Gedichte
Schwarz auf Weiss
Opium, Ecstasy und Heroin
lassen mich vergessen, wer ich wirklich bin.
Doch Alkohol, Speed und Kokain
raffen meinen Körper im Drogenrausch dahin.
Du fühlst dich so geil, unsagbar stark,
fast unantastbar und autark.
Du bist König, Kaiser, Jubelmann,
kennst keinen, der dich besiegen kann.
Du bist der Grösste, ja Coolste von allen,
Zeit, dass das endlich alle schnallen.
Keiner kann dir das Wasser reichen,
sich mit dir messen oder vergleichen.
Du bist der Star der dunklen Nacht,
der Junkie, der sich zum Trottel macht.
Und am Ende der Loser, der nicht versteht,
dass er mit den Drogen untergeht.
Du siehst in der Ferne ein grelles Licht,
doch vor dir den tiefen Abgrund nicht.
Du wirbelst im Kreis in wildem Tanz
und verlierst dabei deinen Lebensglanz.
Ich erkenne schon Schatten in deinem Gesicht,
merke wie deine Seele langsam zerbricht.
Ich seh wie du elend zugrunde gehst,
weil du diese Welt nicht mehr verstehst.
Doch wer Luzifer sein Leben leiht,
wird von seinem Teufelswerk entzweit.
Der Sog wird dich nach unten ziehen,
da gibt’s kein Entkommen und kein Fliehen.
Viel zu gross sind Sucht und Verlangen,
gierst nach Stoff mit Würgen und Bangen.
Hoffst ihn zu finden, ja schnell zu kriegen,
um damit die Geister im Kopf zu besiegen.
Die Dämonen, die nun deine Freunde sind,
dich begleiten in harschem Sturm und Wind,
ihnen folgst du blind in die Dunkelheit,
wohlwissentlich, dass die Hölle nichts verzeiht.
Und für diesen ganzen miesen Dreck
wirfst du am Ende dein Leben weg.
Deine Blicke sind leer, deine Augen blutrot,
und Morgen, mein Lieber, bist du tot.
Er hat die Kurve nicht mehr gekriegt,
Sucht und Drogen haben gesiegt.
Das Rad der Zeit war für ihn zu schnell,
er verpasste den Absprung vom Karussell.
Doch du bist noch jung, du kannst noch gehen,
willst du am Morgen die Sonne noch sehen?
Darum lass es bleiben, ja lass es sein,
sonst stirbst auch du irgendwann allein.
Gewidmet: Allen, welche die Kurve nicht mehr gekriegt haben
Dany Kammüller, 22. Dezember 2012