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Zwang zu bargeldlosen Zahlungen ist Nötigung
Im Parkhaus GIBZ in der Stadt Zug zahlt man anscheinend für zwei Stunden drei Franken, aber für 2.5 Stunden kostet es fünf Franken. Seltsam... Bild: Dany Kammüller
Eines gleich vorweg, all die neuen, unterschiedlichen Zahlungs-Systeme in Sachen «Parking» gehen mir mächtig auf den Sack. Jeder hat sein «Systemchen» und bald jeder macht, was er will. Ich nahm die Parkplatz-Gebühren in der Stadt Zug mal ein klein wenig unter die Lupe, wohlwissentlich, dass es in den restlichen zehn Gemeinden auch nicht besser ist.
Die Parkgebühren in der Stadt Zug sind von Parkplatz zu Parkplatz (Parkhaus) verschieden und die Angaben entsprechen nicht immer der Realität. Da bäckt jeder seine eigenen Brötchen und die Autofahrer, die auf die eine oder andere Parkmöglichkeit angewiesen sind, blicken in die Röhre. Ich frage mich echt, wer für diesen Schlamassel verantwortlich ist.
Unterschiedliche Preise
Im Folgenden ein paar Beispiele für die unterschiedliche Preispolitik in Sachen Parkieren in der Stadt Zug. An den nachfolgenden Orten bezahlt man für zwei Stunden Parkzeit (gemäss Angabe) vier Franken: Gubelstrasse 19a; Baarerstrasse 37; Bundesplatz; Seestrasse; etc. Drei Franken für zwei Stunden kostet es beim Neustadtplatz; An der Aa; Siemens; Postplatz; *GIBZ; Arena, Altstadt; Casino und Frauensteinmatt, etc. Zwei Franken für zwei Stunden blättert man beim Hafen West; Stadion P1 & P2; Athene und in der Rathausstrasse 4 hin. Im Parkhaus *GIBZ steht zwar, dass man für zwei Stunden drei Franken bezahlt, was sehr seltsam ist, denn ich bezahle dort für 2.5 Stunden regelmässig jeweils fünf Franken? (Alle Angaben ohne Gewähr: Quelle: Parkopedia.com)
Bargeldlos zahlen, okay, aber …
Im Parkhaus an der Baarerstrasse 63 in Zug ist das Parken besonders verzwickt. Zum einen, weil es dort so gut wie keine öffentlichen Parkplätze mehr gibt (nur grüne Felder), zum anderen, weil man hier nur noch bargeldlos bezahlen kann. Das erfährt man allerdings erst, wenn man die Tiefgarage wieder verlassen möchte. Da ich aber weder bei Twint noch Parkingpay bin und auch nicht mit der Karte zahlen möchte, komme ich ohne Reklamation und Zeitaufwand nicht mehr raus. SCHEI…! Hier wird man also förmlich dazu gezwungen bargeldlos zu bezahlen.
Twint funktioniert nicht
Hört man sich bei Leuten um, die beispielsweise mit Twint bezahlen, hört man immer wieder, dass das stellenweise sehr problematisch ist, weil das System gerade nicht so funktioniert wie es sollte. Twint selbst schreibt dazu: «Leider lassen sich Störungen oder Serviceausfälle nie komplett ausschliessen. Die Techniker/innen setzen deshalb alles daran, allfällige Störungen so schnell wie möglich zu beheben.» Toll, das nützt mir herzlich wenig, wenn ich wegen einer «Twint-Panne» zu spät zu einem Termin komme und ich zudem nicht weiss, wie lange die Pannen dauern.
Solange es Bargeld gibt …
…so lang sollte gewährleistet sein, dass man mit beiden Systemen bezahlen kann, also mit Karten, etc. und Bargeld. Alles andere ist reine Profitgier und/oder Vetternwirtschaft. Meiner Meinung fällt ein solches Gebaren unter den Begriff Nötigung. Die Betreiber von Parkhäusern und Parkplätzen verdienen an den Menschen, die auf solche Stellplätze angewiesen sind, ein Heidengeld; rund1.6 Millionen pro Jahr nur in der Stadt Zug.
Zusätzliche Kosten
Die Kosten für all meine digitalen Zahlungen (nicht nur beim Parkieren), einschliesslich der prozentualen Transaktionsgebühren, betragen durchschnittlich 2.5 Prozent. Ja klar, dass kann oder will man sich im reichen Kanton Zug leisten, schliesslich müssen die armen Banken auch was verdienen. Nein echt jetzt, darüber liebe Politiker/innen solltet ihr euch mal Gedanken machen; die nächsten Wahlen kommen bestimmt.
Öffentlicher Verkehr
Der eine oder andere sagt jetzt vielleicht, fahr doch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖV), dann hast du kein Parkplatz-Problem. Könnte ich ja, passt aber nicht in mein Zeitmanagement. Doch abgesehen davon sind auch Behinderte, Geschäftsleute, Rentner/innen, Handwerker, Eltern mit Kindern, etc. darauf angewiesen, dass sie mit dem eigenen Auto fahren können, da der ÖV nicht alle Strecken lückenlos bedient. Zudem fährt man auch mit ÖV nicht gratis oder muss hier und dort gewisse Distanzen (bei jedem Wetter) zu Fuss, den Krücken oder dem Rollstuhl überwinden.
Das Zitat der Woche
Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern - die anderen Windmühlen. Chinesisches Sprichwort
Musiktipp der Woche
Ladies of Soul - Soul Medley von 2018. Hammermässig - unbedingt reinhören. Es gibt noch diverse weitere Versionen von den «Ladys of Soul».
https://www.youtube.com/watch?v=3aUO_MmpNXw
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Dany Kammüller, December 20, 2024 11:54 AM