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106 Milliarden Franken

Gesundheitswesen Schweiz


Diätspritzen - Allerweltsmittel oder ein Fass ohne Boden? Bild: Gerd Altmann/Pixabay


1960 betrugen die Kosten im Schweizer Gesundheitswesen 1.9 Milliarden (Mrd.) Franken. 40 Jahre später waren es 43.4 Mrd. und per Ende 2026 sollen es rund 106 Mrd. sein. Seit dem Jahr 2000 stiegen die Gesundheitskosten um satte 56.3 Prozent und sie steigen weiter, genauso wie die Krankenkassenprämien.

 

Schweizer Bürger/innen zahlen im Jahr rund acht Prozent ihres Einkommens für die Kosten einer Basiskrankenversicherung. Übersteigen die Beiträge die acht Prozenthürde, übernimmt der Staat die Differenz. Zudem erhalten Personen mit niedrigem Einkommen Ermässigungen.

 

Unnötige Behandlungen

Unser Gesundheitssystem gilt als eines der besten weltweit, ist aber gleichzeitig auch eines der teuersten. Untersuchungen zeigen jedoch, dass ein erheblicher Teil der Kosten – jährlich etwa 20 Milliarden– durch eine sogenannte Überversorgung oder vermeidbare Kosten verursacht werden (!). Dazu nachfolgend ein aktuelles Beispiel.

 

Fettwegspritze

Seit geraumer Zeit ist die «Fettwegspritze» in aller Munde. Das Produkt wird gar als «Lifestyle-Mittel» angepriesen. Dabei darf man nicht vergessen, dass es sich hier um ein Medikament handelt, das in den Hormonhaushalt eingreift und entsprechend mit teils erheblichen Nebenwirkungen zu rechnen ist.

 

Nebenwirkungen

In einer 2021 durchgeführten Studie hatte fast die Hälfte der Testpersonen, die ein entsprechendes Präparat verwendeten, mit Übelkeit zu kämpfen. Knapp ein Drittel klagte über Durchfall, etwa ein Viertel über Verstopfung und Erbrechen. Aktuell zeigen sich auch Hinweise auf ein erhöhtes Risiko an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Auch Haarausfall tritt häufig auf. Auch nicht schön, Bauch weg dafür keine Haare mehr auf dem Kopf…

  

Kosten

Die Kosten für eine Diätspritze liegen in der Schweiz, je nach Präparat und Dosierung, zwischen 170 bis 500 Franken. Für optimale Ergebnisse sind in der Regel zwei bis vier Sitzungen erforderlich. Die Kosten für das Medikamente «Wegovy» wird in der Schweiz, unter klar definierten medizinischen Bedingungen, seit dem 1. März 2024 von der Krankenkasse übernommen. Die Kostenübernahme der Abnehmspritze Wegovy durch die Krankenkasse ist im Moment bis 2027 befristet. Ob die Krankenversicherung die Therapie danach weiter zahlt, ist noch offen.

 

Ein Leben lang

Die Konsumenten der Diätspritze sollten folgendes berücksichtigen: Um das Gewicht zu halten, muss das Präparat dauerhaft injiziert werden. Studien zeigten, dass Probanden, die das Mittel absetzten, einen Grossteil des verlorenen Gewichts wieder zulegten. Wer also schlank bleiben will, muss sich darauf einstellen, das Produkt lebenslang anzuwenden. Aber die Krankenkassen bezahlen die Therapie in der Regel nur einmal. Das heisst, nach dem bekannten «Jo-Jo-Effekt» müssen die Anwender die Kosten selbst tragen und die Krankenkassen den finanziellen Bumerang von Adipositas.

 

Fazit

Wie können wir im Gesundheitswesen Kosten einsparen? Gute Frage! Womöglich mit einer grossen Portion Umsicht und Logik. Adipöse Menschen sind in der Regel selbst schuld an ihrem Zustand, also sollen sie auch die Diätspritzen selbst berappen, das wäre nur gerecht und vor allem kostensparend. Brillenträger und Schwerhörige müssen ihre Brillen und Hörgeräte auch selbst bezahlen, obwohl diese, meist altersbedingt, nichts dafürkönnen, dass sie nicht mehr gut hören oder sehen.


Quelle:  https://www.comparis.ch/krankenkassen/leistungen/abnehmspritze

 

Das Zitat der Woche

Das Einzige, was in der Kostendämpfung im Gesundheitswesen bisher gedämpft wurde, sind die Erwartungen. Gerhard Kocher, Schweizer Publizist, 7. Februar 1939

 

Musik-Tipp der Woche

YolcuBeats:  «In Love» (Original-Mix 2024)

 

https://www.youtube.com/watch?v=Mf0DlR0HUVE&list=RDMf0DlR0HUVE&start_radio=1

 

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Dany Kammüller, April 24, 2026 9:18 AM