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Die wahren Helden: Pfleger- und Betreuer/innen


Pflegende und Betreuer/innen sind immer für uns da, sie reichen uns die Hand für ein gemeinsames Miteinander. Bild: Elisabeth/Pixabay


Spricht man über das Gesundheitswesen hört man oft von den Heldentaten der Ärzte, die hier und dort Leben retten oder Wunder vollbringen. Das ist wohl wahr und ich möchte diese Taten und Leistungen nicht schmälern. Aber wie oft spricht man über die im Hintergrund agierenden Pfleger- und Betreuer/innen?

 

Eines vorweg, ich bin in Sachen Pflege- und Gesundheitsberufe kein Fachmann. Daher kann es sein, dass ich in meinem folgenden Text das eine oder andere nicht fachlich korrekt wiedergebe. Aber ich sehe das, was ich sehe, und darüber berichte ich hier. Zudem sei auch vermerkt: Die Bandbreite der Pflege- und Betreuungsberufe ist sehr weitläufig, daher war es nicht möglich explizit auf jeden einzelnen Berufszweig einzugehen. Gemeint sind aber alle, die in irgendeiner Form in der Pflege- und Betreuung tätig sind.

 

Schattendasein

Sie stehen meist im Hintergrund, sie sind die positiven Schatten im Gesundheitswesen. Pflegende und Betreuer/innen tun das, was viele von uns nie tun könnten und das, meine lieben Leser/innen, ist weit mehr, als nur Erbrochenes wegzuwischen, Betten machen, bei der täglichen Körperpflege (Hygiene), beim An-/Ausziehen, beim Essen Beistand leisten und ohne die Nase zu rümpfen auf dem Gang zur Toilette begleiten, etc., etc. Diese Menschen hinter der Kulisse tun weit mehr, als viele von uns sehen oder glauben zu wissen. Sie müssen oft unerwartet und unvorbereitet mit allen Situationen klarkommen, die auf sie zu kommen. Sie müssen richtig handeln, Massnahem ergreifen und bei aller Sachlichkeit auch den Menschen und das Herz nicht vergessen. Eine Monsteraufgabe!

 

Unverzichtbar

Pflegende und Betreuer/innen nehmen in der heutigen Gesellschaft eine zentrale Rolle ein. Ja sie sind gar das Herzstück unseres Gesundheitssystems ohne die nichts, aber wirklich auch gar nichts geht. Sie sind da, wenn andere längst schlafen. Sie hören sich die Sorgen und Ängste der Patienten an, nehmen sich Zeit, soweit das in Folge des zunehmenden Zeitdruckes heute noch möglich ist. Und nebst der physischen Grundversorgung bieten Pflegende den Patienten auch sehr viel emotionale Unterstützung. Sie begleiten Sterbende auf ihrem letzten Gang, sie halten deren Hände, wischen ihnen die Tränen weg und sprechen ihnen Mut zu, wohlwissentlich, dass es oft keine Wiederkehr gibt, und dabei bleiben sie immer zielführend und professionell. Ich ziehe meinen Hut vor den Leistungen dieser Menschen.

 

Immer Lächeln?

Bei all dem Stress, der in diesen Berufszweigen heutzutage anfällt, haben diese Fachleute oft dann noch ein Lächeln im Gesicht, wenn es längst nichts mehr zu lachen gibt und das trotz Personalmangel und vielerorts schlecht bezahlter Arbeit. Und als Dank werden sie von vielen Patienten oder deren Angehörigen nicht selten dumm von der Seite angequatscht: «Tun sie doch endlich was! Warum dauert das so lange? Machen sie mal vorwärts!» Doch selbst dann bewahren sie die Contenance zeigen Verständnis, reden ruhig und mit Bedacht mit den betroffenen Nörglern, erklären, geben Ratschlage und vieles anderes mehr.

 

Hohe Professionalität

Die Arbeit in diesen Berufen erfordert ein hohes Mass an Empathie, Geduld, Fachwissen und Professionalität. Pflegekräfte und Betreuer/innen sind daher meiner Meinung nach die stillen Helden des Alltags, deren Einsatz und Hingabe einen unschätzbaren Beitrag im heutigen Gesundheitssystem darstellen. Doch wie schrieb dereinst Bertolt Brecht in der Schlussstrophe der Dreigroschenoper: «Denn die einen sind im Dunkeln. Und die anderen sind im Licht. Und man sieht nur die im Lichte (Politiker/Ärzte). Die im Dunkeln (Pflegende) sieht man nicht.» In etwa so, bringt man das Schattendasein der Pflegenden/Betreuenden in der Gesellschaft auf den Punkt.

 

Fachkräfte-Mangel

Es ist – wie erwähnt – Fakt, dass es in unserem Gesundheitssystem an Fachkräften mangelt. Das führt vielerorts zu enormem Leidensdruck, bei den Patienten genauso wie bei den Betreuenden, denn fehlt das Personal, fehlt am Ende eben auch die Zeit für die Pflege. Immer weniger Pflegende müssen sich um immer mehr Patienten kümmern. Dass diese Rechnung irgendwann nicht mehr aufgeht, ist so klar wie Klossbrühe. Was kann man tun? Nun man könnte den Status dieser Berufe aufwerten, genauso wie man die Lohntüte in gewissen Sparten aufbessern könnte. Da sind unsere Politiker gefragt.

 

Kosten

Sparen ist gut und recht, aber man kann eben auch am falschen Ort sparen. Daher stellt sich am Ende die Frage, wieviel ist uns unsere eigene Gesundheit und die damit verbundenen Pflegemassnahmen wert, auf die wohl die meisten früher oder später angewiesen sind? Was also darf die Pflege/Betreuung kosten? Eigentlich sollte man diese Fragen gar nicht stellen müssen, denn es geht hier um weit mehr als um Pflege-/Gesundheitskosten, sondern es geht hier in erster Linie um Menschen.

 

Fazit

Was Pflegende und Betreuer/innen in der heutigen Zeit leisten, kann gar nicht oft genug gewürdigt werden. Sie sind die Lanzenspitze, sprich die «Winkelriede» unseres Gesundheitssystems. Sie sind die stillen «Krampfer/innen» im Hintergrund, ihnen gebührt unser Respekt und Dank. Dabei sollte man sich auch mal fragen, wie man sie bei der Arbeit entlasten könnte. Nun, zum Beispiel mit dem Abbau der unsäglichen, ständig zunehmenden Bürokratie, in Form von Berichten, Tabellen, Statistiken, Protokollen, Rapporten, Sitzungen und weiteren unnötigen Büro- und Schreibarbeiten etc., nur damit die Politiker im Rampenlicht ihr Renommee und ihre Popularität aufpolieren können, so nach dem Motto: «Seht her, was wir geleistet haben.» Pustekuchen, was ist wohl wichtiger, eine überladene Bürokratie oder pflegende, heilende und beschützende Hände? Denkt mal darüber nach ... ! 

 

Das Zitat der Woche

Kranke wollen würdig gepflegt werden und Pflegende, dass man ihre Arbeit würdigt. DaKa

 

Musiktipp der Woche

Thomas Stieben: «Im Herzen der Pflege» Erschienen am 28.11.2018

 

https://www.youtube.com/watch?v=Bn5AFh6vdm4

 

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Dany Kammüller, November 22, 2024 8:03 AM