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«Handy – Mania» und die Folgen
Aufgezwungene Sucht
Das «Handy» wurde zu einer gesellschaftlich aufgezwungenen Sucht, die auf Dauer krank macht. Bild: Franz Bachinger/Pixabay
Vielerorts spricht man derzeit über das Suchtverhalten von Kindern in Sachen «Handy». Und ja, es ist schlimm, wirklich schlimm, was wir unserem Nachwuchs und der Gesellschaft im Allgemeinen mit dieser «Handy Mania» angetan haben und tun.
Viele Erwachsene und Eltern regen sich über das Suchtverhalten ihrer Kinder auf, die bald Tag und Nacht an ihren Telefonen hängen. Sie blicken weder nach links noch rechts, sondern nur noch mit gesenktem Haupt, leicht nach vorne gebückt, auf ihren «Minicomputer», auf den sie freiwillig nicht verzichten können und wollen. Aber nicht nur Kinder und Jugendliche sind süchtig nach dieser technischen Errungenschaft, sondern – gewollt oder nicht - auch die älteren Semester.
Das erste Handy
Der Erfinder der kabellosen Kommunikation war ein amerikanischer Elektroingenieur namens Martin Cooper, der damals bei Motorola in der Forschung und Entwicklung arbeitete. Das erste kommerziell erhältliche Handy hiess daher «Motorola DynaTac 8000X» und erschien 1983 auf dem Markt. Es kostete fast 4000 US-Dollar und erhielt scherzhaft, auf Grund seiner Grösse und dem Gewicht (800 Gramm), den Übernamen «Knochen». Die Geschichte nahm ihren Lauf.
Technischer Sturmlauf
Nach dem ersten Handy folgte ein technischer Sturmlauf, der bis heute anhält. Samsung, Apple, Xiaomi, Sony, Ericsson und wie sie alle heissen und hiessen, eroberten die Welt im Sturm. Heute wäre ein Leben ohne Handy undenkbar. Eine Innovation folgte auf die nächste. Zu Beginn brauchte man das «Natel» nur zum Telefonieren. Heute für alles Denkbare und Undenkbare: Fotografieren, filmen, Tonaufnahmen, diktieren, schriftliche Nachrichten, Spiele spielen, Rechnungen, Parkgebühren, Einkäufe bezahlen (E-Banking), im Restaurant die Speisekarte lesen, Musik hören, uneingeschränkte Erreichbarkeit und so weiter und so fort.
Aufgezwungene Sucht
Heute wird man vielerorts, ob man will oder nicht, förmlich gezwungen das Handy zu benutzen. Das ganze Leben spielt sich mehrheitlich auf diesem Gerät ab. Wer da nicht mithalten kann oder will (ältere Menschen), ist auf verlorenem Posten. Und wehe, man verliert, verlegt, vergisst sein Handy oder es wird gar gestohlen, da drehen die Betroffenen fast durch, denn alles, was man heute mehr oder weniger zum Leben braucht, befindet sich in diesen kleinen quadratischen Kästchen. Es ist eine aufgezwungene, technische Sucht, von der viele von uns betroffen sind und von der die Wenigsten ohne Hilfe wieder loskommen (wollen).
Wir sind schuldig …
…im Sinne der Anklage: Es sind die Erwachsenen und Eltern, die ihre Kinder in diese (technische) Sucht treiben und daher auch für deren Suchtverhalten verantwortlich sind. Nein, dafür gibt es keine Entschuldigung und keine Ausreden, denn jede Sucht birgt Gefahren, denen man sich – gerade als Eltern - bewusst sein muss. Es ist heute bekannt und bewiesen, dass die Handysucht nicht nur psychisch, sondern auch physisch krank machen kann. Nacken-, Rücken-, Kopfschmerzen, Augenschäden (Ermüdung) Schlafstörungen, Übergewicht durch eingeschränkte Bewegung, Konzentrationsmangel, Sehnenscheidenentzündungen an Daumen und Handgelenk, Hyperaktivität. Bei Entzug, Zittern, Bauchschmerzen, Übelkeit, bis hin zu frühzeitlichen Burnouts und Depressionen, etc. etc.
Fazit
Liebe Eltern und Erwachsene, denkt mal über euer eigenes und das von euren Kindern an den Tag gelegte (Sucht-) Verhalten nach. Der Computer und das Handy sind sicher wertvolle technische Errungenschaften, die uns das Leben einerseits erleichtern, andererseits aber auch erschweren. Viele Arbeiten, die früher von Menschen erbracht wurden, werden heute von Computern/Robotern erledigt (Autoindustrie etc.). Der Computer vernichtet also auch Arbeitsplätze und dieser Trend ist nach wie vor voll im Gang (KI lässt grüssen). Zudem sind wir heute uneingeschränkt erreichbar, nach Feierabend, am Wochenende und sogar im Urlaub. Eine psychisch und physisch sehr ungesunde Entwicklung, denn jeder Mensch braucht Erholung. Es ist mit allen Suchtmitteln das Gleiche: Die Menge macht das Gift. Handys und Computer sind eine grossartige Sache, aber eben mit Mass. Wer das Mass jedoch ständig überschreitet, wird früher oder später krank, süchtig oder beides.
Und: Habt ihr gewusst…
…wer ein altes oder älteres Handy hat, wird früher oder später dazu genötigt ein neues zu kaufen, weil die Sicherheitsstandards und die technischen Voraussetzungen, speziell auch beim E-Banking, für ältere Geräte nicht mehr gültig sind und es dafür auch keine Updates mehr gibt. Das glaubt ihr nicht? Ist aber so, ist mir persönlich so ergangen.
Das Zitat der Woche
Freiheit: Nichts fragen. Nichts erwarten. Von nichts Abhängig sein.
Ayn Rand, russisch-amerikanische Bestsellerautorin, 20.1.1905 – 6.3.1982
Musiktipp der Woche
Let Babylon burn: Echoes in the Silence. Veröffentlicht 2025
https://www.youtube.com/watch?v=rj8rMpZW4f4&list=RDrj8rMpZW4f4&start_radio=1
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Dany Kammüller, October 17, 2025 8:45 AM