Aktuelles/Blog
Eine Weihnachtsgeschichte der anderen Art
«Oh du stille Nacht»
…hört nur wie furchtbar es schallt, aus dem finsteren Winterwald. Bild: Dany Kammüller
Der nun folgende Text setzt sich, nebst der einen oder anderen persönlichen Änderung von mir, aus den folgenden Weihnachtsliedern zusammen: Alle Jahre wieder, Leise rieselt der Schnee, Macht hoch die Tür, Süsser die Glocken nie klingen, Stille Nacht und Oh du fröhliche.
Alle Jahre wieder kommt der Rausch des Geldes auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind. Kehrt mit seinem Wahnsinn ein in jedes Haus, geht auf allen Wegen mit dir ein und aus. Ist auch dir zur Seite, gestresst und wohlbekannt, dass er treu dich leite, durch das Einkaufsland.
Leise rieselt der Taler der Beigeschmack wird immer schaler. Weihnachtlich glänzten die Kaufhauskassen, darauf kannst du dich verlassen. In den Herzen ist's nicht warm, still schweigt weder Kummer noch Harm. Die Sorgen des Lebens sind kalt, das freut weder jung noch alt. Und mit der Heiligen Nacht ist auch der Chor der Häscher erwacht, hört nur wie furchtbar es schallt, aus dem finsteren Winterwald.
Darum macht zu die Tür und die Tor nicht weit, denn es kommt ein Despot in Grausamkeit. Er glaubt er sei König aller Königreich, ja gar ein Heiland aller Welt zugleich, der Leid statt Leben mit sich bringt und dabei ein Lied des Todes singt. Er glaubt er sei ein Weiser, ein Schöpfer reich von Rat. Doch sein Wort ist nichts wert, wenn er mit Panzern durch fremde Länder fährt.
Sein Königskorn ist weder Heiligkeit, sein Zepter nicht Barmherzigkeit, da er die Not nicht zu Ende bringt, ihm daher auch keiner ein Liedchen singt. Denn nur gelobet sei unser Gott, nicht bestückt mit todbringendem Waffenschrot. Unser Heiland ist gross von Tat, daher verzichten wir wohlweislich auf des Tyrannen Rat.
Doch bitterer die Glocken nie klingen als zu der Weihnachtszeit, es ist als ob Bomben singen, Lieder von Kriegen und Leid. Wie sie gesungen in eiskalter Nacht ungestüm und unbedacht. Raketen mit furchtbarem Klang, fliegen der Erde entlang! Und wenn Schlachtrufe klingen, ob sie das Christkind wohl hört, wenn sie vom Himmel dann schwingen, eilig hernieder zur Erd'?
Segnet den Vater, die Mutter das Kind, denn Schreie mit furchtbarem Klang, klinget der Erde entlang! Klinget mit traurigem Schallen über die Meere noch weit, sodass sich keiner erfreue an seliger Weihnachtszeit. Alle dann weinen mit fürchterlichem Klang und es klingen keine Glocken mehr der Erde entlang.
Schrille Nacht, scheinheilige Nacht, warum ist die Menschheit noch nicht aufgewacht? Warum nur macht sie die Augen zu und schläft da genüsslich in himmlischer Ruh? Killer Nacht, still ist die Nacht, ob Gottes Sohn hier wirklich lacht, wenn er sieht, was die Menschheit auf Erden macht? Da schlägt uns auch keine rettende Stund, lieb und heil aus Gottes Mund und kein Engel aus fern noch nah singt uns ein fröhliches Halleluja.
Oh du fröhlich Selige, ich wünsch mir für die Ewigkeit ne’ gnadenbringende Weihnachtszeit, denn Welt ging zwar verloren, doch dafür ward uns Christ geboren. Er ist uns erschienen, um uns zu versühnen. Himmlische Heere jauchzen ihm Ehre: Darum freuet, ja freuet euch, liebe Christenheit, öffnet die Augen und seid bereit, denn es ist Zeit für Frieden und mehr Menschlichkeit…
Das Zitat der Woche
Weihnachten ist nicht nur da, wo Lichter brennen, sondern überall dort, wo wir die Welt ein wenig heller machen. Irmgard Erath, österreichische Autorin und Aphoristikerin (1944)
Musiktipp der Woche
«Von guten Mächten wunderbar geborgen» von Siegfried Fietz / Bonhoeffer: Dezember 1944 (Cover Lydia Ly)
https://www.youtube.com/watch?v=UrXxwHrLAZw&list=RDUrXxwHrLAZw&start_radio=1
Eure Meinung interessiert mich
Vorschläge, Kommentare, Kritiken, etc. sind zu richten an: info@dakapublic.ch Wenn euch gefällt, was ihr hier lest, sagt es weiter, wenn nicht, dann auch. Meine Texte dürfen auch gern geteilt werden.
Dany Kammüller, December 24, 2025 11:08 AM