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Werden Schweizer Rentner/innen verarscht?
So mancher Rentner in der Schweiz wird im Pensionsalter zur Armut verdammt. Bild: Andrew Khoroshavin/Pixabay
Du wirst in der Schweiz geboren, gehst hier zur Schule. Du absolvierst eine Lehre oder ein Studium. Du erfüllst alle Rechte und Pflichten. Du leistest als Mann Militärdienst und als Frau schmeisst du den Haushalt für die Familie. Du arbeitest in diesem Land zwischen 40 bis 50 Jahre oder darüber hinaus und am Ende bleibt dir unterm Strich ein Hungerlohn.
Du zahlst dein ganzes Arbeiterleben lang für die AHV/IV/EO und weiss der Kuckuck für was sonst noch. Dieses Geld wird zu einem Teil von den Arbeitgebern bezahlt und zum anderen den Arbeitnehmern direkt vom Lohn abgezogen. Du versuchst auch immer mal wieder was auf die hohe Kante zu legen, damit du im Alter halbwegs über die Runden kommst, denn das Leben in der Schweiz ist teuer, sehr teuer.
Gebt es den anderen
Der Bund klagt ständig und immer wieder, dass die AHV/IV in der Kreide stehen und auch die Pensionskassen stimmen gern ein solches Liedchen an. Aber man gibt fleissig Geld aus für andere Länder. Sogenannte Kohäsionszahlungen in Milliardenhöhe für die Entwicklungshilfe von vermeintlich armen EU-Staaten. Ich weiss, meine Ausführungen hier sind nicht zwingend politisch korrekt abgefasst, aber das ist auch nicht mein Anspruch. Sondern ich sehe es einfach aus der Sicht des kleinen Bürgers und all den Rentnern, die hier am Hungertuch nagen und nicht verstehen, warum der Bund Millionen und Abermillionen von Steuergeldern förmlich aus dem Fenster wirft. Entwicklungshilfe ist gut und recht, doch wie wäre es, wenn wir in erster Linie auf unsere eigene Landesentwicklung und deren Bürger/innen achten würden…?
Sparen beim Bund
Ich bin kein Politiker, aber ich denke, es gäbe die eine oder andere Möglichkeit, wie der Bund Geld sparen oder neues Geld beschaffen könnte. Zum Beispiel mit höheren Steuern auf Luxusgüter oder für ausländische Firmen. Der Einnahme von Steuergeldern in Milliardenhöhe bei einer möglichen Legalisierung von weichen Drogen. Oder am Ende auch mit einer Herabsetzung der Kontingentierung im Asylwesen. Ich habe nichts gegen Asylanten, aber seien wir mal ehrlich, die kosten uns auch eine schöne Stange Geld, das uns an dieser und jener Ecke fehlt. Die Rentner, die am Hungertuch nagen, lassen grüssen.
Geld reicht nicht
Gemäss einer Umfrage der Lebensversicherungs-Gesellschaft «Swiss Life» rechnet jeder zehnte Pensionierte damit, dass das Geld nicht bis zum Lebensende reichen wird. Ein Teil davon geht sogar davon aus, dass das ersparte Geld in wenigen Jahren aufgebraucht sein wird. Und was kommt dann? Betteln für Ergänzungsleistungen oder auf der Strasse, dem/der Sozialamt-/hilfe oder mit der Suche nach einem freien Platz unter der Brücke?
Erspartes anzapfen
Aus der zuvor erwähnten Umfrage geht auch hervor, dass rund 22 Prozent der Pensionierten in Helvetien ihr Erspartes anzapfen müssen, um über die Runden zu kommen. Auch keine schönen Aussichten in einem Land, in dem bekanntlich Milch und Honig fliessen. Wie gesagt, das Geld, das der Bund hier und dort ausgibt, fehlt halt an einem anderen Ort, wo wir es mit Sicherheit besser brauchen könnten.
Goldener Ruhestand? Pustekuchen!
Früher sprach man oft vom goldenen Ruhestand, also von einer Zeit, in der man sich sprichwörtlich auf den Lorbeeren, die man sich ein Leben lang zusammengespart hat, ausruhen kann. Nun, so manches Märchen beginnt mit den Worten: «Es war einmal …» So ist es heute auch mit dem vermeintlich goldenen Ruhestand. Viele Rentner arbeiten – sofern die Möglichkeit besteht – über das Rentenalter hinaus, damit sie halbwegs, also mehr schlecht als recht über die Runden kommen. Ein trauriges Bild, in einem der reichsten Länder der Erde …
Auswandern
Immer mehr Schweizer Rentner/innen sehen hierzulande nur einen Ausweg, um einen einigermassen gesicherten Ruhestand zu geniessen. Sie brechen die Brücken in der Schweiz schweren Herzens ab und wandern aus, meist in ein EU-Land, in dem die Lebenserhaltungskosten um einiges tiefer liegen als bei uns. Wir werden also förmlich selbst zu (Rentner-) Asylanten. Diese Menschen verlassen ihre geliebte Heimat, in der sie sich über Jahrzehnte ein soziales Netzwerk aufgebaut haben. Die Familie, Kinder, Enkel und Freunde bleiben zurück und das tut weh, sehr weh…
Fazit
Die Schweiz gehört wie gesagt zu den reichsten Staaten der Welt. Diesen Wohlstand haben vorwiegend die Menschen erarbeitet, die hier ein Leben lang schuften oder malocht haben. Aber ein Grossteil dieser Bürger/innen schickt der Bund, mit seiner Politik des Gebens, am Ende so manches Arbeiterlebens in die Wüste. Jemand, der ohne Beitragslücken ein ganzes Leben lang geackert hat, erhält am Ende eine maximale AHV-Rente von gerade mal 2370 Franken beziehungsweise 28'440 Franken im Jahr (!). Die Minimalrente liegt bei 1185 Franken oder 14'220 Franken pro Jahr. Wer kann damit in der Schweiz (über-) leben, sofern er keine Ersparnisse hat?
Hinweis für angehende Rentner/innen
Wer in unsrem Land eine Rente beziehen will, muss sich etwa drei bis vier Monate vor Erreichen des Referenzalters selbst bei der AHV melden. Wer das nicht tut, erhält auch kein Geld. Wir werden also förmlich gezwungen, unserem eigenen Geld hinterher zu rennen. Ich frage mich, was das für Sesselfurzer waren, die sich dereinst (1.1.1948) solche Sachen ausgedacht haben. In der damaligen Zeit war das wohl noch OK, aber in der heutigen Zeit der Digitalisierung (inkl. KI-Hilfe) wäre es doch eine Kleinigkeit, jedem angehenden Rentner ein kleines Schreiben zukommen zu lassen, in dem man ihn wenigstens auf seine Pflichten hinweisen könnte…
AHV-Anmeldungen siehe unter:
https://www.ahv-iv.ch/de/Formulare/Formulare/Leistungen-der-AHV .
Hilfe erhalten Sie auch bei der Pro Senectute Kantons Zug: https://zg.prosenectute.ch/de.html
Das Zitat der Woche
«Die Politik ist ein Versuch der Politiker, zusammen mit dem Volk mit den Problemen fertig zu werden, die das Volk ohne die Politiker niemals gehabt hätte.» Dieter Hildebrandt: deutscher Kabarettist, Schauspieler und Buchautor. 23.5.1927 bis 20.11.2013.
Musiktipp der Woche
Ennio Morricone: Soundtrack – «Spiel mir das Lied vom Tod» aus dem Jahre 1968. Dieser Film zählt bis heute zu den erfolgreichsten Streifen seines Genres.
https://www.youtube.com/watch?v=zIlT0wkW9Vg
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Dany Kammüller, December 6, 2024 6:26 AM