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Waschtag aus der Sicht eines Mannes

Das bisschen Hauhalt ...



Wäsche waschen ist eine Philosophie für sich, bei der «Mann» schon mal ins Straucheln kommen kann. Bild: Michael Püngel/Pixabay.


Männer tun sich im Haushalt nach wie vor schwerer als so manche Frau, das ist ein unumstösslicher Fakt und wissenschaftlich als auch statistisch belegt.

 

Beim nun folgenden Artikel handelt es sich um einen persönlichen, autobiografischen, leicht ironischen, bisweilen auch lustigen Text. Jede Ähnlichkeit mit realen Personen, tot oder lebendig, ist rein zufällig oder haben nur mit mir zu tun.

 

Statistik

Trotz der Fortschritte in der Gleichstellung der Geschlechter zeigen Statistiken, dass Frauen nach wie vor einen grösseren Anteil an der unbezahlten Hausarbeit leisten. Laut einer Studie des Bundesamts für Statistik (BFS) aus dem Jahr 2020 übernehmen Frauen rund 60 Prozent der gesamten Haushaltsarbeit während Männer nur etwa 40 Prozent beitragen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. So weit, so gut. Oder auch nicht.

 

«Das bisschen Haushalt …»

Ein paar ältere Semester können sich vielleicht noch an den Schlager von Johanna von Koczian aus dem Jahr 1977 erinnern, mit dem Titel: Das bisschen Haushalt …»dort singt sie unteranderem zum Thema Waschtag: «Das bisschen Wäsche ist doch kein Problem, und auch das Bügeln schafft man ganz bequem. (siehe Link unten: Musiktipp der Woche). Nein liebe Leute, das sage ich ganz bestimmt nicht und ich bin ein Mann. Ein Mann, der bei sich zuhause unter anderem, für die Wäsche von zwei Personen zuständig ist.

 

Waschtag

Die Waschmaschine habe ich mehr oder weniger im Griff, auch den Tumbler weiss ich zu bedienen. Die Wäsche an sich sortiert aber nach wie vor meine Frau, denn da bin ich nach wie vor nicht zu 100 Prozent sattelfest. Was gehört in die 30-,40-, 60 oder gar 95 Grad-Wäsche? Weiss- oder Buntwäsche, Wolle oder Seide? Egal? Nein, leider nicht. Müsste ich nur meine Wäsche waschen, käme wohl alles einfach in den 60 Grad Sud und aus die Maus. Wenn sich die Wäsche dabei ein klein wenig verfärbt, damit kann «Mann» leben. Frau verständlicherweise nicht. Man stelle sich vor, der Designerpulli von Cucci ist plötzlich rötlich statt weiss? Ei, ei, ei oder das Kleid von Versace ist bei 95 Grad ein klein wenig eingegangen. Todsünde …

 

Tumbler

Was darf in den Tumbler und was nicht ääähh? Keine Seide glaube ich, T-Shirts mit Aufdruck und Wolle? Auch nicht! Dafür aber Socken, Frotteesachen und die Bettwäsche. Gut hä? Nein nicht wirklich, denn aus mir unerfindlichen Gründen kommt es immer mal wieder vor, dass ein Wäschestück im Tumbler landet, das dort nicht hingehört? Ich denke mir, dass ich einfach nichts sage, vielleicht merkt sie es nicht. Tut sie aber…, dann stehe ich da wie ein begossener Pudel, setze meinen Hundeblick auf und gelobe Besserung.

 

Wäsche aufhängen

Ich bin grundsätzlich ein geduldiger Mensch, das ändert sich aber einmal pro Woche, wenn ich die Wäsche aufhängen darf. Da frage ich mich nämlich immer wieder, was bei gewissen Teilen oben und was unten ist, was innen oder aussen? Und warum sind nicht alle Kleider symmetrisch, sondern auf der einen Seite länger als auf der anderen (gewisse Modetrends). Oder nahtlose Unterwäsche bringt mich stellenweise zur Verzweiflung, da kehre ich die guten Stücke jede Woche ein paarmal, bis mir der Kragen platzt und ich die Teile halt auch mal verkehrt rum auf den Wäscheständer «werfeeee!!!» Zudem habe ich von Natur aus sehr trockene Hände, der Horror bei feinen, dünnen Stoffen. Zum Glück sieht mir bei dieser Arbeit niemand zu.

 

Bügeln

Da klinke ich mich ganz aus. Zum Glück muss man heute die meisten Stücke nicht mehr bügeln, also meine Sachen zu mindestens, ausser vielleicht mal ein Hemd. Aber nebst vielen anderen Dingen bin ich meiner Frau fürs Bügeln sehr dankbar.

 

Wäsche versorgen

Etwa 24 Stunden nach dem Waschtag nehme ich die Wäsche im Trockenraum von den Leinen, es sei denn ich vergesse es, was schon mal vorkommt. Ich lege alles schön in die Wäschezeine und meine Frau legt den Karsumpel danach zusammen und versorgt das Zeug im Kleiderschrank. Ich habe meine Wäsche früher als Jungspund auch selbst zusammengelegt, aber fragen Sie nicht wie…, denn dafür braucht «Mann» auch Nerven, die er einfach nicht immer aufbringen kann oder will.

 

Fazit

Die Regel und die Ausnahme immer vorausgesetzt, aber es ist schon so, dass Frauen im Haushalt mehr leisten als Männer. Statistiken zeigen auch, dass Frauen etwa 70 Prozent der Koch- und Reinigungsarbeiten erledigen. Männer hingegen sind eher in handwerklichen Tätigkeiten oder Gartenarbeit aktiv, was jedoch insgesamt einen geringeren Zeitaufwand darstellt. Die Verteilung der Aufgaben variiert auch je nach Familienstruktur. Aber ich sage immer, jedem/jeder das seine, Hauptsache es stimmt für beide Seiten.

 

Das Zitat der Woche

Männer sind Kinder, die einfach in Ruhe spielen wollen. Gäbe es Aufsitzstaubsauger, würden sie sogar im Haushalt helfen.

Inge Meisel, Deutsche Schauspielerin 30.5.1910 – 10.7.2004

 

Der Musiktipp der Woche

Johanna von Koczian: Das bisschen Haushalt, Schlager von 1977

 

https://www.youtube.com/watch?v=fW0uZJzjvJc

 

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Dany Kammüller, May 23, 2025 7:34 AM