Gedichte


Ein Band für's Leben

Weit weg von dieser Welt, 

weit weg von allem Sein. 

Weit weg von Mutter Erde, 

weit weg vom Sonnenschein. 

Weiter als alle Berge, 

die man hierzulande kennt. 

Weiter als Mond und Sterne, 

dort draussen am Firmament.  


Dorthin will ich entfliehen, 

in eine andere Zeit. 

Fernab von allen Zwängen 

in tiefste Einsamkeit. 

Vielleicht werd ich dort finden, 

was mir abhandenkam.  

Ruhe, Glück, Zufriedenheit,

nur darauf kommt es an.  


Was nützt uns Geld und Macht, 

wenn die Liebe nicht gedeiht? 

Was nützt uns alle Zeit der Welt, 

wenn man Fehler nicht verzeiht? 

Was nützen uns Verträge, 

an die sich keiner hält? 

Und was nützen alle Religionen, 

wenn der Frieden nicht mehr zählt?  


Wo sind denn all die Freunde, 

wenn man sie wirklich braucht? 

Wo die gegebenen Versprechen, 

wenn die Seele in Dunkelheit taucht? 

Drum geht geschwinder Rabenkinder, 

ich will mich nicht mit euch vereinen, 

ich brauche keine Seelenschinder, 

die’s nicht ehrlich mit mir meinen.  


Daher such ich weit hinterm Horizont, 

jenen verloren geglaubten Ort, 

wo das Herz meiner Mutter wohnt. 

Dort finde ich Geborgenheit, 

und jenes Band fürs Leben, 

das niemals reisst, alles verzeiht, 

und mich trägt bis in alle Ewigkeit.   



Gewidmet: Meiner Mutter

Dany Kammüller, publiziert am 23.12.2009