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Es ist nicht alles Gold, was glänzt
Schweizer Bundesbahn
Die SBB ist grundsätzlich pünktlich, zuverlässig und (noch) reinlich, aber … Bild: Erich Westendarp Pixabay
Die Schweizer Bundesbahn (SBB) gehört zu den Besten weltweit, das ist unbestritten. Aber das hat seinen Preis.
Eine einfache Fahrt in der 2. Klasse von Zürich nach Genf kostet bei der SBB aktuell zwischen etwa 75 und 117 Franken, abhängig vom Zeitpunkt der Buchung und der Verfügbarkeit von Spar-Billetten, etc. Zum Vergleich: Eine Fahrt 2. Klasse mit der Deutschen Bahn (DB) von Basel nach Hamburg kostet – je nach Buchungszeitpunkt und Ticketart – zwischen 34.90 Euro und 150 Euro. Wer also Reisen ins Ausland plant, fährt mit der DB grundsätzlich günstiger als mit der SBB. (Angaben ohne Gewähr)
Abfalleimer
Früher war es selbstverständlich, dass es in SBB-Zügen aufklappbare Abfalleimer gab. Das war gestern. Bereits heute gibt es in vielen Wagen mit Sitzplätzen keine Müllkübel mehr und bis Ende 2028 sollen auch die kleinen Behälter vollständig verschwinden. Stattdessen bleiben nur noch die grossen Abfallbehälter im Eingangsbereich bestehen. Hier spart man am falschen Ort. Ich denke, dass danach ein grosser Teil des Mülls In den Abteilen liegenbleibt, was zu einer Verslumung (Verfall) führen kann.
Getränkehalter
Ärgerlich ist auch, dass es in den Zügen keine richtigen Getränkehalter gibt. Auf den Simsen oder den ausklappbaren Tischen hat es wohl eine kaum sichtbare Vertiefung für Getränke, aber beim stellenweisen argen Gerumpel auf den Schienen taugen diese Vertiefungen herzlich wenig. Der heisse Kaffee lässt grüssen.
Toiletten
Auffallend ist zudem, dass es in vielen SBB-Zügen immer weniger Toiletten gibt. Dazu sagt die SBB: «Die meisten klassischen Regionalverkehrswagen besitzen mindestens eine Toilette pro Zug» (!). Mit Verlaub, nur ein WC pro Zug ist schlicht untragbar. Auch hier spart die Bahn am falschen Ort. Anmerkung: Ab einer Zuglänge von 100 Metern, sind zwei Toiletten Pflicht, aber auch das ist alles andere als Luxus. In einem Doppelstockzug der SBB finden je nach Zugtyp und Länge (150 bis 400 Meter) zwischen 466 und über 1300 Personen Platz. Die Gesamtkapazität setzt sich dabei aus Sitz- und Stehplätzen zusammen.
S-Bahn
Die S-Bahnen verfügen schon heute praktisch über keine Toiletten mehr. Begründung: «S‑Bahnen sind Kurz- bis Mittelstreckenzüge mit häufigen Halten. Die Fahrzeiten sind meist so kurz, dass man auf WCs verzichtet. Toiletten bedeuten zudem zusätzlichen Unterhalt, Platzbedarf und Kosten; bei S‑Bahnen lohnt sich das betrieblich kaum.» Wirklich? Ein Beispiel: Die Fahrt der S-24 von Winterthur via Zürich – Thalwil nach Zug dauert eine Stunde und zehn Minuten. Ohne WC? Eine Zumutung, im Speziellen für ältere Menschen oder Familien mit Kindern.
Weitere Probleme
Aufgrund der hohen Belastung des Schienennetzes kommt es auch in diesen Bereichen immer wieder zu Zwischenfällen: Infrastrukturprobleme (Gleise, instabiler Boden, Engpässe, etc.). Beispiel: Beim Bahnhof St. Gallen entdeckte man im Sommer 2025 instabilen Boden, was zur Sperrung eines Gleises führte. Laut Störungsportalen gibt es auch regelmässig Meldungen zu: Ticketing-Problemen. App-Ausfällen, Verspätungen, Website-Störungen, etc.
Fazit
Die SBB gehört, trotz den hier aufgeführten Mängeln, nach wie vor zu den Besten weltweit. Aber es gibt Bereiche, die man trotzdem nicht vernachlässigen darf. Z.B. das Recht auf die Verrichtung der Notdurft ist ein anerkanntes Menschenrecht und muss zwingend gewährleistet sein. (K-) eine Toilette pro Zug ist daher untragbar. Aber auch in Sachen Abfall spart die SBB am falschen Ort. Man bedenke, die Kantone und der Bund - sprich die Steuerzahler - finanzieren nach wie vor die ungedeckten Kosten der SBB, da darf man wohl eine geeignete Infrastruktur erwarten. Vielleicht sollte man den Lohn des SBB-CEO Vincent Ducrot ein wenig nach unten korrigieren: 1.04 Millionen im Jahr, das sind teuflische 68’666 Franken im Monat (!) So viel verdienen etliche Zugreisende nicht einmal im Jahr.
(PS: 666 ist die Zahl des Teufels).
Das Zitat der Woche
Die Eisenbahn ist das Gegenteil des jugendlichen Liebhabers; nicht selten kommt sie zu spät! Michael Marie Jung (1940 - 2025), Deutscher Hochschullehrer,
Musik-Tipp der Woche
Projekt Dreamers by Hanna: «Take Me Back to 1959»
https://www.youtube.com/watch?v=xz7MmEhWRlk&list=RDxz7MmEhWRlk&start_radio=1
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Dany Kammüller, May 29, 2026 4:27 AM