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Wenn Kinder zu (Sex-) Opfern werden

Menschenhandel der übelsten Sorte


Es gibt nichts Schöneres als das Lachen eines Kindes, helfen auch Sie mit, dass immer mehr Kinder auf der Welt einen Grund zum Lächeln haben. Bild von: drkiranhania/Pixapay


Der Handel mit Menschen ist ein Milliardengeschäft, das von Jahr zu Jahr zunimmt und immer brutalere und perversere Formen annimmt.

 

Am 3. März 2025 sah ich im Fernsehen auf «3sat» ein Dokumentarfilm von Michael Kranz aus Deutschland zum Thema sexuelle Ausbeutung. Dieser Film hat mich zutiefst betrübt und mich veranlasst, dieses Thema erneut aufzugreifen. Kranz suchte in Bangladesch ein 15-jähriges Mädchen, das dort in der Zwangsprostitution tätig ist und in einer Dokumentation interviewt wurde. Am Ende sagte das Mädchen: «Gibt es keinen anderen Weg für uns Frauen als den des Leides? Gibt es überhaupt einen Weg»? Darauf machte sich Kranz auf die Suche nach der 15-Jährigen. Sein Weg führte ihn in die gesellschaftlichen Abgründe von Kinderprostitution, Gewalt, Dreck und Armut in Bangladesch (Anmerkung; Der Film heisst «Was tun?» und ist bis am 9.6.2025 auf 3sat verfügbar. https://www.3sat.de/dokumentation/was-tun-100.html

 

Warum?

Man liest und hört immer wieder über die Thematik des Menschenhandels und der damit verbundenen Kinder-Prostitution. Aber das Thema erhält in der Gesellschaft nach wie vor zu wenig Gehör und Beachtung. Warum? Einerseits, weil in Ländern wie Bangladesch, Indien, Pakistan oder auch Afrika und Südamerika die Justiz oft selbst die Hand im Spiel hat und zusammen mit der organisierten Kriminalität unter einer Decke steckt. Andererseits, weil es in Sachen «Menschen als Ware» nach wie vor eine hohe Nachfrage gibt. Mit diesen Dreckgeschäften erzielen Verbrecher weltweit jährliche Umsätze von geschätzten zehn bis 20 Milliarden US-Dollar.

 

Sextourismus

Schätzungen der Vereinten Nationen zur Folge werden jährlich etwa 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Knaben unter 18 Jahren zum Sex gezwungen. Die Jüngsten davon sind unter zehn Jahren, teilweise sogar noch im Babyalter. In Bangladesch liegt das Durchschnittsalter bei der Kinderprostitution bei 13 und in Kenia hatte fast ein Drittel aller Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren schon mal Sex gegen Geld/Geschenke. Wer nun glaubt, dass uns das nichts angeht, irrt sich, denn nebst den Einheimischen «Kinderschändern», sind es auch Touristen aus den westlichen Ländern, die dafür sorgen, dass das Geschäft mit den Kindern weiter blüht. Die grösste Gruppe in Kenia stammt aus Italien (18%), Deutschland (14%) und der Schweiz (12%) (!) 36 Prozent von den Freiern benützen beim Geschlechtsverkehr kein Kondom. 85 Prozent der Sexualtäter sind Männer und stammen aus allen sozialen Schichten.

 

Zahlen und Fakten

Hinter all diesen nackten Zahlen und Fakten steht ein unermessliches, kaum vorstellbares Leid, das für einen normalen Menschen nur schwer nachvollziehbar ist. Denn ganz ehrlich, ein Mensch, der Sex mit Kindern sucht, hat mit Bestimmtheit einen an der Waffel, keinen Anstand und auch keine Moral. Zudem glaube ich, dass diese Menschen auf der geistigen Ebene ein massives Defizit haben. Viele von ihnen haben zuhause eine Familie und oft auch selbst Kinder. Aber hierzulande ist die Gesellschaft halt besser informiert und die Gefahr entdeckt zu werden dementsprechend grösser als in der Fremde, wo die Möglichkeit ertappt zu werden, leider relativ gering ist.

 

Auch hier strafbar

Viele Sextouristen sind zwar der Meinung, dass ihre Verbrechen im Heimatland nicht geahndet werden können. Das ist ein weiterer Irrtum, denn Sextouristen, die bei ihren perversen Taten erwischt werden, kann man auch zuhause zur Rechenschaft ziehen. Da die Zusammenarbeit zwischen den Nationen (Beispiel Philippinen) bezüglich derartiger Verbrechen langsam fruchtet, kommt es vermehrt zu Anzeigen. Doch obwohl die philippinische Regierung die Jagd auf Sextouristen intensivierte, werden dort nach Schätzungen von UNICEF nach wie vor zwischen 60’000 und 100’000 Kinder in die Prostitution gezwungen und ausgebeutet.

 

Schweiz/Deutschland

Solche unsäglichen Verbrechen geschehen aber nicht nur in 3.-Weltländern, sondern auch hier bei uns. Man geht davon aus, dass es in der Schweiz jährlich zu etwa 45'000 sexuellen Übergriffen auf Kinder kommt. (Quelle: www.parlament.ch). Im Nachbarland Deutschland sind es gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) pro Jahr bis zu einer Million Kinder. Jedes dritte Mädchen und jeder fünfte Knabe ist davon betroffen! Das sind in einer Schulklasse mit 21 Kindern, vier Knaben und sieben Mädchen. Denken Sie mal darüber nach! Darum ist es wichtig, dass Eltern, Verwandte, Lehrer und Nachbarn etc. reagieren, wenn ihnen gewisse Veränderungen bei Kindern auffallen.

 

Die Anzeichen

Die möglichen Anzeichen bei sexuellen Übergriffen auf Kinder sind unter anderem: Wutanfälle, regressives Verhalten (Einkoten, Einnässen, Jammern), Drogenmissbrauch, Rückzugsverhalten, Depression, Ängstlichkeit, Hemmung, Überkontrolle, Waschzwang, Aggression, antisoziales und unkontrolliertes Verhalten und posttraumatische Belastungsstörungen. Der Missbrauch führt bei vielen Betroffenen zu Veränderungen, die einem aufmerksamen Umfeld auffallen können/müssten.

 

KI veränderte das Angebot …

…und das ist hoch und die Nachfrage steigt zunehmend. Mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz (KI) tat sich ein neuer Markt auf, denn mit KI ist fast nichts unmöglich. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Eltern von ihren Kindern keine Bilder mehr ins Internet stellen, auch und vor allem in den sozialen Medien. Wenn Sie das schon getan haben, löschen Sie diese Bilder umgehend. Heute können Verbrecher Filme mit KI-generierten Inhalten erstellen, so genannte «Deepfake-Pornos», die so echt sind, dass man den Unterschied zwischen einem Fake und der Realität nicht mehr erkennt. Man nehme ein Bild aus dem Internet, setzt den Kopf oder den Körper eines Kindes auf einen KI-generierten Inhalt und schon entstehen mit «Ihren Kindern» die brutalsten und perversesten Filme.

 

Härtere Strafen

Mich hat nur schon meine Recherche zu diesem Thema zutiefst beelendet, weil ich einfach nicht verstehen kann, was das für Menschen sind, die so etwas tun. Und doch ist es wichtig, dass immer wieder darüber berichtet wird, damit diese furchtbare Thematik nicht in Vergessenheit gerät. Ich denke auch, dass man solche Verbrechen einfach härter bestrafen sollte. Ein Mensch, der ein Kind auf diese Art und Weise schädigt, zerstört ein Leben. Darum wäre lebenslänglich für solche Taten meiner Meinung nach nicht falsch.

 

Fazit

Kinder sind das schwächste Glied in unserer Gesellschaft. Sie sind auf unseren Schutz angewiesen. Sie sind keine Ware, die man nach Belieben missbrauchen, quälen und danach, wie Müll wegwirft. Helfen auch Sie mit, damit solche Verbrechen gegen die Menschlichkeit - ich bin gar geneigt zu sagen - diesen körperlichen/seelischen Genozid an Kindern – eingedämmt wird, indem man hinsieht. Wer Kenntnis von solchen Taten hat und wegsieht macht sich mitschuldig, weil er mit seiner Haltung das Geschehen goutiert. Ich denke es ist wohl eine Illusion zu glauben, dass man diese Verbrechen je ganz ausrotten kann, aber tatenlos zu zusehen ist keine Option, denn jedes Kind, dass ein solches Martyrium erleben muss, ist eines zu viel …

 

(Empfehlung: Sehen Sie sich den Dok-Film «Was tun?» von Michael Kranz an: Link siehe oben bei der Texteinleitung)

 

 Zitat der Woche

Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht. 

Helmut Kohl, ehemaliger, deutscher Bundeskanzler. 3.4.1930 – 16.6.2017

 

Musiktipp der Woche

Michel Pépé: L’eveil / erschienen 2016

 

https://www.youtube.com/watch?v=-Wt8YsFQ41U

 

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Kommentare, Kritiken, etc. sind zu richten an: info@dakapublic.ch Wenn euch gefällt, was ihr hier lest, sagt es weiter, wenn nicht, dann auch. Meine Texte dürfen auch gern geteilt und weitergeleitet werden.


Dany Kammüller, March 14, 2025 7:05 AM