Aktuelles/Blog
Gesellschaftliches Tabuthema Teil 2
Trübe Aussicht für unsere Kinder
Die Kinder unserer Zeit leben auf einem sozialen Pulverfass. Bild: bess.hamiti@gmail.com auf Pixabay
Vergangene Woche berichtete ich in meinem Blog über das Rentnerdasein und den damit verbundenen Schwierigkeiten. Daraufhin schrieb mir eine charmante, sehr liebenswürdige Frau, die ich schon seit meiner Schulzeit kenne, dass in der heutigen Zeit nicht nur die Alten viel Mut brauchen, sondern auch die Kinder.
Der Hinweis von Ursula spornte mich an, mal einen Blick in die Welt unserer Kinder zu werfen. Nun, das habe ich getan, daher eines vorab: Ein Kind kann sich seine Eltern nicht aussuchen. Daher sind viele Kids auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden schon auf die eine oder andere Art und Weise geprägt und verhalten sich in ihrem späteren Leben dementsprechend. Meiner Meinung nach gibt es drei Kategorien von Eltern.
Die Helikopter Erziehung
Die Helikopter Eltern versuchen ihren Kindern jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Sie räumen ihnen alle Schwierigkeiten, die möglicherweise auftreten könnten, aus dem Weg. Sie erziehen ihre Kinder förmlich zur Unselbstständigkeit. Dementsprechend sind diese eher ängstlich und haben in der Regel wenig Selbstvertrauen. Kein gutes Omen.
Die Überforderten
Diese Eltern überlassen die Kinder mehr oder weniger sich selbst, weil sie mit der Erziehung heillos überfordert sind. Da gibt es dann schon mal Schläge, Geschrei und/oder ungerechtfertigte Strafen. Kinder, die so aufwachsen, verlieren den inneren Halt, bevor sie richtig laufen können. Sie reagieren früher oder später oft mit Gegengewalt, weil sie es so gelernt haben.
Die Stützenden
Diese Gruppierung hilft sich gegenseitig und man versucht immer wieder einen für beiden Seiten gangbaren Weg zu finden. Man stützt die Kids und hält sie auch mal dazu an, gewisse Probleme selbst zu lösen. Will heissen, man gibt ihnen Leitplanken, in deren Raum sie sich bewegen und selbst finden können. Es ist unschwer zu erkennen, welcher dieser drei Wege der Beste ist.
Das gleiche Schicksal
Abgesehen von ihrem Elternhaus teilen Kinder in gewissen Bereichen das gleiche Schicksal. Sie wurden in eine digitalisierte Welt hineingeboren, die ihr Leben bestimmt nicht leichter macht. Sie wissen zwar, wie man mit dem PC und mit Chat-GPT umgeht, aber die Wenigsten von Ihnen haben eine Ahnung, wie man ein Feuerchen macht, um darin ein Würstchen zu braten. Nun, was ist wichtiger, der Umgang mit dem Computer oder das Feuerchen? Ich denke, der PC ist für sie ein modernes Spielzeug, das sie schnell besser verstehen als ihre Eltern. Aber dank dem Feuerchen und der Zeit, die man seinen Kindern schenkt, erhalten sie ein anderes Verständnis für die Natur, zusätzliches Selbstvertrauen, Halt und Gemeinschaftssinn. Aber, es gibt nichts Gutes, ausser man tut es … (Erich Kästner)
Staatsverschuldung
Praktisch alle Staaten auf unserer Welt sind verschuldet. Nehmen wir das Beispiel Deutschland. Das staatliche Haushaltsgeld, das dort zu Beginn dieses Jahres unter der neuen Regierung gutgeheissen wurde, ist so hoch, dass die Generationen, die nach uns kommen, bis zum Jahr 2235 schuften müssten, um diese Schuldenlast vollständig abzutragen. Man stelle sich das mal in der Realität vor oder wohl doch lieber nicht. Trübe Aussichten.
AHV/IV und Co.
Das Kürzel AHV steht in ferner Zukunft nicht mehr für die Alters – und Hinterlassenen-Versicherung, sondern für «Alles hoch verschuldet». Ich bezweifle, dass unsere Kinder noch etwas von diesem Solidaritätsgedanken haben werden. Schon heute finanzieren drei Arbeitnehmer/innen die AHV von einem Rentner. Dass diese Rechnung irgendwann nicht mehr aufgeht, versteht sich von selbst. Aber nicht nur finanziell gehts den Kids an den Kragen, sondern auch gesundheitlich (psychisch), denn der Druck in der Arbeitswelt ist schon heute exorbitant und der Stress nimmt bestimmt nicht ab, im Gegenteil.
Thema Umwelt
Unsere Umwelt hat sich verändert. Die heutigen Naturereignisse und Wetterkapriolen sprechen eine klare Sprache. Aber Schuldzuweisungen an frühere Generationen wären falsch, denn damals wusste man vieles noch nicht, was man heute weiss. Daher ist es umso wichtiger, dass wir künftig am gleichen Strick ziehen, um das Beste für unsere Natur herauszuholen. Aber liebe Kinder, Protest ist OK, doch dafür braucht es keine Gesetzesverstösse, in dem man sich auf der Strasse festklebt. Die Gesetze und die gesellschaftlichen Regeln gelten auch für euch, das hat unter anderem mit Anstand und Respekt zu tun.
Fazit
Wahrlich auch unsere Kinder leben in keiner einfachen Welt. Corona, Kriege, Schulden, Umweltverschmutzung, Naturgefahren, Leistungsgesellschaft, etc. prägen ihr Leben. Da halten am Ende nur die Stärksten durch, die anderen bleiben über kurz oder lang auf der Strecke. Zu welcher Kategorie unsere Kinder dereinst gehören, entscheiden aber nicht mehr wir, sondern sie selbst. Wir können nur versuchen, sie zu stützen und bestmöglich auf das Leben vorzubereiten. Es ist Fakt, dass die soziale Gerechtigkeit auf unserer Welt ein Wunschtraum ist und bleibt. Unsere Kinder sitzen daher auf einem sozialen Pulverfass und niemand weiss, wann dieses explodiert.
Das Zitat der Woche
Wenn Grosseltern es für nötig halten, sich in die Erziehung ihrer Enkel einzumischen, zeigt das nur, dass sie bei der Erziehung ihrer Kinder nicht sehr erfolgreich waren.
Robert Lembke, deutscher TV-Moderator und Journalist. 17.9.1913 – 14.1.1989
Der Musiktipp der Woche
David Kirschner: «Ya Lo Sé Que Tú Te Vas» (Deutsch: Ich weiss schon, dass du gehst) aus dem Jahr 2011.
https://www.youtube.com/watch?v=luHukxrZtFY&list=RDluHukxrZtFY&start_radio=1
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Dany Kammüller, June 27, 2025 2:09 PM