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Erfolg hat seinen Preis

«(Profi -) Sport ist Mord»


Motoradrennfahrer bewegen sich immer in einem Grenzgebiet. Bild: Steve Sewell/Pixabay


Sport ist bekanntlich gesund, sofern man ihn mit Mass ausübt und nicht zur Übertreibung neigt, denn Sport ist immer auch eine Belastung für den Körper. Die scherzhaft verwendete Redewendung «Sport ist Mord» hat im Kern schon was Wahres, vor allem im Spitzensport.

 

Profis verletzen sich im Gegensatz zum Hobbysportler sehr häufig. Wobei die Häufigkeit je nach Sportart variiert. Zum Beispiel im Fussball erleiden 83 Prozent der Spieler pro Saison Verletzungen, was im Schnitt 2.5 Verletzungen pro Spieler oder 66 pro Verein ausmacht. Muskel-, Bänder- und Sehnenverletzungen kommen am meisten vor. Aber auch Sprunggelenk- und Knieverletzungen sind bei Fussballern weit verbreitet.

 

Verletzungs-Rangliste

Nebst dem zuvor genannten Fussball sind folgende Profisportarten besonders anfällig für Verletzungen: Skialpin, Hand-, Korb-, Volleyball, Velofahren, Tennis und Motorsport. Diese Sportarten weisen aufgrund von Faktoren wie Körperkontakt, schnellen Richtungswechseln, Sprüngen und intensivem Training eine hohe Verletzungsanfälligkeit auf (Kampfsportarten ausgenommen).

 

19 Brüche in 67 Tagen!

Verletzungsanfällig ist man auch im Motorsport, im Speziellen die Motorradrennfahrer. Dazu ein aktueller Fall des MotoGP Weltmeisters von 2024. Der Spanier Jorge Martin (27) stürzte zu Beginn der Saison 2025 mehrmals und zog sich dabei innerhalb von 67 Tagen 19 Brüche zu. Trotzdem sass er Ende der Saison 2025 bereits wieder auf seiner Maschine – das zum Thema Sucht. Wir denken auch an den Schweizer «Töffpiloten» Jason Dupasquier (19), der 2021 nach einem Crash ums Leben kam oder an Noah Dettwiler (20), ebenfalls aus der Schweiz, der am 27. Oktober 2025 von einem anderen Fahrer gerammt und dabei schwer verletzt wurde.

 

Tennis

Auch beim Tennis treten oft Verletzungen auf: Gelenkentzündungen, Verstauchungen, Bänderrisse und aufgrund der einseitigen Belastung der Schultern und Knien, werden diese Extremitäten immer wieder arg in Mitleidenschaft gezogen. Die ehemalige Nummer 1 im Frauentennis, Steffi Graf, ist ein Paradebeispiel, was Verletzungen anbelangt. Doch was tut man nicht alles für Ruhm, Ehre und Erfolg, denn Sport macht eben auch süchtig.

 

Steffi Graf

Es gibt fast kein Gelenk am Körper von Steffi Graf, das während ihrer Karriere nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es sind dies unter anderem: Hüft- und Handgelenke, akute Rückenbeschwerden, Zerrungen und Ermüdungsbrüche. Nach einer Patellasehnen Operation fiel sie zwölf Monate aus. Gegen Ende ihrer Karriere litt sie an chronischen Beschwerden, insbesondere an den Knien und der Hüfte. Ende 1994 bis 1995 musste sie wegen Rückenproblemen erneut monatelang pausieren und konnte nach ihrem Comeback ohne Schmerzmittel nicht mehr spielen. Ihre gesundheitlichen Probleme halten bis heute an. Während ihrer aktiven Zeit erlitt sie rund 70 Verletzungen (!).

 

Fazit

Manch eine/r träumt von einer sportlichen Karriere, von Rhum und Erfolg und vom vielen Geld, das man verdienen kann. Dabei blenden viele aus, dass der Weg dorthin sehr steil ist und viele Opfer erfordert. Schmerzen, Leistungsdruck, Verzicht und oft auch Einsamkeit. Daher stellt sich für jede/n, der/die dereinst im Profisport Fuss fassen will, die Frage, wie weit bin ich bereit zu gehen, um ganz oben mitzumischen? Fakt ist, im Profisport gibt es keine halben Sachen. Sport ist grundsätzlich gesund, solange man ihn mit Mass betreibt. Aber Profisport ist ein anders Pflaster, dort kommen nur die Besten und Stärksten weiter. Dazu gehören eben auch Verletzungen, das ist ein Teil, den man in Kauf nehmen muss. Spitzensport ist ein hartes Business und er ist vor allem eines, ungesund, das wusste schon Bertolt Brecht, wie ihr dem nachfolgenden Zitat der Woche entnehmen könnt.   

 

Das Zitat der Woche 

Der grosse Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein.

Bertolt Brecht, Deutscher Dramatiker/Lyriker 10.2.1898 – 14.8.1956

 

Musiktipp der Woche

Reinhard Fendrich: Es lebe der Sport, erschienen 1982.

 

https://www.youtube.com/watch?v=OyrYudIjNxY&list=RDOyrYudIjNxY&start_radio=1

 

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Dany Kammüller, November 21, 2025 7:50 AM