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Danys philosophische Ecke
Jeder trägt (s) einen Rucksack
Im Versuch, unser Sein zu verstehen, beginnt der Sinn, sich langsam zu formen. Bild: StockSnap/Pixabay
Jeder Mensch trägt von Geburt an einen Rucksack mit sich durchs Leben. Je nachdem wie wir aufwachsen, ist dieses Gepäck mal schwerer, mal leichter aber zu tragen hat jeder auf die eine oder andere Art und Weise.
Je länger wir leben, umso mehr füllt sich unser Rucksack mit Erfahrungen aller Art: Helle, dunkle, schwere, fröhliche, leichte, etc. Dabei entscheidet jeder für sich, wieviel er bereit ist zu tragen.
Elternhaus und Erziehung
Es gibt Dinge im Leben, die wir nicht beeinflussen können. Zum Beispiel die Gene, die uns die Eltern mit auf den Lebensweg geben oder körperliche Merkmale, gesundheitliche Komponenten, Umwelteinflüsse etc. Aber die Erziehung ist bis zu einem gewissen Grad mitverantwortlich dafür, wer wir sind und warum wir so sind, wie wir sind. Das Elternhaus prägt uns sozial, gesellschaftlich, politisch, emotional, moralisch, etc. Was nicht heisst, dass wir am Ende gleich sind (sein müssen) wie unsere Eltern.
Gene und Moral
Irgendwann stellt sich uns aber die Frage, wie viel unseres menschlichen Daseins genetisch und wieviel moralisch geprägt ist? Gute Frage. Nun ich denke, die Gene bestimmen, was wir sein könnten und die Moral, was wir daraus machen. Das ist der menschliche Spielraum, über den jeder für sich entscheiden kann. Willst du mit Menschlichkeit und Empathie durchs Leben gehen oder als Arschloch? Deine Entscheidung!
Fremdeinflüsse
Oft stösst man im Leben - im Guten, wie im Schlechten – auch auf Individuen, die unser Leben entweder erleichtern oder erschweren und uns dadurch in unserem Sein beeinflussen wollen. Darunter gibt es nicht selten auch Besserwisser, die uns ihre Meinung aufzwingen wollen, aber im Gegenzug andere Ansichten nicht akzeptieren oder gar verschmähen (aktuelles Beispiel Donald Trump). Es liegt auch hier an uns, ob wir diesen Typus Mensch erkennen und wenn ja, wie weit wir ihm in unserem Leben Einlass gewähren. Es ist unser freier Wille, wie wir entscheiden und handeln.
Freier Wille?
Doch wo beginnt der freie Wille und wo endet er? Das ist wohl einer der klassischen Drehpunkte in unserem Dasein, an dem Biologie, Philosophie und Moral frontal aufeinandertreffen. Und das Spannungsfeld dieser drei Komponenten macht unser Menschsein doch überhaupt erst aus. Kurz gesagt: Wir stehen immer zwischen dem, was unsere Biologie uns mitgibt (Hirn, Hormone, Instinkte). Dem, was die Philosophie fragt (was bedeutet Freiheit? Was heisst ich entscheide?), und dem, was die Moral verlangt (Was ist richtig und was falsch?).
Sein und Sinn
Es ist Fakt, dass aus unserem Sein der Sinn des Lebens entsteht. Doch dieser lässt sich nicht einheitlich definieren – und darin liegt seine eigentliche Tiefe. Er entsteht nicht von aussen, sondern wird von jedem Menschen selbst gestaltet und er hinterlässt in der Endlichkeit unsers Daseins Spuren - in anderen, in der Welt und in sich selbst. Darum frage dich, welche Momente in deinem Leben haben sich bedeutungsvoll angefühlt – nicht gross und spektakulär, sondern wahr? Denn genau dort liegt der Anfang des eigenen Sinns. Mir ist durchaus bewusst, dass man diese Thematik noch viel tiefer betrachten könnte, aber das würde den Rahmen hier bei weitem sprengen. Darum warf ich einfach mal einen Knochen in den Raum, in der Hoffnung, dass ich damit vielleicht den einen oder anderen dazu animieren kann, gleichfalls mal wieder über den eigenen Sinn und das Sein nachzudenken.
Der Rucksack des Lebens
Liebe Leute, einmal mehr dachte ich hier nüchtern, faktisch und philosophisch über das Leben nach und stellte mir dabei die eine oder andere Frage. Am Ende dieser Betrachtung gelange ich wieder zum Anfang, sprich zum Rucksack des Lebens, denn dort beginnt alles und es stellt sich uns nicht die Frage ob, sondern wie wir diesen Rucksack tragen. Das klingt vielleicht alles ein wenig kompliziert, aber das Leben ist halt manchmal - wie die Philosophie an sich - eine verklausulierte Geistes - Wissenschaft für sich.
Das Zitat der Woche
«Die einen sind im Dunkeln. Und die anderen sind im Licht. Und man sieht die im Lichte. Die im Dunkeln sieht man nicht.» Berthold Brecht: Deutscher Dramatiker 10.2.1898 – 14.8.1956
Musik-Tipp der Woche
LoovX: Thank you for the Light - 5.1.2026
https://www.youtube.com/watch?v=FlwXKY0m0qo&list=RDFlwXKY0m0qo&start_radio=1
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Dany Kammüller, May 22, 2026 5:47 AM