Aktuelles/Blog


Die Globalisierung frisst die deutsche Sprache

Es gibt keine Müllmänner mehr!


Es gibt keine Müllmänner mehr. Warum erfahren Sie im nachfolgenden Text. Bild: beauty_of_nature auf Pixabay


Stirbt die deutsche Sprache aus? Man könnte es meinen, denn heute wird an vielen Orten ganz selbstverständlich entweder englisch gesprochen oder deutsche Wörter durch englische ersetzt. So gehen uns gewisse Sachen nicht mehr leicht von der Hand, sondern sie sind einfach nur easy. Englisch ist halt cool (lässig) und der Sound (Klang) der Sprache noch cooler.

 

Die Globalisierung brachte uns viele Erneuerungen, gute und weniger gute. Sie hinterlässt Spuren auch in der Arbeitswelt und der Bezeichnung von Berufen. In Stellenausschreibungen werden deutsche Berufsbezeichnungen mehrheitlich durch Anglizismen oder auch «denglische» (deutsch-englische) Begriffe ersetzt. Damit soll erreicht werden, dass auch Ausländer wissen, um was für einen Job es sich bei einem Stellenangebot handelt. Typisch Schweizer, wir wollen es immer allen recht machen, vergessen und verlieren aber immer mehr die eigene Identität. Ich denke, dass Menschen, die in die Schweiz (Deutschland/Österreich) kommen, um hier zu leben und zu arbeiten, Deutsch, Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch lernen sollen, dann verstehen sie auch, was mit diesem oder jenem Stellenangebot gemeint ist. 

 

Anglizismen sind in

Früher gab es noch Müllmänner und Fensterreiniger, das ist «Out» und nicht mehr «contemporary» sprich zeitgemäss. «Today» (heute) nennt sich der moderne «Employees» (Mitarbeiter) bei der Müllabfuhr «Waste Removal Engineer» und beim «Vision Clearance Engineer» handelt es sich um den zuvor genannten Fensterreiniger. Auch sein «professional colleague» (Berufskollege) wurde zum «Environment Improvement Technician» (Reinigungskraft) befördert. Das klingt doch super und man kommt sich irgendwie wichtig vor. Kein Wunder ist auch der «Crockery Cleansing Operative» sprachlich aufgestiegen und nennt sich fortan nicht mehr Tellerwäscher. Und ein Geschäftsführer, der heute etwas auf sich hält, nennt sich ganz selbstverständlich «Chief Executive Officer» (CEO).

 

Stellensuche leicht gemacht?

Nein, die Stellensuche wird durch die vielen, vermeintlich modernen Berufsbezeichnungen nicht vereinfacht, das Gegenteil ist der Fall. Ein Schweizer, welcher der englischen Sprache nicht mächtig ist, muss erst ein Wörterbuch konsultieren, bevor er sich bewerben kann. Aber egal, Hauptsache die englisch sprechenden Ausländer wissen was gemeint ist, wenn in einem Stelleninserat vom «Education Centre Nourishment Production Assistant» (Aushilfe in der Kantine), vom «Petroleum Transfer Engineer» (Tankwart) oder vom «Revenue Protection Inspector» (Fahrkartenkontrolleur) die Rede ist. Selbst die Hausfrau und der Hausmann werden als «Domestic Engineer» nicht verschont.

 

Schweiz-Albani» Dialekt

Aber nicht nur Englisch hielt in unserem Sprachgebrauch Einzug, sondern auch «schweiz-albani». Wenn man heute sieht/hört, wie Jugendliche und Kinder beispielsweise in «In social media» (Sozialen Medien)» miteinander kommunizieren, bleibt uns Erwachsenen nur noch ein Kopfschütteln. Entweder schreiben sie nur mit Abkürzungen (wms, lol, kp, etc.) oder sie reden/schreiben «schweiz-albani» «Hey Kollega machsch hüt». Sie verlernen richtig Deutsch zu schreiben und zu sprechen, das schlägt sich früher oder später auch in ihrem Verhalten nieder.

 

Erziehung

Es ist meines Erachtens eine Frage der Erziehung, den Kindern und Jugendlichen Anstand und Respekt beizubringen. Aber etliche Eltern sehen im Verludern der Sprache nichts Schlimmes. Ist doch lustig, die Jugend hatte schon immer ihre eigene Sprache. Mag sein, solange sie das unter sich tun, aber in der Berufswelt kommen sie damit nicht gut an, ja es ist gar respektlos: «Hey ‘Scheffe’ gosch Mittag». So spricht man nicht mit seinem Chef, das hat auch was mit Anstand zu tun. Aber etliche zukünftige Lehrlinge finden vermutlich erst gar keine Stelle, weil sie nebst mangelndem Respekt und Anstand eben auch verlernt haben, sich adäquat in Wort und Schrift auszudrücken.

 

Fazit

Die Sprache ist damals wie heute das wichtigste Kommunikationsmittel, ein «Tool» (Werkzeug) zur gegenseitigen Verständigung. Wir sollten dieses Werkzeug respektieren und ohne nationalistisch zu wirken, stolz sein auf das, was wir hier in der Schweiz haben. Die Sprache ist auch ein Teil unserer Identität und auch dazu sollten wir Sorge tragen. Es grüsst Sie ihr «Copywriter» (Texter). Anmerkung: Diese hier verwendeten «Job-Titles» Berufsbezeichnungen gibt es wirklich.

 

 Zitat der Woche

Zeichnen ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.

Joseph Joubert, französischer Essayist und Moralist. 7.5.1754 – 4.5.1824

 

Musiktipp der Woche

Namika: «Je ne parle pas français » erschienen am 13.4.2018

https://www.youtube.com/watch?v=103bx_Waacc

 

Eure Meinung interessiert mich

Kommentare, Kritiken, etc. sind zu richten an: info@dakapublic.ch Wenn euch gefällt, was ihr hier lest, sagt es weiter, wenn nicht, dann auch. Meine Texte dürfen auch gern gedruckt, geteilt und weitergeleitet werden.


Dany Kammüller, January 17, 2025 11:06 AM