Gedichte
Der Wind
Wind, oh Wind übers Meer,
vom hohen Norden kommst du her,
erzählst Geschichten in der Bäume Kronen,
wo die Seelen unserer Ahnen wohnen.
Ja, lass es Rauschen, lass es Wehen,
möcht’ noch mehr Geschichten hören,
aus der Ferne Urgezeiten,
aus den Ländern, aus den Weiten.
Du lässt im Sturm das Meer erklingen,
lässt Wellen und Wogen eine Weise singen.
Diese tragen die Melodie an das Gestade,
wo ich barfuss durch die Dünen wate.
Du wehst ein Sandkorn in mein Auge,
dass eine Träne aus ihm floss,
wirbelst auf den Sand zu Staube,
als sich die Träne auf mein Herz ergoss.
Wind, oh Wind du kannst nicht stehen,
musst weiter in die Ferne ziehen,
von West nach Ost, von Süd nach Nord,
jeden Tag an einen anderen Ort.
So lass ich dich ziehen in Urgewalt,
und hoffe auf deine Rückkehr bald,
mit neuen Geschichten, Sagen und Legenden,
die, wie deine Reisen, wohl niemals enden.
Dany Kammüller, publiziert am 27.12.2006
Gewidmet:
Meinen Freunden Sophie & Herbert Henke aus dem hohen Norden.