Gedichte


Seelenmord

Ein Stern, der einsam am Himmel steht,

ein Jahr, das schnell vorübergeht,

eine Zeit in tiefster Einsamkeit

und kläglicher Verdrossenheit.

 

Wolken, die vorüberzogen,

Menschen, die ihn arg betrogen,

ihn verstiessen in finstre Gassen,

um ihn dort allein zu lassen.

 

Allein in einer dunklen Welt,

allein auf einem brachen Feld,

allein in arger Sorg und Not,

allein auf einem lecken Boot.

 

Sein Kopf ist voll Hornissen,

seine Seele tief zerrissen.

Sein Herz im Sturm zerbrochen,

wie ein alter, morscher Knochen.

 

Sein Schrei hallt durch die Nacht,

doch die Türen wurden zugemacht.

Keiner wollte seine Ängste ertragen,

weder seine Pein noch sein Klagen.

 

Er wurde geächtet und verstossen

und mit übler Häme übergossen.

Ein Schmarotzer und sozialer Dieb,

dem man ein Pfahl in die Seele trieb.

 

Tränen brechen sein Augenlicht,

verbergen aber seine Sehnsucht nicht.

Sehnsucht nach Gerechtigkeit,

nach Wärme und Geborgenheit.

 

Wollt ihr wieder in seine Augen sehen,

dann lasst ihn nicht im Regen stehen.

Nehmt ihn auf mit Anstand und Würde,

für echte Freunde ist das keine Bürde.

 

Die Zeit heilt nicht immer alle Wunden,

manche Gefühle bleiben zerschunden.

Doch das Leben nimmt seinen Lauf,

und irgendwann steht auch er wieder auf.

 

Er ist nicht tot, nur krank,

hat eine Psyche, die in sich ertrank.

Seine Ängste hier, seine Panik dort,

seine Gedanken sind wirr – Seelenmord

 

Es sind harte, schwere Zeiten,

die ihm mehr und mehr entgleiten.

Drum nimmt er all den Seelendreck

und spült die ganze Scheisse weg.

 

Ein Stern, der einsam am Himmel steht,

ein Jahr, das schnell vorübergeht.

Ihm wurde menschlich viel genommen,

aber er wird wieder kommen.

Gewidmet:

 

Allen, die sich auf die eine oder andere Art betroffen fühlen.

 

Dany Kammüller 2021/2022

 

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