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Erziehung heute

Kinder sind der Spiegel ihrer Eltern


Kinder brauchen von klein an klare Grenzen und Regeln: Bild: ParentiPacek auf Pixabay


Wie bringe ich meinen Kindern bei, was Anstand und Respekt bedeuten? Für viele Kinder als auch deren Eltern sind das leider Fremdwörter, die in ihrem Vokabular nicht vorkommen.

 

Ich möchte bei dieser Thematik vorausschicken, dass es nach wie vor sehr viele Eltern gibt, die ihre Kinder zu Anstand, Respekt und Selbstverantwortung erziehen. Aber es gibt eben auch die anderen, die genau das Gegenteil von dem tun, was sie eigentlich sollten.

 

Erziehen – nicht verziehen

Wenn ich sehe, was gewisse Eltern ihren Kindern heute vorleben und zugestehen, wundert mich gar nichts mehr. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm. Eltern, die ihren Kindern, selbst bei wiederholten Grenzüberschreitungen, keine klaren Grenzen aufzeigen, dürften sich nicht wundern, wenn ihr Nachwuchs aus der Spur gerät. Kinder sind der Spiegel ihrer Eltern und so wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Die Eltern müssen entscheiden wo es lang geht und nicht die Kinder.

 

Rotzfrech

Viele «Kids» sind heute einfach rotzfrech und ignorant, da stehen mir das eine und andere Mal die Haare zu Berge, wenn ich mit solch verzogenen «Rotzlöffeln» konfrontiert werde. Sie mögen meine Ausdrucksweise entschuldigen, aber Kinder, die sich Erwachsenen gegenüber wie Könige oder Prinzessinnen aufführen, so nach dem Motto, niemand hat mir was zu sagen und ich kann eh tun und lassen, was ich will, solche Kinder können einem grundsätzlich nur leidtun. Auf Dauer hat solches Verhalten Konsequenzen, die selten positiver Natur sind.

 

Anerzogenes Fehlverhalten

Kinder, die ohne Grenzen und Leitplanken aufwachsen, haben es später, wenn sie sich fern von zuhause im sozialen Gesellschaftsleben integrieren müssen, sehr schwer. Mit Betonung auf «müssen», denn solch verzogene, zur Unselbstständigkeit erzogene und von «Helikopter-Eltern» überbehütete «Gofen» haben mit ihrem anerzogenen Fehlverhalten im gesellschaftlichen Leben (Kindergarten, Schule, Lehre, Beruf) nicht den Hauch einer Chance. Und Jugendliche, die sich auch mit 16 Jahren noch hinter Muttis Rockzipfel verstecken, nur weil der Chef bei der Arbeit mal ein wenig lauter wurde, werden früher oder später scheitern.

 

Wie bringt man Kindern Anstand bei?

Diese Frage sollte man sich eigentlich nicht stellen müssen. Wer aber trotzdem einen Rat möchte: Einem Kind bringt man Höflichkeit, Anstand und Respekt bei, indem man sie in einer respektvollen Umgebung, mit Anstand und Liebe aufwachsen lässt und ihnen selbst ein Vorbild ist. Wer so aufwächst hat es auch im späteren Leben einfacher als die verzogenen «Prinzen und Prinzesschen», deren Eltern oft selbst nicht wissen was man unter Anstand und Respekt versteht. Traurig, aber wahr …

 

Grenzen

Kinder brauche klare Grenzen, dabei gilt eine goldene Grundsatzregel: «Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest». Kinder, die keine Regeln kennen, werden früher oder später verhaltensauffällig. Das beginnt schon als Baby. Kinder merken sehr schnell, wie sie ihre Eltern manipulieren können. Schreie ich, dann kommt Mama oder Papa. Will ich nicht allein sein? Schreien! Erhalte ich keine Schokolade im Geschäft? Schreien, denn da sich die Eltern in der Öffentlichkeit keine Blösse geben wollen, kaufen sie die Schokolade, damit Ruhe herrscht. Solches Verhalten setzt sich durch bis ins Teenager- und Erwachsenenalter. Wenn ich irgendwo anstehe und nicht weiter weiss…schreien und Mama oder Papa sind zu Stelle. Die Kinder geben den Ton an und die Eltern fügen sich dem Druck, das kann auf Dauer nicht gut gehen.

 

Das Beste und das Richtige?

Grenzen dienen den Kindern als Orientierung und zeigen ihnen auf, was man von ihnen erwartet und wie sie sich verhalten sollen. Klar, Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste, doch was für die Eltern das Beste ist, ist nicht zwingend auch für das Kind das Richtige. Und am Schluss noch dies, lasst die Kinder doch einfach noch Kinder sein und treibt sie nicht zu hochgezüchteten, überforderten «Möchtegern – Einsteins». Kinderjahre gehen so schnell vorbei, daher schenken Sie ihren Knirpsen Zuneigung und Zeit und schieben Sie diese nicht ab: Montag: Nachhilfeunterricht. Dienstag: Frühenglisch. Mittwoch: Musikstunde. Donnerstag: Reitunterreicht. Freitag: PC-Kurs. Samstag: Pfadfinder. Sonntag: Sportunterricht (Fussball) oder was auch immer.  

 

Expats

Sehr auffällig in Sachen Anstand- und Respektlosigkeit sind aber auch sogenannte Expats (nicht alle, aber Einige). Dabei handelt es sich oft um elitäre Gesellschaftsgruppen, die zwar hier leben und arbeiten, aber nicht das geringste Interesse zeigen sich unseren Gepflogenheiten, gewachsenen kulturellen Gesetzen und Anstandsregeln zu unterwerfen. Da sage ich nur: Liebe Expats, ihr seid Gäste hier, also bitte benehmt euch auch entsprechend. Bei uns sagt man guten Tag, auf Wiedersehen, danke und bitte und in einer Kolonne stellt man sich hinten an und wartet schön brav, bis man an der Reihe ist. Und Apropos bitte, bitte bringt das auch euren Kindern bei, denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans bekanntlich nimmermehr.

 

Das Zitat der Woche

Ebenso wichtig wie die Erziehung der Kinder ist die Erziehung der Eltern.

Carl Gustav Jung, Schweizer Psychiater, 26.7.1875 – 6.6.1961

 

Musiktipp der Woche

DNDM: Real Love, erschienen 2025

 

https://www.youtube.com/watch?v=QxtAFumv-54&list=RDQxtAFumv-54&start_radio=1

 

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Dany Kammüller, October 3, 2025 6:50 AM