Gedichte


Im Lakota Land

Bild: Dany Kammüller


Felsen, Steine und Sand in karger Natur,

von unsagbarer Schönheit echt und pur.

Die Badlands, die ich mit eigenen Augen sah,

wurden meine neue Heimat intim und nah.

 

Ich sah stolze «Tatankas» auf freier Wildbahn,

ihr tiefes Murren kam in meinem Herzen an.

Sie erzählten Geschichten von ihren Ahnen,

als sie noch wanderten unter freien Fahnen.

 

Ich habe mich in diesem Land verloren

und wurde auf der Prärie neu geboren.

Es ist schwer zu erklären, was ich fühlte,

als ich mich durch den Präriestaub wühlte.

 

Ein Gewühl aus Gedanken und wilden Träumen,

die noch immer meine Wege säumen.

Meine Seele blühte auf im roten Sand,

dort draussen, wo ich meine Freiheit fand.

 

Weit weg von allem irdischen Sein

suchte ich die Einsamkeit für mich allein,

denn ich kann nicht sagen, was ich empfand,

als ich weilte, wo «Sitting Bull» einst stand.

 

Ich lauschte der Natur wie ein kleines Kind

und hörte «Big Foots» Stimme im Wind.

Vor 135 Jahren wurde er in «Wounded Knee» besiegt.

Ich besuchte den Ort, wo sein Herz begraben liegt.

 

Tiefe Ehrfurcht und Demut stellten sich ein.

In diesem Moment wollte ich nirgends anders sein.

Ich vernahm all die indigenen Sehnsuchtslieder,

sie schossen wie Sperrfeuer in meine Glieder.

 

Crazy Horse, Red Cloud und wie sie alle hiessen,

die in der Geschichte ihre Spuren hinterliessen.

Ich spürte ein seltsam verbindendes Band,

in den Weiten der Black Hills, im Lakota Land.

 

Gemeisselt in Felsen in tausend flackernden Lichter,

sah ich im Sonnenuntergang ihre stolzen Gesichter.

Sie tragen eine jahrhundertalte Bürde

ehrenvoll und mit tiefer, edler Würde.

 

Ich fand in dieser Wildnis, was ich einst verlor,

als mein Herz in bittrer Kälte zu Eis gefror.

Doch in der einsamen Prärie hab ich gespürt,

dass mein Weg in die rechte Richtung führt.

 

Nun wandle ich in meinem neuen Glück,

blicke nach vorne und nur selten zurück.

Die Vergangenheit ist wohl ein Teil von mir,

doch meine Zukunft beginnt jetzt und hier.

 

Und wenn dereinst «Hinhan Kagas» Stimme erklingt,

und mit dem Wind eine leise Weise singt,

möchte ich zufrieden, glücklich und würdig gehen,

bis wir uns im Land der vielen Zelte wieder sehen.

 

Das Zitat der Woche

Die vier Weisheiten der Lakota:

Grosszügigkeit – «Wacantognaka»

Tapferkeit – «Woohitika»

Respekt – «Wowacintanka»

Weisheit – «Woksape»

 

Musiktipp:

Peter Buffett: Afterwords erschienen 1994 auf dem Album 500 Nations

 

https://www.youtube.com/watch?v=vc_hQh9YtnM&list=RDvc_hQh9YtnM&start_radio=1

 

Erklärung

 

«Tatanka» - ist bei den Lakota die Bezeichnung für Büffel

 

«Hinhan Kaga» - Auf dem Weg zu den Ahnen muss jeder an der Eulenfrau «Hinhan Kaga»  vorbei, sie richtet über die Seelen der Verstorbenen. Sie entscheidet, ob einer würdig ist ins Land der vielen Zelte zu gehen, oder ob einer zurück muss auf die Erde, um dort als Schatten zu wandeln, bis er würdig ist.

 

Erfüllung - Ich habe ein Leben lang davon geträumt, einst dort zu stehen, wo vor langer Zeit «Chief Sitting Bull» stand und ich wollte den Ort spüren, an dem «Chief Big Foot» (Spottet Elk) am 29. Dezember 1890 beim Massaker von «Wounded Knee» seine letzte Schlacht schlug und dabei ums Leben kam. Ich wollte die sieben heiligen Stätten sehen, den «Devils Tower» und vieles anderes mehr. Ich habe mir diese grossen Träume im Juli/August 2025 zusammen mit meiner Frau erfüllt.

 

https://www.dakapublic.ch/blog/689ed0900928bca4b68a6242

 

Gewidmet:

 

Mir selbst und allen Zeitreisenden

 

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