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In der Ruhe liegt die Kraft…
Hört auf eure innere Stimme und gönnt euch hin und wieder eine Auszeit bevor es zu spät ist. Bild: Gerd Altmann auf Pixabay
…so steht es in einem alten überlieferten Sprichwort geschrieben, dessen genaue Herkunft unbekannt ist. Gedanklich reicht es aber bis in die Antike, wo Ruhe und Besonnenheit als Quelle von Stärke beschrieben wurden.
Erst nach einem heftigen physischen und psychischen Zusammenbruch fand ich selbst den Zugang zur wahren Ruhe, Besinnung und des Innehaltens. Zuvor drehte auch ich mich, wie Hunderttausend andere, im Hamsterrad des Lebens. Ich rannte so lang, bis mich das Rad ausspuckte und ich flach, wie eine Briefmarke, auf dem Boden lag. «Rien ne va plus …»
Nein, nicht schon wieder …
…so ein stigmatisierter Bericht. Doch, denn man kann es einfach nicht oft genug sagen: Hört auf eure innere Stimme. Wenn euch die Arbeit keine Freude mehr bereitet, sie euch belastet, ihr euch von einem Arbeitstag zum nächsten schleppt und das Erreichen des Wochenendes euer Mantra ist, dann ist höchste Eisenbahn, um etwas zu ändern. 42.4 Prozent (!) der Erwerbstätigen leiden unter Stress und 41.1 Prozent fühlen sich nach der Arbeit emotional erschöpft. Diese Zahlen lügen nicht. (Quelle: Travail.Suisse)
Nach wie vor ein Tabu
Es kann jeden treffen, auch dich. In der heutigen, schnelllebigen Zeit ist niemand vor einem körperlichen und/oder psychischen Zusammenbruch gefeit. Obwohl in der Gesellschaft diesbezüglich ein Umdenken im Gange ist, unterliegt die Thematik nach wie vor einem Tabu. Daher schweigen viele Betroffene, weil sie Angst haben, als Weicheier oder Simulanten abgestempelt zu werden. Hört nicht auf diese Stimmen, wenn euch euer Leben und eure Gesundheit lieb und teuer ist. Es ist eine alte vielzitierte Phrase, aber wenn sich der Sargdeckel dereinst über euch senkt, sagt niemand danke.
Sehnsucht
Im Zuge meiner Recherche zu diesem Bericht stiess ich auf den über 40 Jahre alten Song des deutschen Liedermachers «Purple Schulz», mit dem Titel «Sehnsucht». Die älteren Semester unter euch können sich vermutlich noch daran erinnern. Der Song beschreibt eindrücklich, was heute Sache ist: Müde, ausgebrannte, depressive Menschen. Gequälte, vernachlässigte Kinder, Kälte, innere Leere, falsche Wahrheiten ohne Hoffnung, nach dem Motto: Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, alles, was ich will, ist raus. Raus aus dem Hamsterrad, weg von einer krankmachenden Arbeitswelt, endlich frei sein und zurück zu sich selbst und zur inneren Ruhe finden.
Song von Purple Schulz
«Regen fällt, kalter Wind, Himmel grau, Frau schlägt Kind. Keine Nerven und so allein. Das Paradies kann das nicht sein. Männer kommen müd‘ nach Haus. Die kalte Seele fliegt hinaus. Kind muss weinen, Kind muss schreien. Schreien macht müde, Kind schläft ein.
Ich hab Heimweh, Fernweh, Sehnsucht, ich weiss nicht, was es ist. Keine Sterne in der Nacht kleines Kind ist aufgewacht. Kind fragt, wo die Sterne sind. Ach, was weiss denn ich, mein Kind. Ist der grosse Schwefelmond eigentlich von wem bewohnt? Warum ist der Himmel leer? Ist da oben keiner mehr? Ich hab Sehnsucht... ich will nur weg, ganz weit weg. Ich will raus …!!!
Warum hast Du mich geboren? Bevor ich da war, war ich schon verloren. Land der Henker – Niemandsland. Das Paradies ist abgebrannt. Ich hab Heimweh, Fernweh, Sehnsucht ich weiss nicht, was es ist. Ich will nur weg, ganz weit weg, ich will fort, ganz weit fort, ich will raus …!!!»
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, ausser: Denkt mal darüber nach, denk mal über dich nach…
Das Zitat der Woche
«Und der Mut ist so müde geworden und die Sehnsucht so gross»
Rainer Maria Rilke, deutscher Lyriker, 4.12.1875 – 29.12.1926
Musik-Tipp der Woche
Purple Schulz: «Sehnsucht» live von 1984
https://www.youtube.com/watch?v=NSRrAYeh5OU
Eure Meinung interessiert mich
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Dany Kammüller, June 19, 2026 6:26 AM