Gedichte


Burnout

Umfallen, aufstehen, weitergehen, 

mutig in die Zukunft sehen. 

Freunde finden und verlieren, 

abhaken, Neues ausprobieren. 

Lass dein altes Leben zurück,

such in der Ferne dein hehres Glück. 

Die Erinnerungen sind immer dein, 

doch lass Vergangenes vergangen sein.


Seine Tränen sind im Rinnstein geflossen, 

seine Schreie in hartem Stahl gegossen. 

Nichts wird so sein, wie es mal war, 

nicht heute, nicht morgen, nicht in einem Jahr. 

Es tickt die Minute, es tickt die Sekunde, 

damit der Narr nur nie vergisst, 

selbst in dunkler, bracher Stunde, 

hat ihn keiner je vermisst.


Seine Seele war gebrochen, 

ist in der Gosse gekrochen. 

Seine Moral war zerrissen, 

er hat auf Granit gebissen.

Wird‘s besser, wird’s schlechter? 

Wird diese Welt je gerechter? 

Wird er fallen, wird er stehen? 

Wie wird es weitergehen?


Er hat dem Tod ins Auge geblickt, 

ist fast für immer umgeknickt. 

Er hat sich verrannt, verirrt und verloren, 

wär im Morast beinahe erfroren. 

Doch die Tränen sind trocken, ja unlängst versiegt, 

der Teufel hat ihn nicht gekriegt. 

Noch steht er eisern und aufrecht im Felde, 

trotzt Hitze, Regen, Moder und Kälte.


Doch ohne seine Liebsten, nein, 

würd er heut nicht mehr bei uns sein. 

Sie zogen ihn ins Rettungsboot, 

erlösten ihn von Pein und Not. 

Wohin wird er wohl streben? 

Wird er den Zweiflern vergeben? 

All jenen, die ihn fallen liessen, 

und ihn insgeheim verstiessen? 

All den Meuchelmördern, Geiern und Kojoten, 

die auf Satanspfoten seine Welt bedrohten?


Was wird kommen? 

Was wird sein? 

Wir werden sehen, wir werden sehen…


Dany Kammüller


30. Dezember 2014


Gewidmet: Mir selbst und allen, die Ähnliches erlebten