Gedichte
Du
Der Herbst spiegelte sich in ihren Augen,
als ich sie das erste Mal sah.
Sie war mir wohl noch fremd
und doch irgendwie ganz nah.
So mancher Lenz zog seitdem ins Land,
so mancher Kummer wich dem Glück,
soviel Anmut und Lieblichkeit,
ich blicke gern darauf zurück.
Du bist mein Stern am Horizont,
mein zauberhaftes Elixier.
Du bist meine Muse, mein Hafen,
meine höchste Begier.
Aus Verliebtheit wurde Liebe,
aus Zärtlichkeit Leidenschaft,
aus Unmut wuchs die Einsicht,
dass man es nur gemeinsam schafft.
Unsere Eitelkeit wich Vertrauen,
die rosa Brille der Verbundenheit.
Die Unwissenheit wich der Weisheit
und die Angst tiefer Ehrlichkeit.
Wir stritten und wir zofften uns
wie ein Sturm überm Meer,
doch fanden stets zu uns zurück
in hingebungsvoller Einkehr.
Du hast verziehen, was man verzeihen kann,
warst da, als ich vom Weg abkam.
Hast mich getragen durch alle Zeiten,
die Schönen, die Edlen und die Weiten.
Dein Glas ist noch halbvoll,
wenn meines längst leer ist.
Die Welt so sinnlos und einsam,
wenn du nicht bei mir bist.
Du gingst mit mir durchs Leben,
maltest unsere Wege in den Sand.
Hast mich gestützt und gehalten,
mit reinem Herzen und fester Hand.
Der Herbst spiegelte sich in deinen Augen,
als ich dich das erste Mal sah.
Du wurdest zu meinem Ein und Alles,
du allein, geliebte Gabriela.
Gewidmet meiner Frau Gabriela
Publiziert, 27. Dezember 2018