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Demut
Demut kann ein Wegweiser sein von der Dunkelheit ins Licht, wenn wir fähig sind, diesen zu erkennen und zu würdigen. Bild: Dany Kammüller
Wenn ich in und auf unsere Welt blicke, denke ich, dass es mir doch recht gut ging in den vergangenen Jahren. Daher bin ich dem Leben und dem grossen Geist «Wakan Tanka» und allen Schutzengeln, die mich bis anhin begleiteten, dankbar dafür, dass ich noch hier sein darf …
…mir ist sehr wohl bewusst, dass ich nicht mehr so lang auf Erden wandle, wie die Zeit, die hinter mir liegt. Umso mehr geniesse ich alles, was mich umgibt in tiefer Demut und erfreue mich an jedem Tag, jeder Stunde, Minute und Sekunde. Ich erfreue mich an den kleinen und hin und wieder auch grossen Dingen, die mir das Leben schon schenkte und – so hoffe ich – noch schenken wird, …
… mir ist gleichfalls bewusst, dass ich im Vergleich mit dem grossen Ganzen ein Zwerg bin, der aber zumindest immer versucht hat, ein guter Mensch zu sein. Mal gelang es mir mehr, mal weniger. Aber wie dem auch sei, ich erfreue mich heute auch bewusster an den Schönheiten des Lebens, meines Lebens. Ich bin dankbar, dass ich auch in diesem Jahr die zauberhaften Blüten der Zuger Kirschbäume nochmal sehen darf und den frischen herrlichen Duft, den sie aussenden riechen kann …
… Ich erfreue mich auch immer wieder an schöner Musik, die mich beschwingt, mich fliegen lässt, aufstellt, tröstet und mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert oder hin und wieder auch die eine oder andere Träne. Tränen der Freude oder der Trauer. Demütig lausche ich den tausenden Klängen, die irgendwann, irgendwer komponiert hat. Ich ziehe meinen Hut vor den Menschen, die mit Musik Gefühle ausdrücken konnten/können, für die es keine Worte gibt …
… und oft denke ich in Demut auch an all die guten Menschen, die nicht mehr unter uns weilen und die es womöglich mehr verdient hätten als ich, noch hier zu sein. Daher frage ich mich manchmal, ob es wohl ein Schicksal gibt oder eine Lebensuhr, die über uns bestimmt, ein hoher Geist, der uns zuruft, wenn unsere Zeit gekommen ist …
…manche «First Nation» glauben, der Ruf der Eule sei ein Ruf aus der Geisterwelt und auf dem Weg zu den Ahnen muss jeder an der Eulenfrau „Hinhan Kaga“ vorbei. Sie richtet über die Seelen der Verstorbenen. Sie entscheidet, ob einer würdig ist ins Land der vielen Zelte zu gehen, oder ob er zurück muss auf die Erde, um dort als Schatten zu wandeln, bis er würdig ist. Ich hoffe, dass ich dereinst würdig sein werde …
… vor diesem tiefgreifenden Hintergrund und der Tatsache, dass in einer Zeit des Egos, in der Ruhm, Macht, Reichtum und Erfolg oft als Stärke empfunden und gefeiert werden, die Demut uns vielleicht das eine oder andere Mal auch daran erinnert, dass die wahre Stärke aus unseren Herzen kommt und mehr wiegt als Macht und alles Gold dieser Erde…
… Demut ist auch keine Schwäche, im Gegenteil, sie ermutigt uns, mit Mitgefühl und Respekt durchs Leben zu gehen und die Vielfalt und Einzigartigkeit auf Mutter Erde mit all ihrer Schönheit zu würdigen. Und am Ende lernt uns die Demut auch, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen, zu akzeptieren und, dass es am Ende nicht wichtig ist, was wir sind, sondern wer wir sind …
Das Zitat der Woche
«Liebe ist Demut, die zur Höhe steigt, Demut ist Liebe, die sich niederneigt.»
Franz von Sales war ein französischer Ordensgründer, 21.8.1567 – 28.12.1622
Der Musiktipp der Woche
Mike Rowland: “Son Of The Light”
https://www.youtube.com/watch?v=oIEeZjaYlnA
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Dany Kammüller, May 16, 2025 11:38 AM