Gedichte
Lebensgeister
Sie wärmt mich, wenn ich friere und
verdrängt die dunklen Schatten des Lebens.
Sie gibt mir Kraft, wenn ich mutlos bin und
führt mich aus der Irre mit ihrem Scheine,
es ist die Sonne, die ich meine.
Er zieht mich aus lethargischem Schlafe,
und lässt mich erblühen, wenn ich welke.
Er tränkt mich, wenn ich durstig bin und
verbirgt meine Tränen, wenn ich weine,
es ist der Regen den ich meine.
Er streichelt mein Haar, wenn ich traurig bin
und berührt meine Seele, wenn ich verloren bin.
Er trägt meine Gedanken zu dir in Einsamkeit
und beflügelt meine Worte im Reime,
es ist der Wind, den ich meine.
Er hüllt mich sanft ein, wenn ich frei sein will
und versteckt mich auf der Flucht.
Er rettet mich vor bösen Blicken
und lässt mich doch nie alleine,
es ist der Nebel, den ich meine.
Es kühlt mein Herz, wenn es droht zu verglühen
und fesselt meine tiefsten Sehnsüchte.
Es weckt mich, wenn ich zu lang raste oder
lässt mich erstarren wie kristallene Steine,
es ist das Eis, das ich meine.
Er deckt meine Wut zu, wenn ich zornig bin
und bringt mich zum Lächeln mit seinem Tanze.
Er legt einen sanften Schleier auf mein Gemüt
und glitzert auf dem letzten hölzernen Schreine,
es ist der Schnee, den ich meine.
Die Sonne führt mich aus der Irre mit ihrem Schein,
der Regen verbirgt meine Tränen, wenn ich wein,
der Wind beflügelt meine Worte im Reim,
der Nebel lässt mich nie allein,
im Eis erstarre ich zu kristallenem Stein
und der Schnee glitzert auf dem hölzernen Schrein.
Unsere Zeit hier still auf Erden ist bekanntlich nur geliehen,
darum ist es wohl auch sinnlos vor dem Sensenmann zu fliehen.
Darum weckt die Lebensgeister an jedem einzelnen Tag,
denn der Tod rückt ständig näher mit jedem Glockenschlag.
Dany Kammüller, 28.11.2005
Gewidmet:
Dem Leben auf Zeit