinen Blog letzte Woche gelesen habt, dann wisst ihr ja, dass Lachen gesund ist. In diesem Sinne viel Vergnügen beim Hören des heutigen Musiktipps.

 

Spezial - Mixversion: https://www.youtube.com/watch?v=ovVpVhVxlAg

 

Original-Version: https://www.youtube.com/watch?v=nhe4HekzFio

 

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Dany Kammüller, October 4, 2024 11:12 AM