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Das Geschäft mit dem Leid und fast alle machen mit
«Black Friday»
Der «Black Friday» der Neuzeit tritt die Geschichte mit Füssen und fast alle machen mit. Bild: Gerd Altmann auf Pixabay.
Der 24./25. Oktober 1929 und die nachfolgenden Ereignisse gingen in die Geschichte ein. Es waren traurige Tage, an denen Millionen von Menschen innerhalb kurzer Zeit ihr ganzes Hab und Gut verloren. Eine kleine Geschichts-Lektion.
Am 24. Oktober 1929 kam es am «New York Stock Exchange» (US-Börse) zu einem massiven Kurseinbruch, der in der Folge eine schwere Weltwirtschaftskrise auslöste. An diesem Tag und den darauffolgenden Tagen kam es zu gewaltigen Panikverkäufen, die zum wirtschaftlichen Ruin für Millionen von Menschen führten. Darum spricht man in Amerika vom «Black Thursday» (Donnerstag). Wegen der Zeitverschiebung (USA/Europa) kam die Nachricht vom New Yorker Börsencrash bei uns erst einen Tag später an (25.10.1929), darum sprechen wir hier vom «Black Friday».
Panik – Verkäufe
In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 1929 beschlossen daher viele US-Anleger ihre Aktien so schnell als möglich zu verkaufen, egal zu welchem Preis, einfach weg. Das führte dazu, dass der Markt zum Handelsbeginn um satte elf Prozent an Wert verlor. Allein in den ersten drei Minuten (!) wechselten fast drei Millionen Aktien den Besitzer. Der Grund für diese ausgelöste Panik war unter anderem eine Überproduktion von Waren, die ohne Nachfrage blieben.
Black Friday Teil 2
Der «Black Friday» am 19. Oktober 1931, also zwei Jahre später, bezieht sich auf den dramatischen Kurssturz an der Berliner Börse. Hintergrund war die internationale Bankenkrise, die unter anderem zum Zusammenbruch der österreichischen Creditanstalt im Mai 1931 und der deutschen Bankenkrise im Sommer des gleichen Jahres führte. Der Begriff «Schwarzer Freitag» wird also für verschiedene historische Börsenereignisse verwendet. Dieser gewaltige Crash an der Berliner Börse markierte den Höhepunkt der deutschen Finanzkrise im Oktober 1931 und verstärkte die politische und wirtschaftliche Instabilität der Weimarer Republik.
Angespannte Lage
In Deutschland versuchte man die Krise auf politischer Ebene mit einem neu gegründeten Reichswirtschaftsbeirat zu bereinigen, doch es blieb beim Versuch, die Lage blieb angespannt. Auf die deutsche Bankenkrise folgte eine Massenarbeitslosigkeit von nie dagewesenem Ausmass und ein Vertrauensverlust in die Regierung. Daher zeichnete sich Mitte 1932 einerseits der Niedergang der Weimarer Republik und andererseits der Aufstieg der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) ab.
Die Geschichte nahm ihren Lauf
In der Folge all dieser Ereignissen kam es am Ende zu einem noch grösseren Unheil, denn diese Begebenheiten führten dazu, dass am 30. Januar 1933 ein gewisser Adolf Hitler in Deutschland auf den Plan trat und die Macht übernahm, nachdem er von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde. Der weitere Verlauf der Geschichte ist wohl allen bekannt.
«The Show must go on …»
Es waren traurige Ereignisse in diesen Tagen und Jahren von 1929 bis 1933. Doch heute macht man sich einen Spass daraus, diese schlimme Zeit mit Rabattaktionen und Ausverkäufen zu feiern, statt sich an das Leid der damaligen Menschen mit einer Schweigeminute, einem Konzert oder einem Gottesdient, etc. zu erinnern.
Der Lauf der Zeit
Im Endeffekt ist der «Black Friday» der Neuzeit bei uns seit 1980, nur ein billiger Vorwand, um das ohnehin schon masslos gewordene Weihnachtsgeschäft noch weiter zu vermarkten. Traurig, aber wahr, denn wohl die Wenigsten wissen heute noch, was es mit den «Black Friday’s» wirklich auf sich hatte. Doch das ist der Lauf der Zeit. Die Menschheit vergisst und/oder verdrängt gewisse geschichtlichen Ereignisse nur zu gern, vor allem wenn sie dem eigenen Vorteil gereichen…
Das Zitat der Woche
«Wer die Armut erniedrigt, der erhöht das Unrecht.»
Johann Heinrich Pestalozzi Schweizer Pädagoge. 12.1.1746 - 17.2.1827
Musiktipp der Woche
John Williams: Filmmusik zu «Schindlers Liste» aus dem Jahr 1993 – in sich gehen, hinhören und nachdenken.
https://www.youtube.com/watch?v=iFGrooN6YDc&list=RDiFGrooN6YDc&start_radio=1
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Dany Kammüller, December 5, 2025 7:42 AM