Gedichte
Oma...
In meinen Träumen bist du mir so nah,
obwohl ich dich so lang nicht sah.
Oft such ich dich im Sternenmeer,
Oma, ich vermiss dich sehr.
Und plötzlich bin ich wieder Kind,
dessen Hosen so oft zerrissen sind.
Geduldig nahmst du Nadel und Faden,
um mein Missgeschick lächelnd auszubaden.
So oft hast über mich gewacht,
als mir angst war in finstrer Nacht.
Hast all die bösen Geister verjagt,
die mich in tiefem Schlaf geplagt.
Wo bist du Oma, bitte, sag mir wo?
Mein Herz es brennt hier lichterloh!
Nie werd ich deine Güte vergessen,
zu viel habe ich an dir besessen.
Ich frag mich oft, wo die Zeit wohl blieb,
als ich für dich diese Zeilen schrieb.
Manchmal noch hör ich deine Stimme im Wind,
und dann bin ich wieder glücklich Kind.
Doch manchmal, Oma, bin ich so leer,
finde keine Worte mehr.
Manchmal weiss ich nicht wohin,
suche nach des Lebens Sinn.
Manchmal renn ich in eine dunkle Stadt,
die weder Seele noch ne’n Namen hat,
keine Wärme und auch keine Lichter,
keine Gefühle und keine Gesichter.
Dann, Oma, schreie ich nach dir,
wünschte sehr, du wärst bei mir.
Ich sehne mich nach jenem Glück,
sei’s auch nur ein kleines Stück.
Ein Stück von diesem Seelenfrieden,
den du uns so oft beschieden,
damals als wir Kinder waren,
damals vor vielen, vielen Jahren.
Dein Grab ist weg, längst abgeräumt,
und doch hab ich von dir geträumt.
Denn die Erinnerungen sind geblieben,
drum Oma, werd ich dich ewig lieben….
Publiziert am 27. Dezember 2017
Gewidmet: Meiner Oma