Gedichte
Anonymus
Er schreibt dir haltlose Briefe in dunkler Nacht,
wobei er sich hämisch ins Fäustchen lacht.
Er beleidigt und verhöhnt dich wo er nur kann,
denn er glaubt, er greift damit dein Ego an.
Er gibt dir seine abstruse Meinung kund,
und hofft, du ärgerst dich über seinen Schund.
Mit Gemeinheiten will er dir die Ruhe stehlen,
und dich mit seinen perfiden Aussagen quälen.
Er ist feige, steht nicht zu dem was er sagt,
ein Intrigant, der dich im Verborgenen anklagt.
Im Schutze der Anonymität ist er der grosse Held,
der sich lieber in den Schatten, statt in die Sonne stellt.
Der Namenlose fühlt sich stark in geheimer Mission,
denn die Hinterhältigkeit ist seine geliebte Religion.
Er suhlt sich in okkulter Abgeschiedenheit,
und verliert sich in seiner kranken Eitelkeit.
Denn in Wahrheit ist der Anonymus ein armer Idiot,
ein Schattenboxer, der mit leeren Worten droht.
Ein einfältiger Dummschwätzer in tiefster Not,
nicht mehr wert, als ein würdeloses Häufchen Kot.
Denn warum kann er dir nicht in die Augen sehen?
Warum kann er nicht offen zu seinen Worten stehen?
Warum verbirgt er sich wie ein dreckiger Dieb,
der seine geächteten Kritiken inkognito schrieb?
Weil er ein niederträchtiger Kleingeist ist!
Ein Schwächling, der sich selbst auffrisst!
Ein Nichts, das sich versteckt im Menschengewühl!
Ein namenloser Speichellecker ohne Selbstwertgefühl!
Ja, Unbekannter, das ist meine Meinung von dir,
die ich öffentlich und ehrlich kundgebe hier.
Für einmal war es an der Zeit, dir all das zu sagen,
und dich am Pranger der Gesellschaft anzuklagen.
Ich weiss zwar, solche wie dich wird es immer geben,
die wie Judas nach anonymem Denunziantentum streben.
Doch lass dir gesagt sein, du dummer Narr,
in der Wirklichkeit nimmt dich keiner wahr...
Gewidmet: Allen anonymen Denunzianten dieser Welt.
Dany Kammüller, Publiziert am 30.12.2008